berg-spitze

Auch wenn die Stimmung an den weltweiten Börsen infolge der sich abschwächenden Weltkonjunktur und der Euro-Schuldenkrise in der vergangenen Zeit negativ war, konnten einige Aktien-ETFs trotz allem im ersten Halbjahr 2012 hohe Renditen erwirtschaften. Andere ETFs mussten stark Federn lassen.

Sieger der ersten Jahreshälfte 2012 ist mit Abstand der db x-trackers FTSE Vietnam (WKN DBX1AG), der seit Jahresbeginn ganze 36,40% zulegen konnte. Wer also das glückliche Händchen besaß und zu Beginn des Jahres in diesem Fonds investierte, darf sich über einen Kapitalzuwachs von mehr als einem Drittel freuen. Dies ist vor allem der aufstrebende Wirtschaft Vietnams zu verdanken. Sie kann seit Jahren – selbst zu weltweiten Krisenzeiten – mit einem jährlichen Wachstum von 6 – 8 Prozent beeindrucken. Aber auch der Wechselkursgewinn im US-Dollar, der Fondswährung, hat eine große Rolle gespielt. Der Fonds ist nach wie vor speziell für risikobewusste Anleger, die auf die aufstrebende Südost-Region Asiens setzten wollen, gut geeignet.

Euro-Krise bestimmt auch ETF-Gewinner und Verlier

Mit einigem Abstand, aber dennoch mit einem beträchtlichen Halbjahresgewinn, folgt der RBS Market Access Short FTSE MIB Monthly ETF (WKN A1H6JB). Der von der Royal Bank of Scotland herausgegebene ETF profitierte stark von der europäische Schuldenkrise, die in diesem Jahr die Märkte in Südeuropa extrem belastete. So sorgte der turbulente Rückgang in den vergangenen Monaten des italienischen Leitindizes FTSE MIB, welcher die 40 wichtigsten italienischen Unternehmen umfasst, für einen üppigen Gewinn von 24,67% dieses Short-ETFs, der genau von diesen fallenden Kursen profitiert.

Diese negative Entwicklung der südlichen Euro-Länder kann bei Anlegern, die eine Position in diesem ETF hielten, zwar für ein wenig Freude gesorgt haben, doch die weitaus größere Zahl von ETFs litt eindeutig unter der Krise.

So replizieren die vier größten Verlierer des ersten Halbjahres Länderindizes aus genau aus dieser Region: Aus Griechenland, Italien, Spanien und Portugal. Angeführt wird diese Liste vom Lyxor ETF FTSE Athex 20 (WKN LYX0BF) mit 28,99 Prozent Verlust, dicht gefolgt von dem RBS Market Access Lev. FTSE MIB Monthly ETF (WKN A1H6H6), dem Amundi ETF MSCI Spain (WKN A0REJT) sowie vom ComStage ETF PSI20 Leverage (WKN ETF048), mit einer Halbjahresperformance von – 29,78, – 26,45 sowie – 24,92 Prozent.

Auch das fünfte Glied der Flop 5-ETFs der ersten Jahreshälfte hat den Großteil seiner Verluste wohl der Euro-Schuldenkrise zu verdanken. Der iShares EURO STOXX Banks (WKN 628930), der die 32 größten Banken der Eurozone gemäß Marktkapitalisierung wiederspiegelt, gab dieses Jahr um 19,77 Prozent nach. Zwar profitierte der Bankensektor zuletzt davon, dass laut den EU-Beschlüssen nicht nur Staaten, sondern künftig auch Banken selbst direkten Zugriff auf Rettungsfonds erhalten sollen, doch konnte so nur ein Teil der Kursverluste des laufenden Jahres wieder aufgeholt werden. In den vergangenen Monaten belastete nicht nur die Europäische-Staatsschuldenkrise an sich, sondern auch die in Not geratenen spanischen Banken, deren Bonität reihenweise von den Ratingagenturen heruntergestuft wurden, den zugrunde liegenden Index.

 

 Top 5 Aktien-ETFs der ersten Jahreshälfte 2012

 IndexKurs
Veränderung in %
db x-trackers FTSE Vietnam18,8236,40 %
RBS Market Access Short FTSE MIB109,8724,76 %
RBS Markets Access MSCI EFM Afr. ex South Afr.44,9820,38 %
Amundi ETF Lev. MSCI USA316,7620,13 %
RBS S&P GSCI Cap. Comp. 35/20 2x Inv.87,3518,18 %

 

 

 Flop 5 Aktien-ETFs der ersten Jahreshälfte 2012

 IndexKurs
Veränderung in %
Lyxor ETF FTSE Athex 201,13-28,99 %
RBS Market Access Lev. FTSE MIB26,82– 26,78 %
Amundi ETF MSCI Spain112,79– 26,45 %
ComStage ETF PSI20 Leverage4,48– 24,92 %
iShares EURO STOXX Banks9,51– 19,77 %
TEILEN
Die Redaktion des EXtra-Magazins setzt sich aus erfahrenen Finanzexperten zusammen. Teilweise veröffentlichen wir auch Gastbeiträge auf unserem Portal. Wir lieben ETFs, Indexfonds und alles zum Thema Geldanlage und arbeiten täglich daran Ihnen die aktuellsten und nützlichsten Informationen zu liefern.