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ETF-Marktbericht: Große Märkte in Favoritenrolle

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Bei hohen Umsätzen sehen Market Maker im ETF-Handel weiterhin vor allem Interesse an europäischen und US-amerikanischen Standardwerten. Nicht mehr so gefragt sind Indextracker mit Aktien aus den Emerging Markets.

 

Der Handel mit Indexfonds brummt: Von einem „sehr, sehr guten Geschäft“ zu Jahresanfang spricht etwa Frank Mohr von der Commerzbank ( Zum Testbericht). „Wir hatten viele Neupositionierungen“, berichtet der Market Maker, vor allem in den großen Märkten wie USA und Deutschland. „Euphorisch“ sei die Stimmung aber nicht, Risikobewusstsein wäre noch da. „Die Laune ist sehr positiv“, meint auch Bernardus Roelofs von Flow Traders, er verweist unter anderem auf die allgemein erfreulichen Unternehmenszahlen für das Schlussquartal 2010 und den Rekordstand beim ifo-Geschäftsklimaindex: „Wir haben im Januar mehr Geschäft gesehen als in allen Vorjahresmonaten.“

Bluechips mit Käuferüberhang

Die Nase vorn haben nach Einschätzung der Commerzbank ( Zum Testbericht) derzeit klar die Bluechips: Gesucht seien etwa MSCI USA- (WKN 794358, A0X97Z), MSCI World- (WKN DBX1MW, ETF110), Euro Stoxx- (WKN 593395, DBX1EU, ETF050) und DAX-Tracker (WKN 593393, ETF001). „Deutschland gilt als Motor der europäischen Wirtschaft“, erläutert Mohr. Gleichzeitig hätten sich aber durchaus auch viele Investoren bei ETFs zum Euro Stoxx 50 positioniert und zum DAX abgestoßen. „Der Euro Stoxx 50 hinkte aufgrund des hohen Anteils der Finanzwerte dem DAX im vergangenen Jahr hinterher, jetzt wird auf einen Aufholeffekt gesetzt.“

Dazu passt, dass die DekaBank Verkäufe und Käufe bei DAX-ETFs (WKN ETFL01) als ausgeglichen bezeichnet. „Der DAX-Indexfonds steht sowohl auf unseren Verkaufs- als auch Kauflisten ganz oben“, berichtet Marc Schönbrodt. Auch auf den Umsatzlisten der Börse Frankfurt für die vergangenen fünf Handelstage belegen DAX-Tracker die ersten drei Plätze. Schönbrodt zufolge waren im Übrigen MDAX- (WKN 593392) und, das sei eher ungewöhnlich, CAC 40-ETFs (WKN A0HHFJ) zuletzt beliebt.

Nachholeffekt bei Banken

Auch mit Branchenfonds wird derzeit auf ein Nachziehen der Finanzwerte spekuliert. „Wir sehen viel Nachfrage nach Banken-ETFs“, heißt es von Seiten der Commerzbank (WKN ETF062). Allerdings gehen die Meinungen in Sachen Finanzwerte offenbar auseinander: Laut Deka Bank halten sich bei den entsprechenden Sektorenfonds Zu- und Abflüsse die Waage. Andere Market Maker wie Flow Traders berichten von insgesamt wenig Interesse an Branchen-Fonds.

Schwellenländer nicht mehr der Renner

Schwellenländer – über weite Strecken des vergangenen Jahres Anlegers Liebling – haben im Moment nur wenige Anhänger. „Die Emerging Markets sind nicht mehr in der Favoritenrolle“, erklärt Mohr, Positionen würden reduziert. Als Erklärung nennt er die Sorgen um die bereits sehr hohen Rohstoffpreise sowie Inflationsängste. Die breiten Schwellenländer-ETFs wie der db x-trackers MSCI Emerging Markets (WKN DBX1EM) und das Pendant von iShares (WKN A0HGZT) finden sich daher eher auf den Verkaufslisten. Roelofs sieht neben den Gewinnmitnahmen bei Emerging Markets durchaus einige Positionierungen. Auch einzelne Länder wie Russland stießen auf Zuspruch, beim Lyxor Russia (WKN LYX0AF) hätten etwa die Käufe überwogen.

Wenig Zuspruch für Renten-ETFs

Insbesondere aber Renten-ETFs stehen in der Anlegergunst im Moment ziemlich weit unten, wie Market Maker melden. Etwa trennen sich laut Commerzbank Investoren vom iShares eb.rexx Government Germany 5,5-10,5 (WKN 628949). Auch in der Performance um Inflation bereinigte ETFs wie der iShares US-Dollar TIPS (Treasury Inflation Protected Securities (WKN A0LGQF) würden abgegeben, wie Flow Traders ergänzt. Der ETF bildet die Entwicklung von inflationsindexierten Rentenpapieren in US-Dollar ab. Ebenso wenig überzeugten derzeit ETFs mit Unternehmensanleihen wie der iShares Corporate Bond (WKN 251124), wie Roelofs weiter erläutert. Der Indexfond hat seit dem vergangenen Herbst deutlich Federn lassen müssen und, nach einer kurzen Erholung zum Jahresende, zuletzt erneut an Wert verloren.

© 25. Januar 2011/Anna-Maria Borse

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