etf marktbericht

Nach den Panikverkäufen der vergangenen Woche nähern sich ETF-Anleger wieder mit Vorsicht den großen Indizes der Industrienationen. Andere nutzen die steigenden Märkte zur Umschichtung in risikoärmere Anlagen.

(Börse Frankfurt) Wieder etwas mehr Ruhe eingekehrt. So könne man den ETF-Handel zusammenfassen. Nach dem hektischen Ausverkauf bis Mitte vergangener Woche gebe es bereits wieder Rückkehrer, auch in die Aktienfonds. Das zumindest ist die einhellige Beobachtung der Händler. Einige Anleger bauten ihre Positionen langsam wieder auf. „Andere nutzen die gestiegenen Aktienkurse dazu, sich weiterhin von Risikoanlagen zu trennen“, schildert Marco Salaorno von der Société Générale die Lage. Auch setzten Anleger mit Short-Positionen auf fallende Kurse. Deshalb sei eine eindeutige Richtung nicht zu erkennen. Auf Wochensicht stehe das Verhältnis von Käufen zu Verkäufen laut Commerzbank ( Zum Testbericht) in etwa bei 55 zu 45 Prozent. „Die Rückkehrer konzentrieren sich zwar in erster Linie auf die großen Bluechip-Indizes“, berichtet Jörg Moritzen von der Dekabank. Dennoch zeigten Anleger auch Interesse an einzelnen Sektoren wie Banken und dem Gesundheitssektor. Von tendenziell mehr Abgaben dagegen spricht Mohr bei den Rentenpapieren.

Rückkehr zu den Bluechips

Rein in die Kartoffeln, raus aus den Kartoffeln – so beschreibt Frank Mohr den volatilen Handel mit Bluchip-ETFs der vergangenen Woche. Die Panikverkäufe nach den Katastrophennachrichten aus Japan hätten einmal mehr gezeigt, wie gut ETFs sich zur Positionierung in einem Markt eignen. „Mit nur einem Wertpapier deckt man eine ganze Region ab und ist mit wenigen Handgriffen wieder raus“, meint der Händler der Commerzbank ( Zum Testbericht). Derzeit wendeten die ETF-Liebhaber sich nach der Flucht in der vergangenen Woche den Bluechips verhalten wieder zu. An Euro Stoxx 50- und DAX gekoppelte Indexfonds (WKN 935927, 778188, 798328, DBX1DA, 593395, LYX0AC, ETF050, ETF001) seien eher gekauft als verkauft worden. Bei den entsprechenden Short-Produkten wie dem Lyxor ETF Stoxx Europe 600 Daily Short (WKN LYX0C4) überwogen laut Salaorno ebenfalls die Käufer. Daneben seien Werte aus der zweiten Reihe (WKN 593392) gefragt: „Die Investoren schauen beispielsweise auch auf den MDAX“, erläutert Jörg Moritzen.

Asien-Pazifik beliebt

Asien-Pazifik ja, aber bitte ex Japan. Dies scheint das derzeitige Motto bei den Käufern von ETFs mit Fokus auf Asien (WKNs A0X97T, ETF115). Vermutlich lockt der Blick auf die notwendigen Aufbauarbeiten in Japan“, erkennt Frank Mohr. Davon profitieren würden voraussichtlich die Staaten rund um das Unglücksland mit guten Handelsbeziehungen zu Japan. „Denn ohne Hilfe wird Japan den Wiederaufbau schwerlich bewältigen können“, glaubt Mohr. Zu Indextrackern mit japanischen Wertpapieren kehrten anders als bei den Aktien nur wenige ETF-Anleger zurück. Indexfonds mit russischem Anstrich (WKNs LYX0AF, DBX1RC) sind, wie vor den Naturkatastrophen in Japan auch, weiterhin gefragt. Hier spiele vermutlich die kritische Situation in Libyen eine Rolle.

Banken können punkten

Bei den Sektoren gab es kleinere Umschichtungen Richtung Banken, Gesundheitssektor oder Grundstoffe. „Es waren aber eher geringe Umsätze und auch nur bei einzelnen Branchen“, bemerkt Moritzen. Der Fokus der Investoren hätte in dieser Woche eindeutig bei den Bluechip-Indizes gelegen. Einige Käufe registriert die Dekabank dennoch für Indexfonds auf den db x-trackers DJ Stoxx 600 Banks (WKN DBX1SF). Zudem legen Anleger sich auch den auf Grundstoffe spezialisierten iShares DJ STOXX 600 Basic Resources (WKN 634472) sowie den auf den Gesundheitssektor gerichteten db x-trackers DJ STOXX 600 Health Care (WKN DBX1SH) ins Depot. Die zuletzt vermehrten Abgaben in der Telekommunikations-Branche im Aktienhandel hätten den ETF-Handel bisher nicht erreicht.

© 22. März 2011 / Iris Merker

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