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ETFs: Stürmische Umsätze

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Eine rege Nachfrage nach ETFs mit Aktien der Industrieländer bestimmt aktuell den Handel mit Indexfonds. Auch Branchenprodukte profitieren, hier ziehen Zykliker wieder. Ein Schattendasein fristen hingegen die Renten- und Geldmarkt-ETFs.

Nasdaq-ETF gefragt

Besonderen Anklang fand Marco Salaorno von der Société Générale zufolge auch der Lyxor-ETF auf den Nasdaq 100 (WKN 541523). Hintergrund ist die im Vergleich mit dem Dow Jones Industrial Average überdurchschnittliche Entwicklung des US-Technologieindex. Der ETF hat in den vergangenen sechs Monaten ein beachtliches Plus von 17 Prozent aufzuweisen. Indizes auf kleinere und mittlere Unternehmen profitierten von dem Boom durch die Aktienmarkthausse weniger, wie Ohta beobachtet, sie wurden eher links liegen gelassen.

Short-Produkte auf Verkaufsliste

Auch gehebelte Indizes finden wieder ihre Fans, etwa der Lyxor-ETF auf den Leveraged DAX (WKN LYX0AD). Damit setzt sich der Trend zu riskanteren Produkten fort, der in der vergangenen Woche wieder eingesetzt hat. Entsprechend wurden die Short-Produkte auf DAX & Co, die zuletzt sehr attraktiv waren, eher abgestoßen: Auf Nummer zwei und fünf der Umsatzliste an der Börse Frankfurt für die vergangenen fünf Handelstage stehen der db x-trackers ShortDAX (WKN DBX1DS) sowie der db x-trackers DJ Euro Stoxx Short (WKN DBX1SS), die beide vor allem verkauft wurden. Mit fallenden Kursen rechnet im Moment wohl kaum noch jemand.

Zykliker wieder en vogue

Auch Branchen-ETFs kommt die wachsende Zuversicht in Sachen Konjunktur zugute, hier kam es ebenfalls zu deutlich anziehenden Umsätzen. Dabei wird wieder zunehmend in zyklische Aktien investiert, etwa Banken-, Energie- oder auch Rohstofffonds, während die konjunkturresistenten Branchen wie Lebensmittel und Getränke eher gemieden werden. Besonders Banken stehen wieder in der Gunst der Anleger, hier lockten wohl die Milliardengewinne der US-Institute, allen voran Goldman Sachs. Gestern kam es bei den Banken aber schon zu den ersten Gewinnmitnahmen, wie Gregor Hamme von Unicredit berichtet.

Interesse an Immobilien-ETFs

Überwiegend Käufer, aber auch einige Verkäufer gab es Marco Salaorno zufolge in der Telekommunikationsbranche, etwa beim Lyxor-ETF auf den DJ Stoxx 600 Telecommunications (WKN LYX0A1). Gegen Ende der Woche sei es zudem gehäuft zu Käufen von Immobilien-ETFs gekommen, als Beispiel nennt er den iShares FTSE/EPRA European Property Index Fund (WKN A0HG2Q). Der bildet die Entwicklung großer Immobiliengesellschaften ab, etwa Unibail, Corio, PSP Swiss Property oder Klepierre. Um immerhin 8,27 Prozent konnte der ETF in den vergangenen sechs Monaten zulegen.

Emerging Markets-Handel weiter ruhig

Der Handel mit den Schwellenländerpapieren verläuft weiter ruhig. „Teilweise schichten Anleger aus den zuletzt gut gelaufenen Emerging Markets in Industrieländer um“, vermutet Stefano Valenti von Unicredit. Ihm zufolge gab es größere Abflüsse aus China, aber auch Zuflüsse, nämlich in südafrikanische und lateinamerikanische Aktien, speziell aus Brasilien. Laut Salaorno bleiben die ETFs auf Schwellenländer-Indizes aber durchaus weiter gefragt, etwa Produkte auf russische (WKN LYX0AF) oder indische Aktien (WKN LYX0BA).

Anleger mögen Rohstoffe

Die Erholung an den Rohstoffmärkten führt auch zu vermehrtem Interesse an Rohstofffonds: Nachgefragt waren etwa der breite Lyxor-ETF auf Commodities (WKN A0JC8F) sowie ein Aktienfonds, der Unternehmen aus der Roh- und Grundstoffindustrie abbildet (WKN LYX0AX). Laut Deutscher Bank war auch der DBLCI – OY Balanced ETF (WKN DBX1LC) gesucht.

Hedgefonds- und Währungs-ETFs im Fokus

Der steigende Risikoappetit hat daneben auch wachsende Zuflüsse in alternative ETFs zur Folge, beobachtet Eric Wiegand von der Deutschen Bank. Darunter versteht er neben den Rohstofffonds auch ETFs auf Hedgefonds und Währungen. Sehr gut weggegangen sei etwa der db x-trackers db Hedge Fund Index ETF (WKN DBX1A8). Gerade institutionelle Anleger überzeugten die gute Performance, die niedrige Volatilität und die Möglichkeit zur Diversifikation, wie Wiegand erläutert. Bei den ETFs auf Währungen legten sich Investoren etwa den db x-trackers Currency Returns (WKN DBX1AZ) und den db x-trackers Currency Valuation ETF (WKN DBX1AW) ins Portfolio.

Fixed Income-Produkte leiden

Renten- und Geldmarktprodukte leiden hingegen unter dem Konjunkturoptimismus. „Raus aus Fixed Income und Cash – das ist aktuell der Tenor“, fasst Wiegand zusammen. Betroffen ist etwa der db x-Trackers II EONIA (WKN DBX0AN). Der wurde in den vergangenen fünf Handelstagen zwar stark gehandelt, Anleger wollten hier aber vor allem eins: Verkaufen.

Dieser Newsletter ist dem Börse Frankfurt Fondsnewsletter entnommen. (Anna-Maria Borse).

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