Einfach, transparent und flexibel – Exchange Traded Funds
ETFs sind hochpräzise Anlageinstrumente. Sie spiegeln den jeweiligen Index am genauesten wider.

Exchange Traded Funds (ETFs) sind börsengehandelte Indexfonds. Mit einem ETF kauft man ein passiv gemanagtes Produkt,das einen Index präzise abbildet und dabei die Vorteile von Aktien (innerhalb des Tages handelbar,Setzen von Stopps und Limits möglich) und Investmentfonds (Risikostreuung auf mehrere Werte) verbindet. Durch eine einzige Transaktion können Anleger einen ganzen Korb von Wertpapieren erwerben und so ihr Risiko streuen. Gleichzeitig entfallen Nachteile, etwa hohe Kosten wie bei klassischen Investmentfonds. Denn da ETFs passive Produkte sind,fallen die Verwaltungsgebühren minimal aus. Außerdem entstehen beim Fonds keine Kosten für Analysten,Research und so weiter.

Großes Angebot ist verfügbar

ETFs gibt es inzwischen auf nahezu alle Bereiche wie einzelne Aktienmarktsektoren, nationale und internationale Aktienindizes sowie Rentenindizes. Entsprechend lassen sich markt- beziehungsweise branchenorientierte Anlagestrategien wesentlich einfacher umsetzen.Der erste ETF, wie wir ihn heute kennen,wurde 1993 in den USA aufgelegt: der SPDR (Standard & Poor’s Depository Receipts).

Die Erfolgsgeschichte der ETFs begann in Europa erst sieben Jahre später im Jahr 2000. Damals startete in Deutschland,Großbritannien, der Schweiz und Schweden der ETF-Handel. In Deutschland wurde mit dem XTF-Marktsegment der Deutschen Börse noch im selben Jahr ein eigenes Handelssegment für ETFs geschaffen. Damit war Deutschland das erste europäische Land, in dem Exchange Traded Funds gehandelt wurden, und konnte so eine Vormachtstellung erreichen.

Inzwischen existieren weltweit rund 6000 Exchange Traded Products (ETPs). Zusammen werden weltweit insgesamt mehr als drei Billionen US-Dollar unter diesem Oberbegriff verwaltet (Bild 1; Stand: August 2016).

Globaler ETF-Markt
Entwicklung des globaler ETF-Markts

 

Dazu gehören Exchange Traded Funds (ETFs; Fonds beziehungsweise Sondervermögen als Investment in Aktienindizes), Exchange Traded Commodities (ETCs; börsengehandelte Rohstoffanlagen in Form einer besicherten Inhaberschuldverschreibung), Exchange Traded Notes (ETNs; beziehen sich auf weitere Basiswerte wie zum Beispiel Volatilität,stellen aber in der Regel unbesicherte Inhaberschuldverschreibungen dar) und  Währungs-ETCs (bilden Währungsstrategien und-körbe ab).

Exchange Traded Funds: Zahlreiche Vorteile

ETFs haben eine sehr übersichtliche und einfache Preisstruktur und gehören zu den kostengünstigsten Anlageprodukten überhaupt. Beim Erwerb über die Börse entfallen Ausgabeaufschläge und Rücknahmegebühren. Darüber hinaus sind keine Sicherheitsleistungen zu hinterlegen. Lediglich eine geringe jährliche Verwaltungsgebühr und die Transaktionskosten, die der Broker oder die Bank  für die Ausführung von Kauf- und Verkaufsaufträgen erheben, fallen an. Die Gesamtkostenquote (TER = Total Expense Ratio) beträgt je nach ETF zwischen teils unter 0,1 Prozent bis zu einem Prozent und ist bei allen Anbietern zumindest für die Standardprodukte ähnlich.

