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Exchange Traded Commodities: Gut, dass es sie gibt

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Von Kritikern gescholten, von Anlegern geliebt: Mit ETCs lässt sich bequem und kostengünstig in Öl und andere Rohstoffe investieren.

George Soros schlägt Alarm: Bei Öl und  auch auf anderen Rohstoffmärkten sei „eine Spekulationsblase am Entstehen“, warnte  der berühmte Großinvestor. Schuld daran seien insbesondere Exchange Traded  Commodities (ETCs), also börsengehandelte Rohstofffonds, mit denen eine breite  Anlegermasse auf steigende Preise bei Öl, Gas & Co setzen kann. Der gebürtige Ungar, der noch nicht vor allzu langer Zeit selbst zu den einflussreichsten Spekulanten der Welt  zählte, schlägt daher vor, dass der Gesetzgeber den Handel mit diesen Produkten erschwert. Der Grund: Er halte Index-Fonds auf Rohstoffe für kein legitimes Anlage- Instrument.

Anlegers neuer Liebling

In der Tat erfreuen sich ETCs einer stark steigenden Nachfrage: Bei der Investmentbank  Lehman Brothers schätzt man, dass  die von Fonds verwalteten Vermögen in den  Rohstoffmärkten von 70 Milliarden Dollar im  Jahre 2006 auf 235 Milliarden Dollar Mitte April 2008 zugenommen haben.  ETCs auf Öl beziehen sich auf Futures. Der  Grund dafür ist klar: Im Gegensatz zu Edelmetallen wie Gold, kann Rohöl nicht oder nur  mit erheblichen Aufwand (unbefristet) gelagert  werden. Futureskontrakte lösen das  Problem. Sie berechtigen, den Rohstoff zu einem heute festgelegten Preis in der Zukunft  zu kaufen. Um am Laufzeitende des  Futures den physischen Kauf zu vermeiden, müssen diese Kontrakte jeweils rechtzeitig, bevor also die Lieferung des Rohstoffs erfolgen würde, am Markt verkauft werden. Das aus dem Verkauf erlöste Kapital wird  dann in länger laufende Kontrakte auf den gleichen Rohstoff angelegt. Damit bleibt der  ETC immer voll investiert.

Das freie Spiel der Marktkräfte

 

Bei allen Respekt vor ETC-Kritikern wie  George Soros: Ohne Spekulanten würde  kein Terminmarkt funktionieren und damit  bestünde auch keine Möglichkeit für  Absicherungsgeschäfte. Ungeachtet dessen  sind die gestiegenen Rohstoffpreise vornehmlich  fundamental bedingt. Die steigende Nachfrage trifft auf ein zunehmend  knapper werdendes Angebot, was den Preis  treibt. Spekulanten können solche Trends  zwar verstärken, das Preisniveau aber nicht  dauerhaft von der Wirklichkeit abkoppeln. Gut möglich, dass es zu einer massiven Korrektur  kommt – es wäre eine ganz natürliche  Reaktion im freien Spiel der Marktkräfte.

 

Short ETCs im Kommen

Soros wirft ETC-Anlagen außerdem vor,  dass Investoren nur auf einer Seite des  Marktes einsteigen können, wobei sie genügend  Gewicht haben, um diesen aus dem  Gleichgewicht zu bringen. Das ist nicht richtig:  Es gibt mittlerweile auch Short-ETCs mit  denen Anleger zum Beispiel auf fallende Öl- Preise setzen können. So ist der ETFS Short  Oil von ETF Securities eine der erfolgreichsten  Markteinführungen der vergangenen 18 Monate. Das verwaltete Vermögen liegt bei rund 210 Millionen Dollar.

Die Zeit nicht zurückdrehen

 

Die Rohstoffmärkte waren bis vor wenigen  Jahren ausschließlich Profis vorbehalten. Mit  ETCs haben nun auch Privatanleger die  Chance, von den Vorteilen dieser  Anlageklasse zu profitieren, etwa um das Depot zu diversifizieren. Ob man nun auf  steigende oder fallende Kurse setzt, das  bleibt der Einschätzung eines jeden Anlegers selbst überlassen. Nur verbieten lassen, das kann und darf nicht sein.

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