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ETF-Trendfolge: Die Zeiten des „Buy-and-hold“ sind vorbei

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Lothar Eller

Immer mehr Fondsmanager greifen auf passive Indexfonds zurück. Die einfache und liquide Handelbarkeit der ETFs macht einen Einsatz in Trendfolgemodellen optimal möglich. ETF-Experte Lothar Eller von der Vermögens-Manufaktur aus Bad-Zurzach hat ein ETF-Trendfolgemodell entwickelt.

 

Für eine optimale Depotstruktur sollte man in verschiedene Anlageklassen wie Aktien, Anleihen, Rohstoffe oder den Geldmarkt investieren. Je nach Marktentwicklung reagieren die Assetklassen unterschiedlich und sorgen so für die nötige Stabilität im Portfolio – so die Theorie. Die aktuelle Krise hat aber leider gezeigt, dass es Szenarien gibt, bei dem der Diversifikationsansatz nicht funktioniert. Alle Asset-Klassen haben sich parallel nach unten entwickelt. Neue Anlagekonzepte kombinieren nun die Vorteile der Asset-Allokation mit einer Timing- Komponente. Diese erlaubt es je nach Marktlage, die verfügbaren Assetklassen unterschiedlich zu gewichten oder bei Bedarf ganz auszusteigen.

Technische Unterstützung notwendig

Mit Hilfe der technischen Analyse und des Trendverhaltens eines Marktes können Handelssignale generiert werden die dann das Fondsmanagement bei der Umsetzung der Asset-Allokation unterstützen. Trends werden im Allgemeinen als anhaltende Kursänderungen in eine bestimmte Richtung definiert. Dabei wird zwischen Aufwärts-, Abwärts- und Seitwärtstrends unterschieden. Trends verlaufen aber meist nicht gradlinig, sondern werden immer durch Korrekturphasen unterbrochen. Die Idee beim Investieren nach Trendverhalten ist es, frühzeitig einen Trend zu erkennen, zu investieren und möglichst lange investiert zu bleiben. Wichtig ist auch frühzeitig zu erkennen, wann ein Trend zu Ende geht. Stop-loss-Marken unterstützen das Risikomanagement und sorgen dafür, dass Verluste aus Fehlsignalen frühzeitig begrenzt werden.

Qualität der Signale entscheidend

Die Schweizer Vermögensmanufaktur aus Bad-Zurzach hat ein Handelssystem auf Basis der technischen Analyse entwickelt. Das „Trend Power System“ wird bei dem von ihm konzipierten Pellucida Multi Asset Funds (ISIN : LU0332906832) eingesetzt. Entscheidender Erfolgsfaktor ist die Qualitiät der Signalgebung. Dazu greifen die Experten auf eine eigens entwickelte Software zurück, die anhand von verschiedenen technischen Indikatoren Märkte screent und dann daraus Handelssignale generiert. Eindeutige Signale werden dann im Fonds umgesetzt. Im Einsatz befinden sich 20 unterschiedliche Strategien. Diese werden auf Aktienmärkte, Rohstoffe und Währungen angewendet.

Wichtige Einflussfaktoren

Eine Handelsentscheidung setzt also immer die Analyse und Bewertung verschiedener Signale voraus. Wichtige Einflussfaktoren sind der MACD (Kombination verschiedener gleitender Durchschnitte), die relative Stärke eines Marktes und saisonale Einflüsse.

Striktes Risikomanagement erforderlich

Jede im Fonds eingegangene Position wird dann durch verschiedene Risikoindikatoren abgesichert. Darunter fällt beispielsweise die Stopp-Strategie. Dabei darf das Risiko pro Markt – also der Verlust, der über die Stopp-Techniken gesteuert wird – nie mehr als maximal ein Prozent des Fondsvermögens betragen. In der Regel wird der Markt bei einem Verlust von etwa 0,5 Prozent verkauft. Um Klumpenrisiken zu vermeiden, wird darauf geachtet, dass bei keiner Position eine Gewichtung von 20 % überschritten wird. Um ein Worst-Case-Szenario abzubilden, wurde die Kennzahl „Portfolio Heat“ entwickelt. Diese gibt an, welches Kursrisiko entstehen würde, wenn alle Positionen gleichzeitig mit einem Verlust ausgestoppt würden. Diese Zahl ist wichtig, um das übergeordnete Risiko aller im Fonds enthaltenen Positionen im Blick zu behalten.

Das ETF-Anlageuniversum

Das System ist auf etwa 40 bis 50 unterschiedliche internationale Anlagemärkte ausgelegt. Neben klassischen Anlagemärkten wie DJ EuroStoxx 50, Nikkei 225, Dax oder S&P 500 Index die mit ETFs umgesetzt werden kommen Rohstoffe in Form von ETCs auf Gold, Platin und Silber zum Einsatz. In der Regel wird in mehrere unterschiedliche Märkte investiert. Bei Verkaufssignalen können zudem Short-ETFs eingesetzt werden. Gibt es keine klaren Signale, kann bis zu 100 Prozent des Fondsvermögens im Geldmarkt geparkt werden.

Fazit:

Das „Trend Power System“ wird erst seit Anfang Mai 2009 im Fonds live eingesetzt. Es wurden allerdings umfangreiche Tests über die letzten zehn Jahre erstellt. Die Rendite lag dabei bei etwa 11,6 % pro Jahr. Eine Buyand- hold-Strategie im DAX -Index hätte im selben Zeitraum eine Rendite von -1,4 % pro Jahr erzielt.

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