Start ETF-News ETF-Markt wächst auch in 2011 weiter

ETF-Markt wächst auch in 2011 weiter

32
Deborah Fuhr ETF-Expertin

Der Markt für ETFs wird 2011 ähnlich stark wachsen wie 2010. „Das verwaltete Vermögen dürfte um 20 bis 30 Prozent zulegen“, sagte Deborah Fuhr, ETF-Strategin beim US-Vermögensverwalter Blackrock in einem kürzlich veröffentlichten Interview mit Reuters.

Von Anfang Januar bis Ende November 2010 stieg das verwaltete Vermögen Fuhr zufolge um knapp 19 Prozent auf 1,23 Milliarden Dollar. Die Zahl der Produkte ist im selben Zeitraum um rund 25 Prozent auf 2422 angewachsen, die Zahl der Anbieter um 25 auf 133 gestiegen. „Im nächsten Jahr dürften Produktangebot und Anbieterzahl in ähnlicher Größenordnung zunehmen“, sagte Fuhr.

ETF-Expertin seit 1996

Fuhr beobachtet den ETF-Markt seit 1996 und war damit unter den ersten Analysten, die sich diesen Produkten gewidmet haben. Zunächst arbeitete sie bei Morgan Stanley, seit 2008 leitet sie die ETF-Analyse und -Investmentstrategie bei Blackrock.

Neue ETF-Anbieter und Produkte erwartet

Das größte Wachstum erwartet die ETF-Strategin in Asien, wo der Markt für börsennotierte Indexfonds bei weitem noch nicht so weit entwickelt ist wie in den USA oder Europa. Aber auch in Europa rechnet sie mit neuen Anbietern. „Ich bin sicher, dass 2011 weitere neue Anbieter den europäischen ETF-Markt betreten werden.“ Dabei werde es sich überwiegend um europäische Banken und Vermögensverwalter handeln, die bislang noch keine ETFs anbieten. „Hinzu könnten einige wenige US-Anbieter kommen“, sagte Fuhr. „Und ich würde es auch nicht ausschließen, dass der eine oder andere asiatische Anbieter dabei ist. Einige indische Anbieter haben bereits entsprechende Pläne geäußert.“

Neue ETF-Produkte runden bestehendes Angebot ab

Die Produkte, die im nächsten Jahr neu aufgelegt werden, werden sich Fuhr zufolge vor allem auf Anlageklassen beziehen, auf die es bislang wenige ETFs gibt. „Das sind vor allem Produkte auf Anleihen, Schwellenländer, Hedgefondsstrategien und Rohstoffe“, sagte sie.

Um diese Wachstumsprognose zu erfüllen, müsse die ETF-Branche jedoch mit einigen Herausforderungen fertig werden, sagte die Expertin. „Die wichtigste ist, dass die Branche Investoren besser über ihre Produkte informiert.“ Dabei müsse sie vor allem die Unterschiede zwischen unterschiedlichen Begriffen wie Exchange Traded Product (ETP), Exchange Traded Fund (ETF), Exchange Traded Currency (ETC) und Exchange Traded Note (ETN) klarmachen.

ETP ist der Oberbegriff für eine Fülle neuer börsengelisteter Anlageprodukte. ETFs, ETCs und ETNs bezeichnen verschiedene Exchange Traded Products. ETFs sind wie alle Investmentfonds Sondervermögen und damit vor Zahlungsunfähigkeiten der Anbieter geschützt. Bei ETCs handelt es sich um börsennotierte Rohstoffe, die rechtlich als Inhaberschuldverschreibungen gelten. Exchange Traded Notes (ETNs) sind rechtlich und strukturell das Gleiche wie ETCs. Jedoch beziehen sich ETNs nicht auf Rohstoffe, sondern auf andere Anlageklassen wie Währungen oder Volatilität.

„Eine weitere Herausforderung könnten regulatorische und steuerliche Veränderungen werden“, sagte Fuhr. Beispielsweise hat die US-Aufsichtsbehörde die Zulassung neuer ETFs und sonstiger Investmentfonds, die Derivate einsetzen, vor einigen Monaten bis auf weiteres ausgesetzt. Die Behörde will zunächst klären, inwieweit sie den Einsatz von Derivaten in diesen Produkten künftig erlauben will. Und in der Europäischen Union sollen ETFs künftig beispielsweise unter die Finanzmarktrichtlinie Mifid fallen, die höhere Transparenzanforderungen stellt.

TEILEN
Vorheriger ArtikelNicht ausschließen, sondern einbinden
Nächster ArtikelDeutsche Anlegermesse Frankfurt 2011
Die Redaktion des EXtra-Magazins setzt sich aus erfahrenen Finanzexperten zusammen. Teilweise veröffentlichen wir auch Gastbeiträge auf unserem Portal. Wir lieben ETFs, Indexfonds und alles zum Thema Geldanlage und arbeiten täglich daran Ihnen die aktuellsten und nützlichsten Informationen zu liefern.