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ETF-Markt: Die Erfolgsgeschichte geht weiter

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Das Interesse der Investoren an ETFs hat in den letzten Jahren stark zugenommen. Schon bald könnte der Markt in eine neue Dimension vorstoßen.

Die 100-Milliarden-Euro-Marke ist geknackt. Wie das Fondsanalysehaus Lipper in einer Studie ermittelt hat, belief sic das in Europa in ETFs investierte Volumen am Ende des zweiten Quartals auf 100,9 Milliarden Euro – ein Wachstum von erstaunlichen 19 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Erstaunlich deshalb, weil sich die Anlageklasse der Exchange Traded Fonds nicht nur in einem schwierigen Umfeld mit Kreditkrise, Börsenturbulenzen und eingetrübten Investmentklima blendend behauptet hat, sondern auch, weil ETFs der Zertifikatebranche in Sachen Wachstumsdynamik den Rang abgelaufen haben. So musste der Deutsche Derivate Verband (DDV) vor kurzem feststellen, dass das ausstehende Volumen bei Zertifikaten und Hebelprodukten im Juni um 5,3 Prozent zurückgegangen ist.

Starke Perspektiven

Über das Geheimnis des Erfolgs muss man nicht lange rätseln: ETFs zeichnen sich durch ihre Transparenz, Flexibilität und Preisgünstigkeit aus. Ergänzend zu diesen Argumenten hat eine Studie der Deutschen Bank noch weitere interessante Gründe gefunden, weshalb der Markt für ETFs auch in Zukunft überdurchschnittlich wachsen wird. Der erste Punkt betrifft das Kaufverhalten von institutionellen Investoren. Diese werden nach Ansicht der Deutsche Bank Analysten aufgrund der einfachen Handelbarkeit und Abwicklung zukünftig noch stärker Gebrauch von ETFs machen. Einen treibenden Faktor stellen hierbei auch Pensionskassen dar. Diese gewinnen in Europa immer mehr an Bedeutung. Ihre Mittel investieren sie, wie das Beispiel USA zeigt, bevorzugt in ETFs.

Privatanleger, die neue Zielgruppe

Aber auch Privatanleger dürften als ETFKäufer in Zukunft eine wichtigere Rolle spielen. Angesichts der Abgeltungssteuer und einer erhöhten Gebührentransparenz durch die MiFID werden sie einen Teil ihres Vermögens entweder direkt in Swap-basierte ETFs oder indirekt über Dachfonds in ETFs anlegen. Apropos Swap-basierte ETFs: Nach Ansicht der Deutschen Bank wird der Einsatz von Swaps zur Indexreplikation den Tracking Error von ETFs deutlich reduzieren.

Überrendite bei Swap-ETFs

Im Idealfall, so heißt es in der Studie kann es dann sogar zu einer Überrendite eines Swap- ETFs gegenüber dem Vergleichsindex kommen. Ein Hintergrund ist der Wegfall der Besteuerung von Dividenden (siehe dazu auch EXtra 07.2008). Die wachsende Verwendung von Swaps könnte den ETF-Markt aber auch noch aus einem anderen Grund vorantreiben. Denn Swaps ermöglichen eine Vielzahl von Produktinnovationen insbesondere im Rentenbereich, was das vorhandene Investmentuniversum weiter expandieren und das Anlagevolumen steigen lassen sollte.

Wachstumsfaktor Honorarberatung

Ein neuer Trend, der ebenfalls für ETFs spricht ist Ansicht der Deutsche Bank Analysten die Honorarberatung nach US amerikanischen Vorbild. Die gebührenbasierte Vermögensverwaltung sollte auch in Europa mittelfristig an Bedeutung gewinnen. Zahlreiche Vermögensberater werden dann ETFs als kostengünstiges und vielseitiges Anlageinstrument nutzen, um beim Wettbewerb um den Privatanleger preiswerte Konditionen bieten zu können. Last, not least dürften auch Manager von aktiven Fonds zunehmend auf ETFs als Portfoliokomponente setzen. Und zwar aus dem einfachen Grund, weil sich damit ihre Kosten im aktiven Management reduzieren lassen.

Nächstes Ziel: 150 Milliarden Euro

All diese Punkte stimmen zuversichtlich, dass der Markt für ETFs auch in Zukunft zulegen wird – und zwar mit einer hohen Dynamik. So kommt die Untersuchung der Deutschen Bank zu dem Ergebnis, dass das Anlagevolumen in Europa bis Ende 2010 auf rund 150 Milliarden Euro steigen wird. Die Erfolgsgeschichte geht weiter.

Verblüffendes Wachstum

Der Markt für ETFs wächst rasant. In Europa überschritt das Anlagevolumen vor kurzem 100 Milliarden Euro. Prognosen gehen davon aus, dass bis Ende 2010 bereits 150 Milliarden Euro in ETFs investiert sind.

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