Ginmon geht neue Wege und bietet nun auch Anlagen im Immobiliensektor an.
Ginmon geht neue Wege und bietet nun auch Anlagen im Immobiliensektor an.

Der Robo-Advisor Ginmon ( Zum Testbericht) nimmt künftig sowohl die Anlageklasse Rohstoffe sowie Immobilien auf. Die bisherige Gewichtung nach Marktkapitalisierung wird zugunsten der Bemessung nach Bruttoinlandsprodukt (BIP) eingestampft. Vielen Anlegern ist die durchaus gängige Gewichtung nach der Marktkapitalisierung ein Dorn im Auge. Grund: Es kommt zwangsläufig zu einem enormen Übergewicht von US-Aktien. So nehmen nach dieser Vorgehensweise die USA im MSCI All Country World Index einen Anteil von 52,6 Prozent ein. Findet die Gewichtung nach BIP statt, sinkt der Anteil auf 24,4 Prozent. Das erscheint vielen Anlegern im Rahmen einer weltweiten Anlage maßvoller. Der deutsche Aktienmarkt erfährt durch diese Änderungen dagegen ein höheres Gewicht. Es steigt von 3,1 auf 4,6 Prozent.

Ginmon ermöglicht Anlagen in Rohstoffe und Immobilien

Das war es allerdings noch nicht in Sachen Neuerungen. „Eine breite Diversifikation ist der Schlüssel zum erfolgreichen Vermögensaufbau“, wie Ginmon ( Zum Testbericht) im Blog schreibt. Um diesen Leitsatz besser mit Leben zu füllen, hat der Anbieter auch hier Änderungen vorgenommen. Bisher konnten Ginmon-Kunden lediglich in Aktien und Anleihen investieren. Fortan sind auch die Anlageklassen Immobilien und Rohstoffe investierbar. Immobilien werden allerdings immer wieder kritisch gesehen, da viele Anleger hier durch die eigene Immobilie oder vermietete Objekte oft schon überproportional vertreten sind. Ginmon gibt als Grund für die Erweiterung an, dass mittlerweile kostengünstigere und transparenter Immobilienfonds am deutschen Markt erhältlich seien. Rohstoffe stellen dagegen unter Diversifikationsaspekten eine komplett abweichende Anlageklasse dar. Rohstoffe schaffen für sich genommen keinen wirtschaftlichen Mehrwert. Die erhoffte Preissteigerung entsteht ausschließlich durch eine Verschiebung von Angebot und Nachfrage. Daneben bieten Rohstoffe in aller Regel eine geringe Korrelation zu Aktien und Anleihen.

Positiv auch: Durch die nun niedrigere Kostenstruktur aufgrund der neuen Bestandteile sinken die internen Fondskosten von 0,30 bis 0,39 Prozent auf 0,19 bis 0,25 Prozent.

Thesaurierende ETFs möglich

Durch die Änderung des Steuergesetzes sind laut Ginmon thesaurierende ETFs nicht mehr benachteiligt. Dadurch lässt der Robo-Advisor nun auch thesaurierende ETFs zu. Damit sind künftig beide Ausschüttungsarten in Ginmon-Portfolios vertreten.

Ginmon Testbericht

Ginmon überzeugt vor allem durch den guten Service mit einer Vielzahl an Kommunikationskanälen. In den restlichen Kategorien erzielt der Robo-Advisor ein solides Ergebnis. Negative Punkte sind beim Angebot die Anzahl der Assetklassen und die Kosten der erfolgsabhängigen Performancegebühr.

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Thomas Brummer war nach dem Betriebswirtschaftsstudium für das Anlegermagazin „Der Aktionär“ tätig. Im Anschluss schrieb er mehr als vier Jahre für das Verbraucherportal biallo.de und einige Tageszeitungen, wie Münchner Merkur, Rhein Main Presse, Frankfurter Neue Presse oder Donaukurier. Währenddessen hospitierte er in der Wirtschaftsredaktion der Rheinischen Post in Düsseldorf. Seit 2018 schreibt er für extra-funds.de und das EXtra Magazin.