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ETF-Anlagevolumen auf Rekordhoch

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Bergsteiger-Artikel

Der Markt für börsengehandelte Indexprodukte (ETPs) verzeichnete im September weltweit die höchsten Zuflüsse seit knapp vier Jahren. Zu diesem Ergebnis kommt BlackRock im aktuellen ETP Landscape Report des BlackRock Investment Institute.

Dem Report zufolge betrugen die globalen Mittelzuflüsse in ETPs im September 43,3 Milliarden US-Dollar – nach Zuflüssen von 11,6 Milliarden US-Dollar im August. Damit erreichten sie höchsten Stand seit Dezember 2008. Damals betrugen die Zuflüsse 51,3 Milliarden US-Dollar. Insgesamt kletterten in ETPs angelegte Mittel auf ein neues Rekordhoch von 1,85 Billionen US-Dollar (August: 1,76 Billionen US-Dollar).

Insgesamt bricht der ETP-Markt in 2012 nach BlackRock-Angaben bisher mit Zuflüssen von 182,6 Milliarden US-Dollar den bisherigen Rekord von 2008, als die Zuflüsse in der Vergleichsperiode Januar bis September 2008 164,8 Milliarden US-Dollar betrugen. Zudem beträgt der Zufluss jetzt schon mehr als im gesamten Vorjahr (2011: 173,4 Milliarden US-Dollar).

„Risikorally“ sorgt für starke Zuflüsse in Aktienprodukte

Angeheizt wurden die Zuflüsse im September dem Report zufolge durch eine „Risikorally“ als Antwort auf die Ankündigungen der europäischen, US-amerikanischen und japanischen Notenbanken, aktiv am Markt als Käufer aufzutreten.

„Der September war ein ungewöhnlich starker Monat für den weltweiten ETP-Markt. Die neue geldpolitische Lockerung durch die Zentralbanken hat den Weg für Investitionen in ETP-Risikoanlagen über unterschiedliche Regionen und Anlageklassen hinweg geebnet, wobei Aktienfonds derzeit Spitzenreiter sind“, so Dodd Kittsley, globaler Leiter des ETP Research bei BlackRock.

Von den Gesamtnettozuflüssen von 43,3 Milliarden US-Dollar im September seien 34,7 Milliarden US-Dollar auf Aktienfonds entfallen, wobei allein 23,4 Milliarden US-Dollar in Produkte auf den US-Aktienmarkt investiert worden seien. Im August seien lediglich 0,3 Milliarden US-Dollar in Aktien-ETPs geflossen.

Auch Europa trägt laut BlackRock in hohem Maße zu diesem Trend bei. So hätten Indexprodukte auf die europäischen Aktienmärkte im September 3,1 Milliarden US-Dollar angezogen, die höchste monatliche Summe in dieser Kategorie seit Oktober 2008.

Gold-ETPs profitieren vom niedrigen Zinsniveau

Gold-ETPs verzeichneten im September dem BlackRock-Report zufolge Mittelzuflüsse in Höhe von 3,8 Milliarden US-Dollar und erzielten damit zusammen mit den beinahe ebenso starken Zuflüssen im August einen Zweimonats-Rekord von 7,4 Milliarden US-Dollar.

„Mit ihren jüngsten Ankäufen, die darauf zielen, die Wirtschaft durch weiterhin niedrige Zinsen zu stimulieren, könnte die Fed auch den Goldmarkt unterstützen“, meint Kittsley. „Historisch betrachtet liegt der wichtigste Faktor für Rohstoffrenditen im Niveau der Realzinsen. Gold profitiert auch deshalb am stärksten, weil sich durch die niedrigen Zinsen die Opportunitätskosten für das Halten von Gold reduzieren“.

Fixed Income und Emerging Markets über Vorjahresniveau

Festverzinsliche Wertpapiere zählten laut BlackRock im laufenden Jahr bislang zu den wichtigsten Wachstumsmotoren im ETP-Markt. So seien von Januar bis September 2012 insgesamt 54,1 Milliarden US-Dollar und damit 30% aller Mittel in diese Anlageklasse geflossen. Im Vergleich dazu seien hier im Vorjahreszeitraum 35,2 Milliarden US-Dollar und im Gesamtjahr 2011 49,9 Milliarden US-Dollar verzeichnet worden.

Auch bei ETPs auf Aktien der Schwellenländer lägen die Zuflüsse im Jahresverlauf mit 26,9 Milliarden US-Dollar bei weitem über denen des Vorjahreszeitraums (5,8 Milliarden US-Dollar) und auch über denen des Gesamtjahrs 2011 (9,7 Milliarden US-Dollar).

„Wie die Trends bei den weltweiten Mittelzuflüssen weiterhin zeigen, setzen Investoren ETPs opportunistisch ein, um Portfolios eine bestimmte Ausrichtung zu geben und sie auf aufkommende Risiken einzurichten,“ kommentiert Kittsley. „Anleger betrachten ETPs nach wie vor hauptsächlich als hocheffiziente taktische Instrumente für die Asset Allocation.“

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Uwe Görler ist seit fünf Jahren Finanzredakteur für das „EXtra-Magazin“ und das „Portfoliojournal“. Davor schrieb er in verantwortlicher Position für die „Zertifikatewoche“ und schrieb Beiträge für Hörfunk- und Fernsehsender, darunter Antenne Bayern und N24.