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Exorbitantes Wachstum der ETF-Produktezahl wird sich verlangsamen

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Die Schweizer Großbank UBS ist bereits seit einiger Zeit am deutschen ETF-Markt präsent, hat jedoch erst vor wenigen Monaten begonnen, ihr Angebot dort zu erweitern: Die Liste ist mit 17 Indexfonds aber bislang noch überschaubar. Bei der Nachbildung der Indizes verzichtet die UBS auf den Einsatz von Swaps. Dr. Christian Gast erklärt, warum gerade diese Strategie wichtig für die UBS ist und gibt Einschätzungen zum ETF-Markt 2010. Vor kurzem hat die UBS ihr Engagement am deutschen ETF-Markt verstärkt.

Welche Bedeutung hat der deutsche Markt für Sie?

Der deutsche ETF-Markt ist neben unserem Schweizer Heimmarkt für uns von zentraler Bedeutung. Die Deutsche Börse ist für uns eine äußerst wichtige Handelsplattform, an der wir in der Regel für sämtliche UBS ETFs eine Sekundärlisting im Anschluss an ein Listing an der SIX Swiss Exchange vornehmen. Am 24. November 2009 hat die Deutsche Börse den Handel mit weiteren sieben UBS ETFs aufgenommen. Erst am 8. Januar 2010 wurden darüber hinaus der UBS ETF MSCI EMU I und der UBS ETF MSCI Canada I an der Deutschen Börse kotiert. Diese beiden Produkte richten sich speziell an institutionelle Investoren und vermögende Privatkunden.

Einige Marktteilnehmer vermuten, dass bereits zu viele ETF-Anbieter am deutschen Markt aktiv sind und kleinere verschwinden werden. Wodurch versuchen Sie sich von der Konkurrenz abzugrenzen?

In einem Umfeld, in dem Transparenz und Gegenpartei sehr hoch auf der Agenda stehen, zeichnet sich UBS ETFs konservativer Ansatz aus, auf die volle, physische Abbildung des zugrunde liegenden Referenzindex zu setzen. UBS ETFs setzen keine Swaps zur Indexreplikation ein. Dieser Ansatz hat sich insbesondere 2009 ausgezeichnet und zu einem Neugeldzufluss von 800 Millionen Euro geführt.

Mit einem Kanada-ETF haben Sie eine Lücke geschlossen. Sehen Sie weitere weiße Flecken auf der ETFLandkarte?

Bei neuen Produkten dürfte im kommenden Jahr der Fokus eher auf den Bereichen Fixed Income und nichttraditionelle Asset-Klassen liegen. Wir erwarten 2010 einen signifikanten Anstieg des verwalteten Vermögens in der Größenordnung von rund 30 Prozent. Ausgehend von diesem Wachstum dürften die gehandelten Volumina 2010 um zirka 40 Prozent zunehmen. Außerdem rechnen wir damit, dass im kommenden Jahr Privatanleger verstärkt in ETFs investieren werden. Bislang haben institutionelle Investoren den europäischen ETF-Markt stark geprägt. Das exorbitante Wachstum der Produktzahl wird sich verlangsamen.

Ihre Produkte beziehen sich fast ausschließlich auf MSCI-Indizes. Was ist der Grund?

Neben Kosteneffizienz, physischer Replikation und hoher Liquidität fokussieren wir bei unseren ETFs Lancierungen Indizes, die sich in der privaten und institutionellen Vermögensverwaltung fest etabliert haben. Neben den bekannten Börsenindizes wie FTSE 100 oder SMI ist dies insbesondere für die MSCI Standard Indexfamilie der Fall. Sie spielen in der Asset Allocation, als Benchmarkindex oder für Research Zwecke eine zentrale Rolle.

Sind in Ihrem Haus neben den ETFs, die sich auf Länder beziehen, auch andere Produkte – beispielsweise auf Strategie-Indizes – geplant?

UBS überprüft laufend ihr Produkt- Angebot im Hinblick auf die aktuelle Markt- und Konkurrenzsituation. Momentan kann über Neulancierungen aber keine Aussage getroffen werden.

Welches ist derzeit Ihr Produkt mit der größten Nachfrage und worin ist das Ihrer Meinung nach begründet?

Die größte Nachfrage verzeichnet einmal mehr der UBS-ETF DJ EURO STOXX 50 I (ISIN: LU0155367302). Mit einer Management Fee von lediglich 0,10 Proeznt handelt es sich um den kosteneffizientesten EURO STOXX 50 ETF in Europa.

Dieser Artikel wurde dem Newsletter Analysis Kompakt Nr. 01 von Scope entnommen.

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