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ETF-Sparplantest 2012: Anleger profitieren vom Konkurrenzdruck

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Mit ETF-Fondssparplänen können Anleger für das Alter vorsorgen. Am günstigsten geht das bei Direktbanken. Doch auch hier gibt es zum Teil deutliche Unterschiede bei Angebot, Gebühren und Service. Zum fünften Mal untersuchte das EXtra-Magazin die Angebote der führenden Direktbanken.

Neben dem Sieger der Vorjahre, der DAB bank, können auch die comdirect ( Zum Testbericht) und maxblue ( Zum Testbericht) mit der Bestnote „SEHR GUT“ überzeugen.

ETF-Sparpläne liegen voll im Trend. Und kaum eine Direktbank kann auf das lukrative Geschäft verzichten. Waren es 2011 noch sechs Anbieter, die ETF-Sparpläne im Angebot hatten, sind es in diesem Jahr bereits acht Banken. So bietet die OnVista ( Zum Testbericht) Bank seit Februar 2012 ETF-Sparpläne an, und bis Ende April sind bereits zehn Prozent aller Sparpläne auf ETF-Basis. Neu auf den Markt ist auch die Bank 1822direkt ( Zum Testbericht) gekommen,. die diese seit 1. Juni 2012 anbietet. Zunehmende Konkurrenz belebt bekanntlich das Geschäft. Das zeigt der Aufwärtstrend gerade bei den großen Direktbanken. Basierten bei der DAB bank Ende 2010 noch 30 Prozent aller Sparpläne auf börsengehandelte Indexfonds, waren es im April 2012 bereits über 42 Prozent. Wenn auch ausgehend von einem niedrigeren Niveau, holen die Mitbewerber kräftig auf. Die comdirect ( Zum Testbericht) steigerte in diesem Zeitraum ihren ETF-Sparplan-Anteil von neun auf 15 Prozent und bei der DiBa verdoppelte sich der Anteil von 3,0 auf 6,1 Prozent.

Klassiker sind beliebt

sparschweinkleinRund 150 Euro im Monat spart der durchschnittliche Anleger im Rahmen eines ETFSparplans. Knapp drei Viertel der ETFSparpläne basieren auf Aktienfonds, 16 Prozent sind Renten und sechs Prozent Rohstoff-ETFs. Bei Aktien-ETF-Sparplänen am meisten vertreten sind DAX-ETFs wie der iShares DAX (WKN: 593393), der db x-trackers DAX (WKN: DBX1DA) und der ETFlab DAX (WKN: ETFL01). Beliebt sind zudem Emerging-Market-ETFs wie der Lyxor ETF MSCI Emerging Markets (WKN: LYX0BX), der db x-trackers Emerging Markets (WKN: DBX1EM) oder der ETFlab MSCI Emerging Markets (WKN: ETFL34). Erst danach kommt auf der Beliebtheitsskala der europäische Leitindex Euro Stoxx 50 (Comstage ETF Euro Stoxx 50 (WKN: ETF050), db x-trackers DJ Euro Stoxx 50 (WKN: DBX1ET).

ETF-Sparplantest 2012

Mit wachsender Anbieterzahl wachsen auch die Unterschiede bei den Angeboten. Und so wird es für den Anleger immer schwieriger, den geeigneten Direktbroker herauszusuchen. Mit steigendem Angebot wächst auch die Herausforderung an eine faire Bewertung der jeweiligen Anbieter. Das EXtra-Magazin untersuchte daher noch detaillierter als in den Vorjahren die einzelnen Angebote. Vergeben wurden die Noten 1 bis 6 nach dem Schulnotensystem. Untersucht wurde dabei das jeweilige Produktangebot, ausgehend von der Gesamtanzahl der angebotenen ETFs bis hin zu den jeweiligen Assetklassen. Hinsichtlich der Kosten wurden einerseits die erforderlichen Gebühren für die Sparplanausführung mit den verschiedensten monatlichen Raten untersucht (50, 100, 150 sowie 300 Euro). Da die durchschnittliche Monatssparsumme bei rund 150 Euro liegt, wurde dieser Betrag bei der Bewertung überproportional gewichtet. Ebenfalls in die Kostenbetrachtung einbezogen wurden die Sonderangebote für den gebührenfreien Handel einzelner ETFs. Da sowohl das Angebot als auch die Kosten die entscheidenden Kriterien bei der Auswahl der geeigneten Direktbank sein sollten, flossen diese beiden Kategorien mit 90 Prozent in die Gesamtbewertung ein. Das kleine Extra als i-Tüpfelchen ist der Service. Bewertet wurden hierbei unter anderem die Ausführungsintervalle, Änderungsmöglichkeiten, die Möglichkeit eines Lastschriftverfahrens, die Internetpräsenz oder die minimale oder maximale Höhe der Sparraten.

