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ETF Sparplan Angebot kann noch nicht überzeugen

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Das ETF-Sparplanangebot kann in der Breite noch nicht so recht überzeugen. Das verfügbare Universum ist klein und die Kosten noch zu hoch.

Sparpläne auf Indexfonds sind theoretisch ein ideales Mittel, um für die private Rente vorzusorgen. Der Grund: Ihre günstige Kostenstruktur wirkt sich beim Zinseszinseffekt besonders vorteilhaft aus. Nur: ETFSparpläne finden sich bei klassischen Banken meist nicht im Angebot, werden erst auf Nachfrage angeboten oder die Transaktionskosten für den Sparplan sind zu hoch. Und Bankberater versuchen immer noch zu häufig, „ihre“ Anlageprodukte zu verkaufen. Allerdings halten die so empfohlenen Investments den Qualitäts- und Kostenkriterien oft nicht Stand, zum Nachsehen des Anlegers, der dann nach einer Spardauer von zehn oder zwanzig Jahren auf eine eher bescheidene Durchschnittsrendite blickt.

Mehr Rendite

Der Vorteil von ETFs: Sie können sich nicht schlechter als der Markt entwickeln, aber eben auch nicht besser. Doch angesichts dessen, dass viele Fondsmanager ihre Benchmark (Vergleichsindex) nicht übertreffen ist das ein gewichtiges Argument. Hinzu kommt der bereits erwähnte Zinseszinseffekt durch die niedrige Kostenbelastung. Ein Beispiel: Bei einer monatlichen Sparrate von beispielsweise 200 Euro und einer angenommenen Rendite von 7 Prozent pro ahr hat der Anleger mit seinem ETF, der jährlich 0,5 Prozent Verwaltungsgebühr kostet, nach zehn Jahren 33.527 Euro auf seinem Konto (Einzahlung am Monatsanfang, vorschüssige Verzinsung). Bei einem aktivgemanagten Fonds, dessen Verwaltungsgebühr etwa 1 Prozent beträgt, errechnet sich eine Summe von 32.662 Euro. Eine Differenz von 865 Euro.

Transparent und günstig

ETFs bilden im Unterschied zu aktivgemanagten Fonds einen Index eins-zu-eins ab. Der Fondsmanager muss sich also nicht für oder gegen eine Aktie entscheiden, was das Fondsmanagement günstig macht. Deshalb wird auch von passivem Management gesprochen. Für Standard-ETFs beträgt die jährliche Managementgebühr zwischen 0,15 bis 0,5 Prozent. Das ist gegenüber aktiven Fonds sehr wenig. Außerdem fallen auch keine Ausgabeaufschläge an, da ETFs über die Börse gekauft werden. Einziger Wermutstropfen. Es gibt eine Differenz zwischen An- und Verkaufspreis (Spread), die in der Regel aber sehr gering ist.

Flexibilität

Anleger, die für die Altersvorsorge sparen möchten, treffen mit einem ETF-Sparplan grundsätzlich eine gute Wahl. Sie können jederzeit den Sparplan aussetzen, aufstocken oder einen anderen ETF wählen. Die Mindestsparrate beträgt bei den meisten Anbietern 50 Euro. Zudem gibt es bei Direktbanken in der Regel keine Konto- und Depotführungsgebühren.

Transaktionskosten vergleichen

Extra-Funds hat das ETF-Sparplanangebot einiger Direktbanken miteinander verglichen. Im Test waren die Angebote von: DAB bank, CortalConsors, comdirekt, s-Broker und maxblue (siehe Tabelle). Mit die attraktivsten Konditionen bietet die DAB bank. Die Transaktionsgebühren betragen dort 2,50 Euro zuzüglich 0,25 Prozent vom Kurswert. Bei einer Sparrate von 250 Euro liegen die Ausführungskosten bei 1,25 Prozent. Die Mitbewerber können in der Gebühren-Sparte nicht punkten. Bei comdirekt und maxblue kostet die Ausführung 2,50 Euro zuzüglich 0,40 Prozent Transaktionskosten (bei einer Sparrate von 250 Euro entspricht das 1,4 Prozent vom Kurswert). Bei s-Brokerbetragen die Ausführungskosten sogar 2,50 Prozent.

Fazit: Nachholbedarf beim Angebot

Nachteil des DAB-Angebots: das Universum der sparplanfähigen ETFs ist recht klein. Hier bietet die comdirekt das deutlich umfangreichere Angebot. Die DAB bank will in diesem Punkt jedoch demnächst nachbessern. Generell ist das ETF-Sparplanangebot der Banken noch recht übersichtlich. Es bleibt zu hoffen, dass sich dies aus Kundensicht bald ändert. Dringend überdacht gehört auch die Kostenstruktur für ETF-Sparpläne. Derzeit lohnt sich der Abschluss eines ETF-Sparplans meist erst ab einer Rate von 200 Euro. Bei niedrigen Sparraten können die Transaktionskosten eicht in den zweistelligen Prozentbereich schnellen. Die Kostenvorteile von ETFs werden so rasch aufgezehrt.

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