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Gewinnen, wenn es am Rentenmarkt kracht

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Short-ETFs auf Rentenindizes

Steigende Zinsen führen zu fallenden Anleihekursen. Mit Short-ETFs auf Rentenindizes können Anleger ihr Rentenportfolio davor absichern – zuvor aber bitte mit dem Indexkonzept beschäftigen.

Noch kann von einer Zinswende am Rentenmarkt keine Rede sein. Im Gegenteil: In den vergangenen Monaten sackte die Umlaufrendite für Bundesanleihen zwischenzeitlich auf den niedrigsten Stand seit dem Frühjahr 2009 ab. Magere Zeiten also für Rentenanleger. Die Gefahr: Sollten die Zinsen tatsächlich wieder steigen, drohen ihnen auch noch Verluste aus fallenden Anleihekursen. Spätestens im zweiten Halbjahr 2010 könnte dies der Fall sein. Zumindest geht die große Mehrheit der von Reuters befragten Analysten davon aus, dass die Europäische Zentralbank dann die geldpolitischen Zügel wieder anziehen wird. Einen Sonderfaktor stellen Griechenland & Co. dar. Sollten die Euro-Länder das Ausfallrisiko bei einzelnen Mitgliedsstaaten durch Finanzhilfen quasi gesamtschuldnerisch übernehmen, könnte dies auch die Risikoprämie für deutsche Bundesanleihen erhöhen.

Verkaufen oder halten?

Vermieden werden können Kursverluste aus steigenden Zinsen, indem die Anleihen zuvor verkauft oder bis zum Laufzeitende im Bestand gehalten werden. Im ersten Fall liegt das Problem jedoch im Timing. Und was die Buy-and-hold-Strategie betrifft, führt ein solches „Aussitzen“ dazu, dass man womöglich Papiere im Depot hält, deren Renditen sich unter dem am Markt möglichen Niveau bewegen.

Absicherung per Short-ETF

Eine interessante Alternative, das Depot gegen fallende Anleihekurse (beziehungsweise steigende Zinsen) abzusichern, bietet der Short iBoxx € Sovereigns Eurozone TR Index ETF von db x-trackers (ISIN LU0321463258). Die Wertentwicklung des zugrunde liegenden Short-Index entspricht der umgekehrten (negativen) Wertentwicklung des klassischen iBoxx € Sovereigns Eurozone TR Index. Dieses Rentenbarometer deckt alle Laufzeitkategorien der in der Eurozone begebenen Staatsanleihen ab. Fällt der iBoxx € Sovereigns Eurozone TR Index beispielsweise im Tagesverlauf um 0,5 Prozent, steigt der Short- Index entsprechend, also um plus 0,5 Prozent, an – woran wiederum der ETF partizipiert. Zu diesem Zweck ist der Short-Index mit einem Hebel von „minus 1″ ausgestattet, der täglich wieder auf diesen Wert zurückgesetzt wird. Steigende Zinsen mit den obligatorisch fallenden Anleihekursen führen also zu einem steigenden Kurs des Short-ETFs.

Zusatzeinnahmen inklusive

Damit ist aber noch nicht genug. Da es sich um einen Total-Return-Index handelt (TR), werden die Zinseinnahmen, die sich bei Short-Investments ergeben (Zinsen auf die investierten Mittel + Einnahmen aus der Wertpapierleihe), an den ETF-Inhaber in Form des doppelten Geldmarktsatzes (EONIA) abzüglich einer Leihgebühr von 0,15 Prozent pro Jahr weitergegeben. Aktuell liegt der EONIA-Satz bei 0,32 Prozent. Damit wären auch bei einer Seitwärtsbewegung des Short-Index Erträge möglich.

Fazit: gut abgesichert

Der Short iBoxx € Sovereigns Eurozone TR Index ETF (ISIN LU0321463258) eignet sich für Anleger, die zum einen Anleihebestände im Depot halten und die zum anderen von steigenden Zinsen ausgehen. Durch Beimischung des Short-ETFs können Kursverluste im Rentenportfolio bis zu einem bestimmten Niveau durch die Gewinne aus dem Short-ETF ausgeglichen werden. Hat das Zinsniveau die erwartete Höhe erreicht, kann die Short-ETF-Position aufgelöst werden. Mit dem ETF lässt sich also ein Rentendepot bequem und flexibel absichern, ohne gleich den ganzen Bestand verkaufen zu müssen.

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