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Europa für alle Börsenlagen

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Intelligent investieren heißt, Markterwartung und Risikoneigung bei der Anlageentscheidung mit zu berücksichtigen. Mit ETFs, kein Problem.

Die Kreditkrise hält die Anleger in Atmen

Während Pessimisten nach der Beinahe-Pleite der US-Investmentbank Bear Stearns befürchten, dass das große Börsengewitter erst noch kommt, sehen zuversichtlichere Marktteilnehmer das Gröbste als bereits überstanden an. Selten gingen die Marktmeinungen soweit auseinander. Was dabei gerne übersehen wird: Mit der richtigen Strategie lassen sich in jeder Marktphase positive Renditen erzielen. Bislang galten vor allem Zertifikate als Vehikel zur Umsetzung von individuellen Anlagestrategien. Aber auch mit Exchange Traded Funds können Investoren je nach Markterwartung gezielt investieren. Im Blickpunkt: der DJ Euro Stoxx 50.

Im Gleichschritt mit dem Markt

Wer auf eine langfristige Aufwärtsbewegung des europäischen Aktienbarometers setzt, findet unter anderem im ETF auf den DJ Euro Stoxx 50 von iShares (Barclays Global Investors) ein transparentes und kostengünstiges Investmentvehikel. Die Anlage partizipiert nahezu eins-zu-eins sowie zeitlich unbegrenzt an der Entwicklung des Index. Im Gegensatz zu Zertifikaten stellen die im ETF angelegten Mittel ein Sondervermögen dar, sind also im Konkursfall des Anbieters geschützt.

Steuerliche Vorzüge

Ein weiterer Vorteil: Dividenden gehen nicht verloren, sondern werden an den Anleger ausgeschüttet oder reinvestiert. Darüber hinaus genießen ETFs einen steuerlichen Bestandsschutz. Das heißt: Bei einem Erwerb vor dem 01. Januar 2009 fallen Veräußerungsgewinne auf Ebene des Anlegers nicht unter die Abgeltungssteuer. Eine einjährige Haltedauer vorausgesetzt, wären Erträge aus Kursgewinnen dann auch in Zukunft steuerfrei.

Die Lösung für Seitwärtsmärkte

Investoren, die lediglich eine moderate Erwartung an den Markt haben, bietet Lyxor mit dem ETF auf den DJ Euro Stoxx 50 BuyWrite Index eine passende Alternative. „BuyWrite“ – auch als „Covered Call“ bezeichnet – ist eine Deckungsstrategie, wie sie auch zur Strukturierung von Discount- Zertifikaten verwendet wird. Die Anlage auf den DJ Euro Stoxx 50 ist dabei gekoppelt an den Verkauf von kurzlaufenden Kaufoptionen auf den Index. Die Prämien aus den Optionsgeschäften schaffen neben den Dividenden weitere Einnahmen, die – quasi als Sicherheitspuffer – das Risiko der Long- Position reduzierten.

Deckel nach oben

Dafür sind die Gewinnchancen eingeschränkt, da der ETF lediglich bis zum Basispreis (Strike) der Kaufoption nach oben partizipiert. Da es sich bei dem ETF um eine endlos laufende Anlage handelt, wird in einem monatlichen Rhythmus in neue Kaufoptionen gerollt, wobei der Strike jeweils fünf Prozent „aus dem Geld“ liegt. Das heißt: Der Index hat jeden Monat fünf Prozent Spielraum nach oben. „Die BuyWrite-Strategie richtet sich insbesondere an Anleger, die auch in Seitwärtsmärkten attraktive Renditen erzielen wollen“, erklärt Markus Jordan, Geschäftsführer von ISARVEST. Aufgrund der hohen Volatilitäten, so der Finanzexperte weiter, würden sich derzeit attraktive Prämieneinnahmen realisieren lassen.

Mit Hebel investieren

Mit dem ETF auf den DJ Euro Stoxx 50 Leveraged Index von Lyxor haben risikofreudige Investoren die Möglichkeit, überproportional an steigenden Kursen zu partizipieren. Der Referenzindex, der DJ Euro Stoxx 50 Leveraged Index, zeichnet die Wertentwicklung des DJ Euro Stoxx 50 mit einem konstanten Hebel von zwei nach. Steigt der Index beispielsweise um zwei Prozent, legt der ETF um vier Prozent zu. Allerdings wirkt der Hebelmechanismus auch nach unten. Es sind also auch überproportionale Verluste möglich. Die Anlage eignet sich daher vornehmlich für spekulative Trader, die zum Beispiel kurzfristig von einer Gegenbewegung nach einer Korrektur profitieren wollen.

Spielwiese für Bären

Gewinnen, wenn die Märkte fallen – dies ist das Motto des ETF auf den Euro Stoxx 50 Short Index von db x-trackers (Deutsche Bank). Hier führt ein Verlust des europäischen Aktienbarometers zu einem entsprechenden Wertzuwachs. Fällt beispielsweise der DJ Euro Stoxx 50 im Tagesverlauf um 0,5 Prozent, legt die Short-Variante um 0,5 Prozent zu. Dasselbe gilt vice versa bei einem Anstieg des DJ Euro Stoxx 50. Short-Indizes bilden also die Entwicklung des Basiswerts spiegelbildlich eins-zu-eins nach. Zusätzlicher Ertrag Erfreulich: Aus der Short-Strategie ergeben sich Zinseinnahmen. Sie resultieren zum einen aus dem investierten Anlagevolumen, das der Emittent verzinslich anlegen kann, und zum anderen aus den Zinserträgen auf die durch den Leerverkauf erhaltenen Geldmittel. Beim ETF auf den DJ Euro Stoxx 50 Short Index von db x-trackers werden diese Zinserlöse in Höhe des doppelten Geldmarktsatzes an den Anleger weitergegeben. Somit spielt der Short-ETF seine Stärken nicht nur in fallenden Märkten aus, sondern verfügt auch in Seitwärtsphasen über ein ansehnliches Renditepotenzial.

Fazit: Die Strategie zählt

Die Erwartungen an den Markt sowie die individuelle Risikoneigung spielen bei der modernen Geldanlage eine immer wichtigere Rolle. Mit ETFs lassen sich die unterschiedlichsten Strategien verfolgen. Ob für den langfristig orientierten Anleger, dem vorsichtigen Investor oder dem risikofreudigen Trader – mit dem passenden ETF lässt sich in allen Börsenlagen zielgenau in den Markt gehen.

 

 

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Die Redaktion des EXtra-Magazins setzt sich aus erfahrenen Finanzexperten zusammen. Teilweise veröffentlichen wir auch Gastbeiträge auf unserem Portal. Wir lieben ETFs, Indexfonds und alles zum Thema Geldanlage und arbeiten täglich daran Ihnen die aktuellsten und nützlichsten Informationen zu liefern.