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Frischer Wind mit neuen ETF-Sparplan-Angeboten

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Der ETF-Sparplanmarkt kommt in Bewegung. Mit Preisoffensiven sowie frisch überarbeiteten Angebotsmodellen zu verbesserten Konditionen wollen die Direktbanken neue Zielgruppen erreichen.

Es war nur eine Frage der Zeit. Gerade mal eineinhalb Monate, nachdem die ING-DiBa Mitte Juni verkündet hatte, mit einer Orderprovision von nur noch 1,75 Prozent des Anlagebetrags eines Fonds zum günstigsten Anbieter in den gängigen monatlichen ETF-Sparplanraten zwischen 50 und 150 Euro zu avancieren, kam die Antwort aus Quickborn: Die comdirect berechnet ab 1. August lediglich 1,5 Prozent Kaufprovision und deckelt obendrein die Kosten bei 4,90 Euro. Mehr muss der Kunde für Sparplanausführungen nicht zahlen. Damit ist der Online-Broker neuer günstigster Anbieter bei Sparraten bis 200 Euro.

Einfacher, billiger, berechenbarer

Mit dem neuen Preismodell bricht die comdirect alte Strukturen auf: Kaufprovision mit eingebautem Höchstbetrag statt Mindestbetrag plus Ordergebühr. Die gängige Zweiteilung in Anbieter mit letztgenannter Kombination, wie beispielsweise die DAB bank, und denen, die einen geringen prozentualen Ausgabeaufschlag verlangen (Cortal Consors oder S-Broker), wird durch eine neue Variante bereichert. Die comdirect hat dabei gezielt die vielen potenziellen „Kleinanleger“ im Visier, die mit der bisherigen Preiskombination aus Mindestbetrag plus Ausgabeaufschlag benachteiligt waren. So zahlen ETFSparer, die monatlich 25 Euro investieren, jetzt statt 2,60 Euro nur noch 38 Cent. Bei 100 Euro sind es noch 1,50 Euro – vorher 2,90 Euro. Damit wird die in diesem Sparraten-Bereich bislang billigere Ausgabeaufschlag-Variante klar unterboten. Bei hohen Sparraten wiederum macht sich die Deckelung mit dem Höchstbetrag von 4,90 Euro wohltuend bemerkbar. Die Sparbeträge selbst können jederzeit geändert werden.

Muster als Leitfaden

Mit der jüngsten Preisoffensive werden im Kampf um Marktanteile mit den attraktivsten Angeboten die Karten neu gemischt. Auch wenn die ING-DiBa mit einem Lockvogel-Angebot winkt, mit dem sie bei allen ETF-Sparplänen bis 1.000 Euro Sparrate bis Ende des Jahres sogar komplett auf die Kaufprovision verzichtet – die comdirect besticht nicht nur mit niedrigen Preisen. Ihre neue Angebots-Architektur ist ein Rundumschlag mit Servicecharakter. Ab einer Sparrate von 100 Euro erhalten die Kunden Anlagevorschläge, mit denen sie ohne Zusatzkosten ihr Sparplan-Investment diversifizieren und somit die Renditechancen erhöhen können. Ertrag, Balance, Wachstum – für diese drei Anlegertypen werden bis zu vier ETFs kombiniert. Diese neuen Mustersparpläne, die – Direktbanktypisch – natürlich keine persönliche Beratung beinhalten, sind ein Leitfaden und Hilfestellung für Anleger, die sich nicht sicher sind, welche Fonds denn nun für den eigenen Sparplan am besten infrage kommen. Immerhin stehen sie vor dem mittlerweile umfangreichsten Angebot an sparplanfähigen ETFs.

