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ETFs: Die Zuversicht steigt

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Frankfurt (Börse Frankfurt) Von Standard & Poor’s Warnschuss in Richtung der Euroländer lassen sich Anleger die Stimmung nicht verderben. Sie engagieren sich in ETFs mit Standardwerten und Aktien aus Schwellenländern.

Von regen Aktivitäten und ansehnlichen Umsätzen berichten die Händler im ETF-Handel mit Blick auf die vergangenen fünf Handelstage. „Wir verbuchen einen deutlichen Kaufüberhang von 85 Prozent des Gesamtvolumens“, meldet etwa Mark Schönbrodt von der DekaBank. „Die konzertierte Aktion der Notenbanken hat die Anlegerstimmung erhellt“, meint Florian Perini von Flow Traders.

Handelsfreudig mit einem leichten Abgabeüberhang präsentierten sich die Kunden der Commerzbank ( Zum Testbericht). Zwar sei die Großwetterlage rund um die Staatsschulden der Industrienationen unverändert. „Die vorliegenden Lösungsansätze für einen fiskalpolitisch enger zusammenrückenden Euroraum sorgt indes für steigende Zuversicht bei Anlegern“, vermutet Frank Mohr. Vom möglichen Verlust der Top-Note für Deutschland und andere Euroländer vonseiten der Ratingagentur Standard & Poor’s hätten ETF-Investoren sich bisher kaum beeindrucken lassen. „Es gibt keinerlei Anzeichen für Panik“, beobachtet der Händler der Commerzbank ( Zum Testbericht).

Europäische Schwergewichte punkten

Standardwerte aus der europäischen Gemeinschaft kommen derzeit gut an, wie Schönbrodt berichtet. Unterm Strich mehr Käufe als Verkäufe registriert der Händler für deutsche Schwergewichte aus dem DAX (WKNs ETFL01, 593393, DBX1DA, LYX0AC) ebenso wie für Großunternehmen aus dem Eurostoxx 50 (WKNs DBX1EU, 935927, 593395). Mohr hingegen spricht von Abgaben bei Trackern europäischer Indizes, erkennt aber Nachfrageüberhänge etwa für ETFs, die den Stoxx 600 (WKN 263530) nachbilden, ebenso wie den MSCI North America (WKN A0J206), den MSCI World (WKNs A0X970, A0HGZR) den Dow Jones (WKNs 628939, 541779) und des S&P 500 (WKNs A1C0B5, 264388). „Bei einem Blick auf die Bewegungen am heutigen Dienstag sieht das schon wieder anders aus“, meldet der Händler, der in der Umkehr eine kleine Gegenbewegung vermutet.

Gemischtes Bild bei Sektor-ETFs

Von den Branchen überzeugten zuletzt die Banken-Tracker (WKNs 628930, DBX1SF), wie Schönbrodt berichtet. „Auch bei Immobilien und Autos haben Anleger zugegriffen“, meldet Mohr. Die Sektor-ETFs würden von professionellen Anlegern bei der Umsetzung quantitativer Anlagestrategien wie Trendfolgemodellen zuweilen eine Rolle spielen. „Den Immobilien helfen die derzeit niedrigen Zinsen“, glaubt der Händler. Einen Abgabeüberhang sieht er dagegen bei Unternehmen aus der Roh- und Grundstoffbranche (WKN LYX0AX), Gas und Ölunternehmen (WKN A0H08M), dem Lebensmittelsektor (WKN A0H08H) sowie der Konsumgüterindustrie.

Emerging Markets wieder gefragt

Nachdem Schwellenländer zuletzt ins Hintertreffen gerückt waren, sei nun wieder Bewegung im ETF-Handel mit Aktien der aufstrebenden Länder zu spüren. Perini und Schönbrodt berichten von Käufen etwa bei Trackern des MSCI Emerging Market (WKNs DBX1EM, LYX0BX, UB42AA). Derzeit setze sich der Index zu rund 50 Prozent aus chinesischen, brasilianischen und südkoreanischen Aktien zusammen. Mit rund 25 Prozent sei die Finanzindustrie überproportional vertreten. Dies sei auch ein Grund dafür, dass der Index seit Jahresanfang über 15 Prozent verloren habe. Ins Depot legten Anleger sich Perini zufolge zudem den iShares Dow Jones China Offshore 50 (WKN A0F5UE) und den iShares MSCI Brazil (WKN A0HG2M). „Das hängt mit der Reduzierung der brasilianischen Stempelsteuer auf Investitionen von bisher 2 auf nun 0 Prozent zusammen“, glaubt der Händler.

Festverzinsliches uneinheitlich

Ausgewogen geht es laut Schönbrodt gegenwärtig bei Renten-ETFs zu. Anleger hätten zuletzt bei Indexfonds mit ein- bís dreijährigen deutschen Staatsanleihen (WKN ETFL19) zugegriffen. „Unternehmensanleihen werden dagegen mal gekauft, mal verkauft“, meldet der ETF-Spezialist. Wie in den Wochen zuvor ließen Anleger Finanzwerte lieber außen vor und legten sich etwa den iShares Barclays Capital EURO Corporate Bond ex-Financials (WKN A0YEEX) ins Depot. Abgaben registriert die DekaBank für den iShares Markit iBoxx Euro Corporate Bond (WKN 251124), der aus 40 Unternehmensanleihen mit Investment-Grade besteht. Tendenziell die Finger lassen Anleger zudem vom iShares Markit iBoxx Euro High Yield Bond (WKN A1C8QT), der hochverzinsliche Unternehmensanleihen enthält.

Geldmarktfonds ohne Tendenz

Ohne erkennbaren Trend bezeichnen Mohr und Perini die Bewegungen im Handel mit Geldmarktfonds. Käufe beobachtet Schönbrodt etwa für einen Comstage-ETF (WKN ETF101), der an die Wertentwicklung des Commerzbank Fed Funds Effective Rate Index anknüpft. Von einem gemischten Bild spricht Perini dagegen beim Lyxor ETF Euro Cash (WKN LYX0B6) und beim iShares eb.rexx Money Market (WKN A0Q4RZ).

© 6. Dezember 2011 / Iris Merker

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Uwe Görler ist seit fünf Jahren Finanzredakteur für das „EXtra-Magazin“ und das „Portfoliojournal“. Davor schrieb er in verantwortlicher Position für die „Zertifikatewoche“ und schrieb Beiträge für Hörfunk- und Fernsehsender, darunter Antenne Bayern und N24.