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ETF-Marktbericht: Kauffreude reloaded

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FRANKFURT (Börse Frankfurt). Von einem weihnachtsbedingt ruhigem Fluss berichten die Spezialisten im Handel mit aktiv und passiv verwalteten Fonds. „Mit rund einem Drittel weniger Volumen im ETF-Handel waren Anleger dennoch aktiver als in anderen Jahren rund um die Feiertage“, berichtet Andreas Bartels von der Commerzbank ( Zum Testbericht). Über alle Anlageklassen hinweg hätten Investoren sich in der vergangenen Woche im Verhältnis 62 zu 38 Prozent mit Indexfonds eingedeckt.

„Derzeit setzen ETF-Anleger zudem verstärkt auf Dividendenwerte“, bemerkt Krisan Haria von Unicredit. Die Käufer erhofften sich wohl eine Erhöhung der Ausschüttungen insbesondere von Unternehmen mit einer komfortablen Kapitaldecke. Aufgrund der unsicheren politischen Lage trauten sich viele Unternehmen im Moment nicht so recht an Übernahmen und Fusionen heran. „Deshalb könnte durchaus ein warmer Geldregen für Anleger anstehen“, begründet Haria.

Weniger betriebsam ging es laut Andreas Kehnen zum Jahresausklang bei Publikumsfonds zu. „Das Plus von nahezu 3 Prozent im DAX zum Jahresauftakt haben indes auch Fondsanleger als Kaufgelegenheit genutzt“, meldet der Händler der Baader Bank.

Bluechip-Tracker im Blick

ETF-Anleger setzten derzeit meist auf bekannte Indizes, wie Bartels beobachtet. Der Löwenanteil im ETF-Handel beziehe sich auf den DAX (WKNs ETF001, 593393, ETFL01) und den Euro Stoxx 50 (WKNs 593395, DBX1EU, 935927). Einen Kaufüberhang verbucht der Händler zudem für Tracker des MSCI World (WKNs LYX0AG, A0X8ZX) und des MSCI EMU (WKNs 633611, A0BK6R, A0REJN). Letzterer repräsentiert nahezu 85 Prozent der Marktkapitalisierung von Unternehmen in der Europäischen Währungsunion.

Wie in der Vorwoche trennten Investoren sich derzeit mehrheitlich von den japanischen Bluechip-Indizes MSCI Japan (WKN A0DPMW) und Nikkei 225 (WKN A0H08D). Mehr Verkäufe als Käufe registriert Bartels zudem für Indexfonds auf den MDAX (WKN 593392).

Publikumsfonds mit europäischen Aktien ausgeglichen

Auf niedrigem Niveau ausgewogen geht es nach Kehnen bei Publikumsfonds mit deutschen und europäischen Unternehmen zu. Unterm Strich gekauft werde etwa der auf europäische Aktien fokussierte AGIF – Allianz RCM Europe Equity Growth (WKN A0KDMT), der zuletzt mit einer ausgewiesenen Performance von über 9 Prozent in den vergangenen drei Monaten gut gelaufen sei. Anleger interessierten sich zudem für den in deutschen Standard- und Nebenwerten engagierten UniFonds (WKN 975020). Beim DWS Deutschland (WKN 849096) und beim Cominvest ( Zum Testbericht) Fondak (WKN 847101) spricht Kehnen hingegen von mehr Abflüssen als Zuflüssen.

Schwellenländer-ETFs wieder gefragt

Zum Start ins neue Jahr kehrt Leben in die Schwellenländer zurück, wie Stefano Valenti registriert. Anleger interessierten sich beispielsweise für Indexfonds, die den MSCI Emerging Markets abbilden (WKNs ETFL34, DBX1EM, A0HGZT). „Allein im ETF von iShares haben wir im gestrigen Handel Umsätze in Höhe von über 50 Millionen Euro gesehen“, berichtet Valenti. Die Deutsche Bank stehe mit einem Handelsvolumen von rund 35 Millionen Euro in ihrem ETF ebenfalls hoch im Anlegerkurs.

Goldminen ohne Tendenz

Nach den Abgaben der Vorwoche beobachtet Kehnen einen ausgeglichenen Handel mit Edelmetallkörben. Beide Seiten gespielt würden etwa beim in US-Dollar notierten BGF World Gold Fund (WKN 947119). Leichte Zukäufe gebe es hingegen beim Earth Gold Fund (WKN A0Q2SD). Zudem sei der Stabilitas Silber- und Weissmetalle (WKN A0KFA1) Im bescheidenen Umfang gefragt.

Weiterer Immobilienfonds geschlossen

Mit der Ankündigung, den Immobiliendachfonds DJE Real Estate (WKN A0B9GC) zum 28. Dezember 2011 zu schließen und in Folge aufzulösen, zieht die Krise im Immobiliensektor einmal mehr größere Kreise. „Der Fonds hat zuletzt stark in von der Rücknahme ausgesetzte offene Immobilienfonds investiert, oder solche, die sich bereits im Auflösungsverfahren befinden“, berichtet Vanesse Müller-Raidt von ICF Kursmakler. Deshalb könne der DJE Real Estate den steigenden Verkaufswünschen der eigenen Anleger nur schwer nachkommen. „An der Börse ist der Fonds weiter handelbar“, erklärt Müller-Raidt, die von zuletzt deutlichen Abgaben berichtet. „Anleger wissen nicht, wie viel sie nach der Auflösung noch rausbekommen.“ Deshalb entscheide sich so mancher Anteilseigner im Zweifel für das, was er gegenwärtig im Handel bekommt.

© 3. Januar 2012 /Iris Merker

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