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ETF-Marktbericht: US-Dividenden überzeugen Anleger

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Aktien aus Industrieländern geben weiterhin den Ton an. Anleger setzen auf hohe Dividenden der US-Unternehmen und steigende Kurse aufgrund guter Konjunkturdaten. Zuspruch erhalten auch Versorgeraktien und die Finanzbranche. Nachholbedarf aus dem vergangenen Jahr bringt sie in Schwung. Der Abschied von Schwellenländerindizes geht unterdessen weiter.

FRANKFURT (Börse Frankfurt). Aktiv mit mehr Käufern als Verkäufern präsentiert sich der ETF-Handel. Wie z. B. die Spezialisten der UniCredit Bank berichten, überzeugen derzeit besonders Indextracker mit US-amerikanischem Anstrich. „Amerikanische Unternehmen verdienen gut und haben schlichtweg Nachholbedarf bei der Erhöhung der Ausschüttungen“, glaubt Kristen Haria. Das beflügele die Erwartungen der ETF-Anleger. Zudem wachse die US-amerikanische Wirtschaft in diesem Jahr voraussichtlich stärker als die der europäischen Länder. Bei den Sektoren überzeugten Finanztitel und Versorgeraktien. „Das sind Nachzügler, die die Lücke aus dem vergangenen Jahr schließen möchten“, beobachtet Gregor Hamme. Anteile an Indexfonds mit Schwellenländeraktien werden weiterhin in größerem Stil abgegeben. Die steigende Inflation in vielen aufstrebenden Staaten sorge für Unruhe bei Investoren.

Europäische Bluechips überzeugen

Trotz relativ niedriger Volatilität stünden europäische Bluechip-Tracker bei Anlegern weiterhin hoch im Kurs. Ein gutes Sentiment wie z.B. die optimistische Haltung der europäischen Einkaufsmanager zeige vermutlich ihre Wirkung. Weitest gehend gekauft würden etwa ETFs auf den Stoxx 600 (WKNs 263530, DBX1SB). „Die Nachfrage ist viel, viel größer als das Angebot“, beschreibt Bastian Ohta und wundert sich über die insgesamt hohe Aktivität der ETF-Anleger. „Denn eigentlich gilt: Je niedriger die Schwankungsbreite desto niedriger das Handelsvolumen“, erklärt der Spezialist von UniCredit. Das sei diesmal anders. Mit knapp 15 Prozent liege etwa der DAX-Volatilitätsindex eher am unteren Ende der Skala. Trotzdem sei das Handelsvolumen in diesen Indextrackern (WKNs 593397, 593393, ETF001, DBX1DA) sehr hoch, wenn auch in beide Richtungen. „Deutsche Bluechip-ETFs profitieren offensichtlich kaum von den guten Konjunturdaten, wie etwa der ifo-Geschäftsklima-Index“, glaubt Ohta. Wenig Bewegung zeigten zudem Eurostoxx 50-ETFS. „Sie werden weder gekauft noch abgegeben.“

Wachsender Optimismus

Weit oben in der Gunst der Anleger international ausgerichteter Indexfonds bewegten sich Bluechip-Werte aus Nordamerika. „Ob S&P oder MSCI USA oder Nasdaq, Anleger stimmen mit ihren Käufen für eine positive Entwicklung der US-Wirtschaft“, berichtet Kristen Haria von UniCredit (WKN 264388, ETF012, 794358). Die US-amerikanischen Wachstumsprognosen überzeugten derzeit und lassen auf eine schnellere Erholung schließen als man sie für Europa prognostiziert. „Anleger erwarten in diesem Jahr zudem höhere Dividendenzahlungen vergleichbar mit den Ausschüttungen vor der Finanzkrise aus dem Jahr 2007″, glaubt Haria. Denn in den vergangenen Jahren seien die Dividenden eher mager ausgefallen. Weltweit aufgestellte ETFs, die etwa den MSCI World abbilden, finden ebenfalls Abnehmer.

Banken-ETFs und Versorger-ETFs holen auf

Von überdurchschnittlichen Umsätzen spricht Unicredit bei Sektor-ETFs. Die schrittweise Aufholjagd der Versorger und Finanzdienstleister (WKN 628934, 628930, ETF062, 550881, LYX0AP, A0RPR1) konnte auch in dieser Woche fortgesetzt werden. „Zwischenzeitlich spekulierten Anleger zwar bei den Banken auch auf fallende Kurse“, meldet Hamme. „Die Short-ETFs wurden mittlerweile aber wieder verkauft, so dass die Mehrheit der Investoren derzeit auf weiter steigende Preise setzt.“ Grundstoff-Unternehmen gewinnen wieder an Boden (WKN LYX0AX, DBX1SB). Waren ihre Aktien in den vergangenen Wochen noch auf der Abgabenliste, so habe sich das Blatt in dieser Woche gewendet „Der Sektor profitiert von den weiterhin anziehenden Rohstoffpreisen“, glaubt Gregor Hamme. Wenig überzeugen könnten derzeit Automobilwerte (WKN LYX0AN). „Die schwachen Ergebnisse von Daimler für das Jahr 2010 haben zu Buche geschlagen“, glaubt Hamme. Denn Daimler sei ein Schwergewicht in den Automobilindizes und beeinflusse deshalb die Richtung der Sektorenindizes mit Automobilwerten überdurchschnittlich.

Robuste osteuropäische Indizes

Schwellenländer kämpfen weiterhin mit steigenden Inflationsraten und sorgen bei ETF-Anlegern für Unsicherheit. „Besonders betroffen sind ETFs mit indischen, brasilianischen und koreanischen Unternehmen, die überwiegend veräußert werden“, beobachtet Stefano Valenti von UniCredit (WKN DBX1MR). „Widerstandsfähiger zeigt sich die Nachfrage nach osteuropäischen Aktien.“ Fonds mit polnischem oder russischem Fokus (WKN LYX0AF, A0F6BV, A0HGZV) seien durchaus gesucht.

© 22. Februar 2011 / Iris Merker

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