Links zur weiteren ETF-Information:

Die Produkte ermöglichen den Zugang zu Regionen,Branchen und Themen, die früher institutionellen Anlegern vorbehalten waren. Exchange Traded Funds werden wie eine Aktie gehandelt. So können sie jederzeit ge-und verkauft werden und bieten dazu die Möglichkeit, Limit- und Stopp-Loss-Orders zu platzieren. Darüber hinaus ermöglichen sie für Trader interessante Möglichkeiten wie Long- und  Short-Positionen (Short ETFs) und den Handel  mit Hebeln (Hebel-ETFs). Sie können in beliebigen Positionsgrößen in Schritten von einem Stück gehandelt werden und bieten eine schnelle Ausführungsgeschwindigkeit. Da die Fonds einen Index im Verhältnis 1:1 abbilden und die Zusammensetzung zudem täglich veröffentlicht wird, ist  die Preisbildung für den Anleger leicht nachvollziehbar. So kann er schnell auf Marktbewegungen reagieren und ohne großen Aufwand die Kontrolle über seine Anlage behalten. Des Weiteren zeichnet sich der ETF-Handel in der Regel durch geringe Geld-/Brief-Spannen und hohe Liquidität aus. Dafür sorgen die fortlaufend gestellten An-und Verkaufskurse der Market Maker. Weiterhin profitieren Sie mit ETFs von den Dividenden und Zinsausschüttungen des jeweiligen Basiswertes. So werden bei ETFs die Dividenden entweder reinvestiert (thesauriert) oder an die Anteilsinhaber ausgezahlt.

Im Gegensatz zu Index-Zertifikaten, die Inhaberschuldverschreibungen des Emittenten sind, handelt es sich bei ETFs um ein Sondervermögen, das strikt getrennt vom Betriebsvermögen der  Fondsgesellschaft verwaltet wird. Aus diesem  Grund besteht beim ETF-Trading kein Emittentenrisiko; das Kapital des Anlegers ist genauso sicher wie beim Investment in einen herkömmlichen Investmentfonds. Lediglich bei Swap-basierten ETFs gibt es ein kleines Restrisiko, worauf wir  noch zu sprechen kommen.

Europas beliebteste ETFs
Europas beliebteste ETFs

 

Unterschiede in der Struktur

Eine wichtige Größe im ETF-Handel ist der sogenannte „Tracking Error“. Er beschreibt die Differenz der Wertentwicklung zwischen einem ETF und seiner Benchmark, also dem abgebildeten Index. Gründen dafür sind neben den geringen Gebühren, dass manche Aktien aufgrund unterschiedlicher Bestimmungen nicht gekauft werden können, Dividenden in der Realität anders ausgezahlt werden, als der Index sie berechnet, oder sie anders besteuert werden, als der Index annimmt. Es gibt außerdem die Möglichkeit auf Zusatzerträge, die  über Gebühren für den Verleih von Wertpapieren (Securities Lending) aus den ETFs erzielt werden.  Andere Anbieter führen sogenannte Swap-basierte ETFs, bei denen der Tracking Error äußerst gering  ist. Damit kommen wir zu den zwei grundlegenden ETF-Arten: 1) voll replizierend und 2) Swap-basiert (Bild 2). Ein voll replizierender ETF kauft in der Regel alle Wertpapiere des zugrunde liegenden Index und hält diese als Fondsvermögen. So findet  eine genaue Nachbildung des Index statt.

Ein Swap ist ein Tauschgeschäft zwischen zwei Parteien. Um die genaue Abbildung des Index zu  erreichen, geht der Fondsmanager eine Swap-Vereinbarung ein, durch die er die Performance der vom Fonds gehaltenen Wertpapiere gegen die Performance des Index tauscht. Ein Swap-basierter ETF investiert in eine Auswahl von Aktien und lässt sich die Index-Performance über einen Swap von einer Investmentbank garantieren. Hier verbleibt ein theoretisches Restrisiko für den unwahrscheinlichen Fall, dass die beteiligte Bank pleite geht. Um dem vorzubeugen, werden Swap-ETFs heutzutage üblicherweise besichert begeben.

Funktionsweise von ETFs
Die Funktionsweise von ETFs

Fazit

Exchange Traded Funds sind ideale Bausteine für unterschiedliche Anlagestrategien. So können sie allein oder in Verbindung mit anderen Produkten oder Einzeltiteln zur Diversifikation des Portfolios eingesetzt werden. Sie sind die einfachste und kostengünstigste Möglichkeit zur Geldanlage für Privatinvestoren und haben sich auf der ganzen Welt etabliert. Zudem kommen immer neue Produkte, Märkte und Themen hinzu.

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Maximilian Stratz studierte Betriebswirtschaftslehre an der Universität Bayreuth. Seit 2016 ist Maximilian Stratz im Redaktionsteam des EXtra-Magazins beschäftigt.