Produktangebot wird größer

Über das breiteste Produktangebot quer durch alle Assetklassen verfügt mit 202 sparplanfähigen ETFs nach wie vor die DAB bank. Darunter sind allein 133 Aktien-, 42 Renten und 27 Rohstoff-ETFs. Aber auch hier holen die Mitbewerber auf. Waren es bei der comdirect im vergangenen Jahr noch 113 ETFs, so sind es jetzt bereits 156 (120 Aktien-, 25 Renten-, 11 Rohstoff-ETFs. Und auch maxblue ( Zum Testbericht) konnte seine ETF-Palette in diesem Segment von 101 auf 110 ausweiten. Über das geringste Angebot verfügt derzeit die DiBa mit acht ETFs und die OnVista ( Zum Testbericht) Bank als Neuanbieter mit zehn ETFs. Letztere bietet als derzeit einziger Anbieter nur Sparpläne auf Aktien-ETFs an.

Günstige Kosten

sparschweinweisskleinErfreulich ist, dass eine kostenlose Depotführung zur Selbstverständlichkeit der Direktbanken gehört, auch bei den Neueinsteigern. Und mit wachsender Konkurrenz sinken die Gebühren. Auch wenn das Angebot der OnVista Bank ( Zum Testbericht) noch ziemlich gering ist – für diejenigen, die sich mit der ETF-Produktpalette begnügen, hat der Neuanbieter eindeutig die Nase vorn mit einer kostenlosen Sparausführung. Damit wird die OnVista Bank ( Zum Testbericht) zum Vorreiter für die gesamte Branche. Das fand das EXtra-Magazin klasse und vergab der OnVista-Bank im Teilbereich „Kosten“ die Bestnote. Ebenfalls punkten im Bereich Kosten die Angebote von DAB bank, comdirect und maxblue. Nicht außer Acht lassen darf man die kostenfreien Angebote ausgewählter ETFs. So können Kunden der comdirect, CortalConsors, DAB bank, maxblue und sbroker bis zu 140 ETFs komplett ohne Gebühren handeln. Diese Angebote sind aber, wenn auch langfristig ausgelegt, befristet.

Hervorragender Service

Marktführer in Sachen Service sind mit Bestbewertungen die DAB und sbroker. Eingezahlt werden kann zum Beispiel nicht nur einmonatlich, sondern auch alle zwei, drei oder sechs Monate. Änderungen der Sparraten sind möglich, genauso wie eine dynamische Anpassung der Sparrate bei der DAB bank, um damit der Geldentwertung Rechnung zu tragen. Auch die Abbuchung der Sparrate mittels Lastschrift gehört bei den meisten Anbietern zur Selbstverständlichkeit. Überzeugen in puncto Service können auch maxblue (Platz 3) sowie Cortal Consors und die comdirect (beide Platz 4). Letztere rundet ihre Angebot durch Sparplan-Portfolio-Vorschläge ab, die dem Anleger die Produktauswahl erleichtern.

Die Gesamtbilanz

Der Kampf um die Trophäe des besten Anbieters von ETF-Sparplänen wurde in diesem Jahr spannender denn je. So lieferten sich die DAB bank und comdirect ein Kopf-an-Kopf-Rennen. Auf der Zielgeraden hatte die DAB bank dann ganz knapp mit der Note 1,29 die Nase vorn, dicht gefolgt von der comdirect mit Note 1,35 und maxblue mit der Note 1,47. Diese Anbieter erhielten über alle Kategorien hinweg die Gesamtbewertung „SEHR GUT“. Mit der Note „GUT“ wurden die Angebote von CortalConsors (1,88), OnVista (2,37) und s-broker (1,87) bewertet. Noch nicht ganz überzeugen konnten in diesem Jahr dagegen die ING-DiBa ( Zum Testbericht) sowie der Neueinsteiger 1822direkt ( Zum Testbericht), deren derzeitiges ETF-Sparplan-Angebot mit „BEFRIEDIGEND“ bewertet wurde. Hier fehlt es vor allem an der Produktauswahl und zum Teil an der Attraktivität der Gebühren.

Fazit:

Anlegen mit ETF-Sparplänen ist attraktiv. Die führenden Direktbanken bieten grundsätzlich attraktive Angebote, die sich im Wesentlichen nur in Sachen Angebot und Kosten unterscheiden. Der hohe Konkurrenzdruck führte im vergangenen Jahr zu neuen Anbietern und einer deutlichen Ausweitung der kostenfreien Angebote. Auf der folgenden Seite finden Sie eine detaillierte Übersicht über die verfügbaren Angebote. Auf Seite 10 und 24 finden Sie weitere Informationen über ETF-Sparpläne.

           DAB bank                      comdirect                       maxblue

dabcomdirectmaxblue

         S-Broker                       CortalConsors                    OnVista

sbrokercortalconsorsonvista

          1882direkt                     ING-Diba

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