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ETF-Sachwerte Portfolios – sicher durch die Krise kommen

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ETF-Sachwerte Portfolios

Milliardenschwere Rettungspakete, eine stetig steigende Staatsverschuldung und die Gefahr, dass die Schuldenprobleme durch das Anwerfen der Notenpresse gelöst werden – die Eurokrise lässt die Angst vor einer Geldentwertung wachsen. Laut einer Studie der Steinbeis-Hochschule in Berlin haben 70 Prozent der Befragten Angst vor steigender Inflation. Das EXtra-Magazin hat daher zusammen mit der UNIKAT Vermögensverwaltung ETF-Sachwerte Portfolios entwickelt.

Ein erster Trend zu einer steigenden Geldentwertung ist für Deutsche und Europäer bereits jetzt zu spüren: In Deutschland beträgt die Inflationsrate im Oktober 2011 laut Statistischem Bundesamt 2,5 Prozent. Ein Jahr zuvor lag sie noch bei 1,3 Prozent. Im gesamten Euroraum stieg sie im gleichen Zeitraum von 1,9 auf 3,0 Prozent. Preistreiber waren vor allem Energiekosten und Nahrungsmittel, also Dinge des täglichen Gebrauchs, deren Verteuerung jeder sofort am Geldbeutel merkt. Das treibt auch die gefühlte Inflation nach oben.

Wie am besten vor Inflation schützen

Möchte man sich gegen Inflationstendenzen oder aber auch Gefahren eines möglichen Währungsschnitts infolge eines Euro-Zusammenbruchs absichern, so kommen dafür Sachwerte infrage. Als solche bezeichnet man Wirtschaftsgüter, die unabhängig von Geldwertschwankungen einen zusätzlichen Gebrauchswert besitzen. Dazu zählen vor allem Immobilien, Grundstücke, Unternehmensbeteiligungen wie Aktien, Rohstoffe (z. B. Gold) oder Maschinen. Aber auch hier gibt es durchaus so manche Tücken, die es zu beachten gilt. So ist beispielsweise bei einem Erwerb einer Immobilie der jeweilige Standort sehr entscheidend. Man sollte sich zunächst erkundigen, ob die Immobilie nicht für die Wohnlage überteuert ist, darüber hinaus ist der Bauzustand des Objektes und die spätere Vermietbarkeit entscheidend. Zudem sollte bedacht werden, dass es sich bei Immobilien um nicht bewegliche und damit illiquide Assets handelt. Lukrativ sind Immobilien insbesondere, wenn sie auch selbst genutzt werden, ansonsten liegt die durchschnittliche Rendite bei deutschen Immobilien laut aktuellen Studien des Analysehauses BulwienGesa im Auftrag des Immobilienunternehmens Deutsche Land unter der Inflationsrate. Bei klassischen Immobilienfonds schmälern erhebliche Verwaltungsgebühren und der jeweilige Ausgabeaufschlag die Rendite. Infolge der Immobilienkrise in den USA und Spanien mit drastischen Bewertungsverlusten mussten reihenweise Immobilienfonds entweder ihre Anteilsrücknahme aussetzen oder wurden gleich ganz liquidiert. Auch bei Aktien sind nicht alle Wertpapiere inflationsresistent. So sollte man dabei stets auf Substanzaktien setzen oder die jeweiligen Marktführer der Branche. Bei Gold ist die Bewertung mittlerweile sehr hoch, zudem weisen Edelmetalle hohe Wertschwankungen auf. Ein gewisses anlagesicheres Händchen ist hierbei also gefragt.

Kostengünstiger Inflationsschutz

Wer bei Sachwerten breit streuen möchte, muss über erhebliche Geldmittel verfügen. Als preiswerte Alternative für jedes Portemonnaie kommen ETFs infrage, mit denen man bereits mit kleineren Geldbeträgen ein über alle genannten Sachwerte-Assets hinweg breit diversifiziertes inflationsgeschütztes Anlagedepot aufbauen kann. Bei ETFs handelt es sich um Sondervermögen, die vor möglichen Gläubigerforderungen sicher sind, sie sind liquide, transparent und jederzeit über die Börse handelbar. Zudem wird der Wert eines ETFs börsentäglich durch die Kapitalanlagegesellschaft ermittelt. Doch auch bei der Auswahl von ETFs gibt es einiges zu beachten.