Größtes Fondsangebot

Die comdirect hat ihre Liste von 87 auf nun 105 ETFs erweitert und löst damit die DAB bank als bislang größten Anbieter mit 101 Indexfonds ab. Die comdirect sieht darin kein „Wettrüsten nach Zahlen“. „Dies ist lediglich das Ergebnis unserer regelmäßigen Überprüfung der sparplanfähigen Produkte“, sagt Fondsexperte Henning Seeler von der comdirect. Mit dem breiten Angebot jedenfalls lassen sich die verschiedensten Investmentstrategien abbilden. Das neue Preismodell der comdirect gilt übrigens für alle Kunden. Also auch für diejenigen, die bereits einen ETFSparplan eingerichtet haben. Sparpläne auf Zertifikate und Exchange Traded Commodities sind in das Angebot eingeschlossen. Auf eines sollten Sparplan-Anleger jedoch achten: Sie können zwar jederzeit ihre Sparraten aussetzen, wenn aber in einem Quartal keine Bewegung stattfindet, fallen Depotgebühren an – es sei denn, der Kunde hat bereits ein Girokonto eingerichtet. Und das gibt es kostenlos.

Comdirect – die heimliche Nummer eins

Mit dem runderneuerten Komplettangebot, den niedrigen und gedeckelten Kosten sowie den Anlagevorschlägen und einer erweiterten ETF-Angebotspalette wird die comdirect zum derzeit interessantesten ETF-Sparplan-Anbieter. Das Preismodell ist nun für kleine und große Sparbeträge gleichermaßen attraktiv. Landete die comdirect noch im vergangenen EXtra-Sparplantest auf Platz drei, so würde sie aktuell den Spitzenplatz als bester Anbieter belegen. Bis zum nächsten Test im kommenden April jedoch ist noch viel Zeit. Bleibt abzuwarten, ob und in welcher Form die Mitbewerber nachziehen. Fazit: Waren ETF-Sparpläne bisher schon eine hervorragende Alternative zum Vermögensaufbau mit aktiv gemanagten Fonds, so werden sie mit den neuen Angeboten noch interessanter. Gerade bei kleineren Sparraten sind die bislang zum Teil hohen Gebühren beim Ansparen Schnee von gestern. Von Preisdiskriminierung kann keine Rede mehr sein.

Wir gehen auf die Bedürfnisse unserer Kunden ein

Interview mit Hennig Seeler, Produktmanager der Comdirect Bank.

Was ist der Beweggrund für das neue Preismodell?

Aufgrund der fixen Grundgebühr waren im bisherigen Preismodell kleinere Sparraten preislich benachteiligt. Wir haben das Preismodell jetzt so verändert, dass auch der „kleine Sparer“ zu sehr günstigen Konditionen in einen ETF-Sparplan investieren kann. Denn es gibt viele Kunden, die vergleichsweise geringe Sparraten anlegen. Die Herausforderung bestand darin, das Preismodell möglichst einfach zu gestalten. Wir sind sicher, dass wir damit viele neue Kunden ansprechen werden.

Wozu dienen die Anlagevorschläge?

Wir sind die einzige Bank, bei der man in einem Sparplan mehrere Wertpapiere kombinieren kann. Anleger können so ihr Sparplan-Investment ohne zusätzliche Kosten diversifizieren und das Risiko reduzieren. Bisher haben wir unseren Kunden dabei jedoch keine konkrete Unterstützung geboten. Das ändert sich nun. Wir stellen für drei verschiedene Anlegertypen klar strukturierte ETF-Beispielportfolios vor, die sich bereits ab einer Sparrate von 100 Euro umsetzen lassen. Woanders benötigt man dafür mehrere Sparpläne.

Was verspricht sich die comdirect vom neuen Angebot?

ETFs und ETF-Sparpläne liegen im Trend. Als Direktbank haben wir diese Entwicklung von Anfang an aktiv unterstützt. Die Anteile an ETF-Sparplänen in den Depots unserer Kunden wachsen seit einigen Jahren auch kontinuierlich an. Mit unserem neuen Angebot gehen wir auf die Bedürfnisse unserer Kunden ein. Das gilt für die Auswahl der Fonds, das Preismodell und die konkreten Anlagevorschläge.

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