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ETF-Marktbericht: Von Sommerpause wenig zu spüren

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Im ETF-Handel ist bisher nichts von einem Sommerloch zu spüren, aufmerksam verfolgen Anleger die Entwicklungen rund um die Schuldennationen und entscheiden sich im Zweifel für deutsche Bluechips.

(Börse Frankfurt). Mit den großen Themen der Industrienationen bleiben in diesem Sommer auch die Investoren am Ball. Die Urlaubszeit wirkt sich weniger aus als sonst, berichten die Market Maker. Besonders Aktien-ETFs profitierten derzeit. „Dabei finden sich deutsche Großunternehmen ganz oben auf der Beliebtheitsskala“, berichtet Frank Mohr von der Commerzbank ( Zum Testbericht), der insgesamt von einem ausgewogenen Verhältnis zwischen Käufen und Verkäufen spricht.

Rund 45 Prozent der Handelsaktivitäten fielen auf DAX-ETFs und Co.

Indextracker mit europäischen Aktien seien mit 20 Prozent dabei und ETFs mit US-amerikanischen Aktien kämen auf einen Anteil von rund 10 Prozent. Die restlichen 25 Prozent würden von Themen wie Schwellenländer und Japan belegt. Daneben hätten Renten-ETFs im Handel wieder an Fahrt aufgenommen. Bei den Bonds trennen Anleger sich Mohr zufolge tendenziell von Kurzläufern zugunsten von Langläufern. „Das wirkt wie ein Tauschgeschäft“, beobachtet der Händler.

„Es ist viel los“, fasst Bernardus Roelofs den regen ETF-Handel zusammen. Anleger seien in der vergangenen Woche aktiv gewesen und setzten ihre Engagements auch in dieser Woche fort. Sie reagierten auf die vorläufige Lösung für die griechische Schuldenmisere mit mehr Vertrauen in Aktientracker, bemerkt der Händler von Flow Traders. ETF der Stunde sei der DAX-ETF von iShares. „Mit rund acht Milliarden Euro verwaltetem Vermögen startete er in die vergangene Woche und konnte am Freitag mit fast zehn Milliarden Euro schließen“, berichtet Roelofs. Dieser Zugewinn von rund 25 Prozent in nur fünf Handelstagen sei in der gegenwärtigen Marktphase bemerkenswert.

DAX-Werte machen das Rennen

Bei den Bluechip-ETFs sprechen sowohl Roelofs als auch Mohr von einem Käufermarkt. Die Tendenz zu an den DAX gekoppelten Indexfonds führten die Market Maker auch auf die nach wie vor ungewisse Zukunft für den Euro zurück. „Investoren erwarten, dass Deutschland aus der Krise die wenigsten Blessuren davon tragen wird und die Lokomotive für die europäische Wirtschaft bleibt“, analysiert Frank Mohr.
Ins Depot der Anleger wandern neben dem bereits erwähnten DAX-Tracker von iShares (WKN 593393) auch Indexfonds anderer Emittenten (WKNs ETF001, ETF011, DBX1DA). Eher ausgeglichen gehandelt würden Roelofs zufolge ETFs auf europäische Aktienindizes. Käufe (WKN 935927, LYX0BZ) und Verkäufe (WKN 593395) etwa von ETFs, die den Euro Stoxx 50 nachbilden hielten sich in etwa die Waage. Interesse zeigten Anleger zudem für kanadische Bluechips (WKN A0X97V). Zurückhaltung übten Investoren dagegen eher bei den US-Indizes. „Dort wird noch um die Erhöhung der Staatsschuldengrenze gerungen“, bemerkt Bernardus Roelofs. Solange zeige sich der Markt vermutlich abwartend.

Bankenwerte im Blick

Gewinner des Beschlusses über die Fortsetzung der Unterstützung Griechenlands seien die Bankwerte, melden sowohl Commerzbank ( Zum Testbericht) als auch Flow Traders. Diese hätten rund um die Schuldendiskussionen Federn lassen müssen und werden derzeit wieder gesucht. Durch die Bank weg Zuflüsse gebe es etwa auf den DJ Stoxx 600 Banks (WKNs LYX0AP, ETF062, A0F5UJ).

Anleger greifen Spezialthemen auf

Besondere Themen wie asiatische Schwellenländer stoßen laut Commerzbank in dieser Woche auf Anlegerinteresse. ETFs auf den MSCI Emerging Market Asia (WKN A1JJTG) etwa finden derzeit Abnehmer. Zudem interessierten Anleger sich für Schwellenländer-Staatsanleihen (WKN A1JJTV). Aber auch Agrarwerte, die der Market-Acces-RICI-Agriculture-Indexfonds (WKN A0MMBJ) nachbildet, fänden Käufer. Der Index sei vom Rohstoffspezialisten Jim Rogers kreiert worden und enthalte neben den bekannten Agrargütern auch Produkte wie Raps, Hafer, Gummi und Nutzholz.

Kurzläufer gegen Langläufer

Nachdem die Schuldendiskussion der Euroländer in den Hintergrund gerückt sei, hätten sich Investoren vermehrt für länger laufende deutsche Staatsanleihen (WKNs 628949) entschieden, wie Mohr und Roelofs berichten (WKN 628946). Kurz laufende deutsche Anleihen zwischen einem und drei Jahren würden nun überwiegend verkauft. Anleger veräußern zum Beispiel ETFs auf den eb.rexx Government Germany 1,5-2,5 (WKN 628947) und den iBoxx € Liquid Sovereign Germany Capped 1-5 (WKN ETF521).

© 26. Juli 2011/Iris Merker

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