Start ETF-News ETF-Marktbericht: Suche nach Nachzüglern

ETF-Marktbericht: Suche nach Nachzüglern

31
etf_marktbericht

Stetig wachsende Handelsvolumina und steigende Indizes lassen Anleger nach den Zurückgeblieben fahnden. Sie kaufen ETFs quer über alle Sektoren, Banken sind jedoch mehr gefragt als alles andere.

 

FRANKFURT (Börse Frankfurt). Die Sonne scheint, die Märkte gehen nach oben – was will man mehr. So zumindest fasst ein Händler die vergangenen Tage im Handel mit ETFs zusammen. Doch Investoren wollen mehr: Sie picken sich die Sektoren und Märkte heraus, die angesichts des Aufwinds der vergangenen Zeit noch Nachholbedarf haben. Marktteilnehmer setzen dabei ganz auf Europa und die USA, während sie sich aus Schwellenländern zurückziehen. Gründe für die Selektion sieht Bernardus Roelofs von Flow Traders in dem wachsenden Optimismus gegenüber der wirtschaftlichen Erholung bei gleichzeitigem Festhalten an der lockeren Zinspolitik. Die US-Arbeitslosenquote sei deutlich von 9,4 auf 9 Prozent gefallen und damit auf dem niedrigsten Stand seit April 2009. „Sowohl von der EZB als auch von der US-amerikanischen Notenbank kamen Signale bzw. Stellungnahmen, dass Zinserhöhungen momentan nicht zur Debatte stehen, trotz dem ersten Rumoren einer Inflation.“ Zudem habe sich die Lage in Ägypten beruhigt.

Eurostoxx 50 ETFs bevorzugt

Anleger greifen derzeit eher nach Euro Stoxx 50-ETFs und marktbreiten Euro Stoxx-ETFs als nach DAX-ETFs. In DAX-ETFs beobachten Market Maker Käufe wie Verkäufe. Allerdings, so scheint es, findet ein Rückzug aus MDAX-ETFs (WKN 593392) statt. Neben den europäischen Indizes rangiert auch Nordamerika ganz oben. Sie kaufen ETFs auf die Indizes MSCI Nordamerika (WKN A0J206), MSCI Canada (WKN A0X97V) oder S&P500 (WKN 264388).

Rückzug aus Schwellenländer ETFs

Die hohen Rohstoffpreise sowie die aufkeimende Inflation in einigen Schwellenländern könnte zukünftig auf die dortigen Aktienpreise drücken. Einige Investoren bauen vor und ziehen sich nun aus den entsprechenden Ländern wie China, Indien, Brasilien zurück, bzw. aus ETFs auf breite Indizes wie den MSCI Emerging Markets. Der indische Index sei bereits um 5 Prozent gefallen, berichtet Stefano Valenti von der Unicredit Group. „Nach der kräftigen Wachstumsphase in Indien, China oder Brasilien steigen die Inflationsrisiken. Brasilien macht sich startklar zur Zinserhöhung, die chinesische Zentralbank hat dies bereits angekündigt. Das wird die Aktienmärkte negativ beeinflussen.“

Banken, Versicherungen und Financial Services mit Nachholbedarf

Bei der Sektorenwahl haben Banken, Versicherungen und Finanzdienstleister nach wie vor die Nase vorn. „Investoren setzen hier auf einen Nachholbedarf dieser Branche“, meint Mark Schönbrodt von der Dekabank. Gregor Hamme von Unicredit Group führt an, dass Banken und Finanzdienstleister viele Anleihen der Euroländer, die in Schwierigkeiten geraten sind wie Griechenland, Italien, Portugal, Spanien, Irland in ihren Portfolios schlummern haben. Mit der Beruhigung um die Problemkandidaten und der Erholung der Anleihenpreise würden Anleger auf gesündere Bilanzen setzen. Sie kaufen Euro Stoxx 600-ETFs und Stoxx 600-ETFs, die Aktien aus dem Sektor (WKNs 628934, ETF050) enthalten. Neben Bankaktien sind auch die Versicherungsbranche (WKN 628941) und Finanzdienstleister (WKN 550881, ETF066) gefragt.

Versorger ETFs gesucht

Verglichen mit anderen Sektoren haben europäische Versorger im vergangenen Jahr schlechter abgeschnitten. Auch hier hoffen Investoren auf einen Anschluss. Zudem, so sagt Hamme, könnten die Versorger mit der höchsten Dividendenrendite aufwarten. Investoren kaufen ETFs für die Stoxx und Euro Stoxx-Indozes dieser Branche (WKNs 628945, DBX1SU).

Einige Investoren haben neben den Sektoren Banken und Versorgern auch noch Öl und Gas (WKN DBX1SG), Technologie (WKN 628932), Telekommunikation (WKN 628935) und nachhaltig investierende ETFs (WKN A0F5UG) im Blick. Ein Exot unter der derzeitigen Sektorenwahl ist ein ETF auf den S&P Global Forestry and Timber, der Waldbau und holzverarbeitende Industrie abbildet (WKN A0NA0H).

© 8. Februar 2011 / Dorothee Liebin

TEILEN
Die Redaktion des EXtra-Magazins setzt sich aus erfahrenen Finanzexperten zusammen. Teilweise veröffentlichen wir auch Gastbeiträge auf unserem Portal. Wir lieben ETFs, Indexfonds und alles zum Thema Geldanlage und arbeiten täglich daran Ihnen die aktuellsten und nützlichsten Informationen zu liefern.