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ETFs strategisch und taktisch einsetzen

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Portfolio

Der ETF-Analyst Gordon Rose erläutert, wie ETFs im Portfoliokontext eingesetzt werden können und welche Punkte bei der Erstellung eines ETF-Portfolios beachtet werden sollten.

ETFs bieten eine ganze Reihe von Vorteilen. Aufgrund ihrer Eigenschaften können sie daher hervorragend auf verschiedene Weise strategisch oder taktisch in einem Portfolio eingesetzt werden. Die Entscheidungen müssen jedoch mit Bedacht getroffen werden, denn die Asset-Allokation ist bekanntlich das A und O in der Vermögensverwaltung.

ETFs als strategischer Baustein

Das klassische Portfolio besteht aus 60 % Aktien und 40 % Anleihen. Das Problem hierbei ist jedoch, dass diese Allokation eine Wette auf das Aktienrisiko darstellt, da die Aktienmarktvolatilität in diesem Fall ca. 90 % der Gesamtvolatilität im Portfolio ausmacht. Sprich: die Wertentwicklung wird hauptsächlich von der Aktienmarktentwicklung beeinflusst.

Aktien haben die beste Performance, wenn die Wirtschaft wächst und die Inflation fällt. Anleihen sind dann zu bevorzugen, wenn die Wirtschaft schrumpft und die Inflation zurückgeht. Daher sollten Investoren ihre Portfolios optimieren, indem sie diese gegen die Inflation absichern und dabei gleichzeitig die Aktienvolatilität reduzieren, was auf verschiedene Weise erreicht werden kann. Als Erstes seien hier alternative Anlageklassen genannt. Welche Rolle ETFs hierbei spielen können, erläutern wir in den nächsten Abschnitten.

Alternative Anlageklassen

Investoren können heute über ETFs bequem in alternative Anlageklassen investieren, die früher für sie nur schwer zugänglich bzw. oft mit hohen Kosten verbunden waren. Mit dem immer breiter werdenden Angebot an ETFs können Anleger heutzutage zum Beispiel bequem und schnell Anlagen in Rohstoffe tätigen. Die Hinzunahme von Rohstoffen in einem Portfolio erhöht nicht nur die Diversifikation, sondern dient zudem auch als Absicherung gegen unerwartet auftretende Inflation. In der Vergangenheit stellte steigende Inflation oft einen wichtigen Renditetreiber für den breiten Rohstoffsektor dar.

Aber auch Immobilien, in Form von Immobilienaktien (REITs), können sich Investoren nun dank ETFs problemlos in ihr Portfolio legen. REITs peilen konstante Dividendenrenditen an und sind daher für einkommenshungrige Anleger gut geeignet. Sie bieten Zugang zu einer relativ illiquiden Anlageklasse mit aktienähnlichen Renditen und anleiheähnlichem Einkommen. Allerdings weisen REITs-ETFs eine relativ hohe Korrelation zu den Aktienmärkten auf und bieten daher nur begrenzte Diversifikationsmöglichkeiten.

Hedgefonds und Private Equity werden wiederum häufig von Privatanlegern gehalten, die sowohl die Diversifikation als auch das Renditepotenzial ihres Portfolios verbessern möchten. Jedoch ist bei diesen Instrumenten Vorsicht geboten, denn Hedgefonds ist nicht gleich Hedgefonds. Jeder Hedgefonds-Index vereint entsprechend heterogene Strategien mit unterschiedlichen Gewichtungen. Generell können Hedgefonds eine sinnvolle Portfolioallokation darstellen. Investoren müssen jedoch die zugrundeliegende Strategie genau verstehen, da jeder Typus unter verschiedenen Marktbedingungen anders reagiert.

Bei Private-Equity-Indizes stellt sich ein anderes Problem: Private-Equity- ETFs bieten oft keinen adäquaten Zugang zu dieser Produktklasse, da die meisten Unternehmen in Private- Equity-Indizes nur einen kleinen Teil ihres Einkommens in diesem Bereich generieren.

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Die Redaktion des EXtra-Magazins setzt sich aus erfahrenen Finanzexperten zusammen. Teilweise veröffentlichen wir auch Gastbeiträge auf unserem Portal. Wir lieben ETFs, Indexfonds und alles zum Thema Geldanlage und arbeiten täglich daran Ihnen die aktuellsten und nützlichsten Informationen zu liefern.