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ETF-Marktbericht: Kein Kaufrausch

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Nach zwei feiertagsbedingt ruhigen Wochen zieht der ETF-Handel langsam wieder an. Weiter sind es vor allem die Bluechips, die die Anleger überzeugen. Von Euphorie kann, trotz der Rekordstände an den Aktienmärkten, nicht die Rede sein.

(Börse Frankfurt). Es war eine Woche voller Glanzpunkte, aus Sicht der Börsianer jedenfalls. „Alles war positiv, die US-Quartalszahlen, die Hinweise auf eine weiter expansive Geldpolitik in den USA, die Hochzeit in London“, kommentiert Bernardus Roelofs von Flow Traders. „Wir haben fast nur Käufe gesehen.“ Marc Schönbrodt von der DekaBank meldet allerdings nur einen „leichten“ Käuferüberhang – bei geringen Volumina. Während DAX und Co. immer neue Höchststände erklommen, waren die Umsätze im ETF-Handel in der Nachosterwoche nämlich eher dünn. „Es war sehr ruhig“, meint etwa Sidi Kleefeld von der Deutschen Bank und verweist auf die Osterferien sowie das aufgrund von Royal Wedding und Maifeiertag lange Wochenende in Großbritannien. „Die Investoren sind beim Kursrückgang Mitte April long geblieben, die Volumina waren damals gering“, erklärt Kleefeld außerdem, umfangreiche Repositionierungen seien daher ohnehin nicht nötig.

Zuflüsse vor allem beim Euro STOXX 50

Roelofs zufolge griffen Anleger weiterhin vor allem bei Bluechips aus Europa und den USA zu, also bei DAX- (WKN 593393, LYX0AC), Euro Stoxx 50- (WKN ETFL02, 935927) und S&P-Trackern (WKN 264388). Auch Indexfonds, die die Entwicklung des Schweizer Aktienmarktes nachzeichnen (WKN DBX1SM), wurden Roelofs zufolge gesucht. Die Deutsche Bank hat zu Wochenbeginn vor allem Zuflüsse bei Euro Stoxx 50-ETFs festgestellt. Die DekaBank berichtet aber auch von einigen Abgaben. Marc Schönbrodt zufolge zogen zuletzt eher Werte aus der zweiten Reihe, konkret TecDAX- und MDAX-ETFs (WKN 593397, 593392).

Osteuropäische Aktien angesagt

Gemächlich ging es auch im Handel mit Schwellenländer-Indexfonds zu. Unverändert auf Interesse stoßen die osteuropäischen Länder, wie Flow Traders registriert hat. Zuflüsse sehen die Händler etwa beim Lyxor Eastern Europe (WKN A0F6BV). Marc Schönbrodt zufolge finden außerdem Indexfonds mit brasilianischen und russischen Aktien (WKN LYX0AF) Anhänger. Kleefeld meldet für den Wochenanfang hingegen kleinere Abgaben bei den Schwellenländerprodukten.

Umschichtungen bei Sektoren

Bei den Sektorenfonds fehlt das große Thema, es kommt lediglich zu Portfolioumschichtungen. Wie Roelofs meldet, greifen Anleger etwa gerne zu Health Care-Produkten (WKN LYX0AS). Nicht mehr viel wissen wollten Investoren hingegen vom LyxorCommodities CRB (WKN A0JC8F), einem Rohstofffonds. Der tritt – mit einigen Ausschlägen nach oben und unten – seit einigen Monaten auf der Stelle und verzeichnet auf Sicht von drei Monaten sogar negative Renditen. Viele Analysten befürchten bei den Rohstoffen nach der fulminanten Preisentwicklung der vergangenen Monate eine Korrektur. Die DekaBank meldet Zuflüsse bei Banken- und Grundstoff-ETFs (WKN 628934, 634472) sowie Abflüsse bei den Auto-Indexfonds (WKN 634471).

Gemischtes Bild bei Fixed Income

Wenn sich schon bei den Aktien-ETFs nicht viel tut, dann bei Renten-Indexfonds erst recht nicht. Händler berichten von sehr mauen Umsätzen mit Fixed Income-Produkten. Auf den Einkaufslisten standen laut Flow Traders ETFs wie der iShareseb.rexxGovernment Germany 1,5-2,5 (WKN 628947). Die DekaBank berichtet von Abgaben beim iShares US-Dollar Treasury Bond 1-3 (WKN A0J207), einem Rentenfonds mit amerikanischen Staatsanleihen, und bei Geldmarktfonds (WKN ETFL22).

© 03. Mai 2011 / Anna-Maria Borse

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