Aktien-ETFs

Aktien sind Unternehmensbeteiligungen und zählen somit ebenfalls zu den Sachwerten. Mit ihnen erzielt der Anleger jährliche Erträge in Form von Dividendenausschüttungen. Zudem profitiert er an der Wertsteigerung des Unternehmenswertes. Gerade Unternehmen mit einer starken Marktposition können in Inflationsphasen ihre Preise erhöhen. Das kommt den Unternehmensgewinnen zugute. Auch wenn Kontrahentenrisiken bei Swap-ETFs, wie die EDG-Studie (Seite 12) ergab, äußerst gering sind, sollten defensiv orientierte Anleger, die auf sicheren Krisenschutz setzen, bei Aktien-ETFs vollständig replizierende ETFs bevorzugen, die ohne Wertpapierleihe auskommen. Somit ist das Kontrahentenrisiko von vornherein ausgeschlossen. Um Währungsrisiken zu minimieren, notieren alle Produkte auf Euro, lediglich US-Aktien im offensiven Depot sind auf US-Dollar-Basis.

ETF-Sachwerte Portfolios: REITs – ein guter Immobilienersatz

Bei Immobilieninvestments empfehlen sich besonders sogenannte Real Estate Investment Trusts (REITS). REITS sind börsennotierte Immobilienaktiengesellschaften, die von der Körperschafts- und Gewerbesteuer befreit sind, sofern sie ihre Erträge im Wesentlichen an die Investoren ausschütten. REITs bringen die Merkmale von Immobilien in die Aktienwelt: moderates Risiko, stabile Erträge, relativ hohe Renditen bei vergleichsweise niedriger Korrelation zu anderen Assetklassen. Natürlich können aber auch sie sich in schlechten Börsenzeiten nicht komplett dem allgemeinen Aktientrend entziehen.

Edelmetalle ja – aber bitte nur physisch hinterlegte ETCs

Bei Edelmetall-ETFs sollten Anleger auf die physische Hinterlegung achten. Gerade bei dieser Assetklasse besteht aufgrund des hohen Wertes und der vergleichsweise geringen Menge nahezu kein Lagerkapazitätsproblem. So sind die meisten Edelmetall-ETFs oder ETCs mit den entsprechenden Edelmetallen besichert, so dass damit für ausreichend Sicherheit auch bei Inhaberschuldverschreibungen wie ETCs gesorgt ist. Bei Rohstoffen im Allgemeinen ist dagegen eine physische Hinterlegung aufgrund nicht zu bewerkstelligender Lagerkapazitäten nahezu unmöglich. Und wer möchte als Anleger im Insolvenzfall schon ein Barrel Öl vor der Haustür abgeladen bekommen? Deshalb kommen hier in der Regel Future-Kontrakte zum Einsatz, wobei man hier auf die Rollproblematik achten muss. Ist der nächstfolgende Wert teurer als der bisherige Future (Contango), so erleidet der Anleger Rollverluste, die teilweise sehr hoch sein können. Im umgekehrten Fall (Backwardation) kann der Anleger jedoch zusätzliche Rollgewinne erwirtschaften. Wer so etwas vermeiden möchte, kann auf Rohstoffaktien ausweichen. Hier sollte sich der Anleger jedoch darüber im Klaren sein, dass zahlreichen Rohstoffe, insbesondere Energierohstoffe und Industriemetalle, sehr konjunkturabhängig sind. Der Anleger kauft sich also ein Aktienrisiko ein.

Inflationsgeschützte Anleihen

Klassisches Investment zur Absicherung von Inflationsrisiken sind inflationsgeschützte Staatsanleihen mit Investmentgrade. Sie sichern das reale Vermögen und bieten eine an die Inflationsrate angepasste Verzinsung. Die Rendite liegt aber oft auch unter dem aktuellen Zinsniveau.

Ein Lösungsansatz: breite Streuung über verschiedene Assetklassen

Jede Assetklasse – auch bei Sachwerten – hat also durchaus ihre Tücken, auch wenn man auf Streuung durch Indexlösungen setzt. Eine Risikostreuung auch über Assetklassen hinweg ist daher umbedingt zu empfehlen. Anleger sollten sich bewusst sein, über welches Anlageprofil sie verfügen, also ob sie eher defensiv oder eher offensiv agieren wollen. Je nach Risikoneigung kann dann eines der aufgeführten ETF-Sachwerte Portfolios gewählt werden. Dazu entwickelte UNIKAT Vermögensverwaltung ein spezielles ETF-Sachwerte Portfolio für beide Anlegertypen, die in der Tabelle abgebildet sind. Und die Bilanz ist durchaus erfolgreich: Mit dem defensiven Portfolio konnte erreicht werden, dass zu keiner Zeit während der vergangenen 5 Jahre das Portfolio mehr als 10 Prozent verlor. Beide Portfolios stehen damit seit 2006 circa 11 Prozent im Plus.

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Die Redaktion des EXtra-Magazins setzt sich aus erfahrenen Finanzexperten zusammen. Teilweise veröffentlichen wir auch Gastbeiträge auf unserem Portal. Wir lieben ETFs, Indexfonds und alles zum Thema Geldanlage und arbeiten täglich daran Ihnen die aktuellsten und nützlichsten Informationen zu liefern.