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ETFs: Die Risiken begrenzen

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FRANKFURT (Börse Frankfurt). Von stabilen Umsätzen und einem leichten Überhang vorsichtig optimistischer Käufer im ETF-Handel berichten die Société Générale und die DekaBank. „Konservativer aufgestellte Anleger nutzten die steigenden Märkte der vergangenen Woche zur Erhöhung ihrer Aktienquote“, beschreibt Marco Salaorno. Der starke Rückgang der Börsen zum Wochenbeginn habe bisher nicht zu einem erhöhten Verkaufsdruck geführt. „Sollte sich der Abwärtsstrudel an den Märkten fortsetzen, kann sich dies aber ändern“, sagt Marco Salaorno voraus.

Das politische Geschehen rund um die Schuldenkrise innerhalb der Währungsunion wirkt Florian Perini zufolge bei Anlegerentscheidungen weiterhin stark mit. Zuletzt seien die Hoffnungen auf ein Maßnahmenpaket zur Lösung des Schuldendilemmas als Ergebnis des anstehenden EU-Gipfels am kommenden Sonntag durch eine Aussage des Bundesfinanzministers Schäuble gedämpft worden. „Da helfen auch keine positiven Wirtschafts- und Arbeitsmarktdaten aus Europa, die in der vergangenen Woche bei der Überschreitung der 6.000 Punkte im DAX mitgewirkt hatten“, vermutet der Händler von Flow Traders. Auf Wochensicht spricht Perini von einem ausgeglichenen Verhältnis zwischen Käufen und Verkäufen über alle Anlageklassen hinweg.

Handel mit Bluechip-ETFs ausgeglichen

Bei Bluechip-Trackern etwa auf den DAX (WKN 593393, 593397, 626678, ETF001, ETFL01, DBX1DA, LYX0AC) und den Eurostoxx 50 (WKN 935927, 593395) berichten die ETF-Spezialisten auf Wochensicht zwar von einem Kaufüberhang. „Seit Montag überwiegen indes die Abgaben bei den Standardwerten“, registriert Perini. Erhöhtes Interesse erkennt Marc Schönbrodt zudem für Indexfonds auf den MDAX. „Mitteständische Unternehmen waren zuletzt wenig beachtet worden“, resümiert der Händler der DekaBank.

Von einem regen aber ausgeglichenen Handel spricht Perini zudem bei Hebelprodukten beispielsweise auf den DAX und den Eurostoxx 50 (WKN LYX0BZ). Auf kurzfristige Gewinne setzten Anleger bei Short-ETFs zum Beispiel auf den S&P 500 (WKN DBX1AC), den Eurostoxx 50 (WKN DBX1SS) und den DAX (WKN A0X9AA), die laut Flow Traders verstärkt in gleichem Maße gekauft wie verkauft würden.

Banken-ETFs werden abgestoßen

Die Diskussion um eine staatlich verordnete Kapitalerhöhung für Banken und ein etwaiger Schuldenschnitt für Griechenland hätten die Kurse im Sektor unter Druck gesetzt und Short-ETFs auf die Branche beflügelt. „Bei den hohen Marktschwankungen setzen Anleger mit Short- und Hebelprodukten häufiger auf kurzfristige Gewinne“, bemerkt Florian Perini. „Investoren trennten sich etwa verstärkt von ETFs auf den Stoxx Europe 600 Banken (WKNs A0F5UJ, DBX1SF, LYX0AP). Eher im Depot der Anleger landete beispielsweise der db x-trackers DJ Stoxx 600 Banks Short (WKN DBX1AH), mit dem Käufer auf weiter fallende Kurse im Bankensektor setzen. „Nähere Erkenntnisse über den aktuellen finanziellen Zustand der Geldhäuser werden die anstehenden Veröffentlichungen der Quartalszahlen bringen“, bemerkt Marco Salaorno.

Von Abgaben geprägt sind laut Frank Mohr von der Commerzbank ( Zum Testbericht) zudem Indexfonds auf den Stoxx Europe 600 Financial Services (WKNs LYX0A4, 921733, A0RPR5). Salaorno registriert Rückflüsse auch für ETFs auf die Versicherungsbranche (WKN A0H08K) insgesamt.

Wenig überzeugen kann in dieser Woche zudem der Telekommunikationssektor. Mohr spricht von einem Verhältnis von 90 zu 10 Prozent bei Verkäufen zu Käufen im breit aufgestellten STOXX 600 Telecommunications (WKN LYX0A1, DBX1ST) und verbucht die Bewegungen unter den Rubriken Gewinnmitnahmen und Reduzierung des Risikos von Seiten der Anleger.

Investoren kaufen Renten-ETFs

Ansehnlichen Zuspruch gebe es in dieser Woche für Rentenfonds und Unternehmensanleihen. „Derzeit sinkt der Hang zu risikoreicheren Aktienanlagen“, meint Schönbrodt. Ganz oben auf der Käuferliste steht der DekaBank zufolge ein Korb mit Corporate Bonds (WKN ETFL38). Gesucht seien zudem Staatsanleihen aus dem Euroraum (WKN DBX0AC) und Bundesanleihen (WKN ETFL17). Weniger angetan zeigten Anleger sich von deutschen Staatsanleihen mit Laufzeiten zwischen 5,5 und 10,5 Jahren (WKN 628949), die tendenziell abgestoßen würden. Abgaben verbucht Salaorno auch bei europäischen Staatsanleihen mit Restlaufzeiten zwischen 5-7 Jahren (WKN A0LGQH, A0YBRY). „Aktienengagements werden tendenziell reduziert und die Mittel vorübergehend in Geldmarktfonds geparkt“, glaubt Frank Mohr. Stellvertretend für viele interessierten Anleger sich beispielsweise für den Lyxor ETF Euro Cash EONIA (WKN LYX0B6).

© 18. Oktober 2011 / Iris Merker

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Uwe Görler ist seit fünf Jahren Finanzredakteur für das „EXtra-Magazin“ und das „Portfoliojournal“. Davor schrieb er in verantwortlicher Position für die „Zertifikatewoche“ und schrieb Beiträge für Hörfunk- und Fernsehsender, darunter Antenne Bayern und N24.