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ETFs mit Kostenvorteil in Rekordhöhe gegenüber Futures

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Anleger, die mit ETFs in einen Index investieren statt dies über Futures zu tun, erzielen im laufenden Monat Kosteneinsparungen in Rekordhöhe. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Analyse des ETF-Anbieters Source.

Demzufolge können Anleger, die ihr Indexengagement in diesem Dezember von Futures in ETFs umschichten, nach Berechnungen der Source-Experten Einsparungen im Bereich von 30 bis 50 Basispunkten auf annualisierter Basis erzielen. Bereits in der Vergangenheit lagen Indexinvestoren mit ETFs je nach Index um bis zu 18 Basispunkten pro Jahr günstiger als mit Futures.

Die Analyse basiert auf einem Vergleich von ETFs, die von Source aufgelegt wurden, mit Futures, die fünf der führenden Indizes abbilden: EURO STOXX 50, S&P 500, STOXX Europe 600, FTSE 100 und MSCI Europe. Aus dem Vergleich geht hervor, dass für Anleger, die sich langfristig in diesen Indizes engagieren möchten, ETFs gegenüber Futures attraktiver sind.

„Die Laufzeit von Futures ist begrenzt. Daher müssen Anleger, die über Futures synthetisch in einen Index investieren, im Dezember die vierteljährlich zum Quartalsende fällig werdenden Kontrakte durch neue ersetzen – das sogenannte „Rollen“. Die Dezember-Kontrakte laufen am 18. Dezember aus und werden in der Regel bereits in der Woche vor diesem Fälligkeitsdatum gerollt“, so der ETF-Anbieter. Source schätzt, dass in den vergangenen zwei Jahren weltweit Vermögenswerte in Höhe von 100 Mrd. USD von Futures in ETFs umgeschichtet wurden. Dies sei vor allem auf die sinkenden Gebühren für ETFs zurückzuführen. So fielen für den Source EURO STOXX 50 UCITS ETF und den Source S&P 500 UCITS ETF Gebühren von lediglich jeweils 0,05 Prozent pro Jahr an.

Rick van Leeuwen, Mitarbeiter im European Capital Markets Team von Source, erklärt dazu: „Das Rollen im Dezember ist bei Terminkontrakten normalerweise teurer als in anderen Monaten. Das liegt daran, dass die aufsichtsrechtlichen Bestimmungen für die Banken in den vergangenen Jahren laufend verschärft wurden. Daher versuchen die Institute, risikoreichere Vermögenswerte in ihren Bilanzen zum Ende des Geschäftsjahres tendenziell zu reduzieren. Denn die Banken müssen mehr Sicherheiten halten, um diese Risiken abzudecken. Als Ausgleich für diese Belastung verlangen sie höhere Gebühren, wenn sie bei Terminkontrakten als Gegenparteien auftreten.“

Selbst wenn man die saisonalen Faktoren berücksichtige, hätten die Einsparungen bei Investitionen in ETFs gegenüber Futures ein Rekordhoch erreicht. Die endgültigen Rollkosten würden zwar erst feststehen, nachdem alle Indexunternehmen ihre Dividenden im Februar oder März 2016 gezahlt hätten. Bislang zeichne sich jedoch ab, dass die Kosten deutlich höher ausfallen würden als in vorherigen Rollphasen. „Im Dezember halten wir einen annualisierten Anstieg von bis zu 50 Basispunkten für möglich“, so van Leeuwen. „Wir glauben daher, dass dies eine ausgezeichnete Gelegenheit für Anleger darstellt, die sich langfristig in Indizes engagieren wollen.“

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