Mit S&L-Produkten egegen Einbrüche absichern.
"Eine höhere Volatilität führte zu einer Steigerung des in S&L-Produkten verwalteten Anlagevolumens auf 71 Mrd USD"

BOOST veröffentlicht den Global Flows Report für Boost Short & Leverage ETFs/ETPs und gibt Anlegern damit einen Einblick in die Geldflüsse bei ETPs. Laut dem Bericht stieg das in S&L-ETPs verwaltete Gesamtvermögen per Ende März auf ein neues Rekordhoch von 71,2 Mrd. USD. Im bisherigen Jahresverlauf entspricht das einem Zuwachs von 4,9 Prozent.

Anleger in S&L-ETPs können durch Investments in gehebelte oder Short-ETPs sowohl optimistischen als auch pessimistischen Szenarien folgen. Daher spiegelt das in S&L-ETPs verwaltete Gesamtanlagevolumen eine größere Bandbreite an Investoreneinschätzungen wider als das etwa bei Investmentfonds der Fall ist. Da Anlagen in S&L-ETPs eher kurzfristig gehalten werden und vor allem dem Eingehen taktischer Positionen dienen, liefern die für S&P-ETPs erhobene Daten zum verwalteten Gesamtvermögen und zu Zu- oder Abflüssen wertvolle Informationen zur Markteinschätzung innerhalb dieses relativ erfahrenen Investorenkreises. Der Global Flows Report für BOOST Short & Leverage ETFs/ETPs stellt die für S&L-ETPs in unterschiedlichsten Anlageklassen und Regionen beobachteten wichtigsten Veränderungen und Trends dar.

Graph zur Short und Leverage Stimmung
Quellen: WisdomTree Europe, Bloomberg

„Befürchtungen hinsichtlich eines globalen Konjunktureinbruchs haben S&L-Anleger zu einer deutlich konservativen Neupositionierung veranlasst. Dabei führte eine höhere Volatilität zu einer Steigerung des in S&L-Produkten verwalteten Anlagevolumens auf ein neues Rekordhoch von 71 Mrd USD“, so Nick Leung, Research-Analyst bei WisdomTree Europe.

Global Flows Report: S&L-Investoren reagierten auf Eintrübung am Aktienmarkt mit weitreichenden Umschichtungen

„Die Stimmung an den globalen Aktienmärkten hat sich wegen der zunehmend pessimistischen Wachstumsaussichten deutlich eingetrübt. S&L-Anleger zogen ein Volumen von USD 4,3 Mrd. aus Long-ETPs ab und investierten USD 3,1 Mrd. in Short-ETPs, die wichtige Aktien-Benchmarks nachbilden. Von dieser Entwicklung am stärksten betroffen waren US-amerikanische und südkoreanische Aktien. Dabei reagierten S&L-Investoren mit weitreichenden Umschichtungen. Ausgelöst wurden diese durch wachsende Befürchtungen, wonach China eine „harte Landung“ bevorstehe und wiederaufkeimende Sorgen, dass es in Europa zu einem Bankenkollaps kommen könnte. Gleichzeitig trug auch das Null- und Negativzinsumfeld zu den gedämpften globalen Wachstumsaussichten bei. Infolge der Einführung eines negativen Einlagenzinses durch die japanische Zentralbank kam es zu einer Beschleunigung der risikoaversen Positionierung in japanischen S&L-Aktien-ETPs – mit Abflüssen von USD 720 Mio. aus Long-ETPs und Zuflüssen von USD 590 Mio. in Short-ETPs. Andererseits führte die Erweiterung des EZB-Konjunkturpakets im März unter Anlegern in S&L-Produkten im Fixed-Income-Bereich zu einem Aufwärtstrend, wobei auch die fallenden Renditen von Bundesanleihen S&L-Investoren zu einer Ausweitung ihrer Short-Engagements in deutschen Titeln bewogen. Im Rohstoffbereich förderte die nach dem Tiefpunkt im Januar einsetzende Erholung des Ölpreises eine opportunistische Neupositionierung von S&L-Investoren. Infolgedessen kam es zu Abflüssen von USD 400 Mio. aus Long-ETPs und zu Neuanlagen von USD 155 Mio. in Short-ETPs, die sich am Ölpreis orientieren“, so Leung weiter.

Aktien-ETPs am populärsten

S&L-ETPs würden aktuell alle wichtigen Anlageklassen und Länder bzw. Regionen abdecken. Per Ende März habe sich das Volumen der Anlagen in diese Produkte wie folgt gegliedert: Am populärsten seien dabei Aktien-ETPs mit 72 Prozent des verwalteten Gesamtvermögens (52,6 Mrd. USD), gefolgt von Anleihen (12 Prozent, 7,0 Mrd. USD) und Rohstoffen (9 Prozent, 6,8 Mrd. USD). Im Aktienbereich konzentrierten sich die Anlagen vor allem auf Large-Cap- und Small-Cap-Werte in den USA (19,0 Mrd. USD), auf Aktien in der Region Asien-Pazifik (15,9 Mrd. USD) und auf europäische Aktien (5,7 Mrd. USD). „In Europa dominierten marktbreite europäische Indizes (2,5 Mrd. USD des Gesamtvolumens), gefolgt von Deutschland (1,4 Mrd. USD), Italien (552 Mio. USD) und Frankreich (566 Mio. USD). Bei Anleihen floss der Großteil der Anlagen in US-Staatspapiere (3,6 Mrd. USD), deutsche Bundesanleihen (1,5 Mrd. USD) sowie italienische (254 Mio. USD) und auf bestimmte europäische Regionen fokussierte Staatsanleihen (216 Mio USD.). Im Rohstoffbereich war Öl am beliebtesten (mit einem Anteil von 4,4 Mrd. USD am verwalteten Gesamtvolumen). Danach folgten Gold (705 Mio. USD), Erdgas (637 Mio. USD) und Silber (623 Mio. USD)“, berichtet Leung.

Anleger hätten aus verschiedenen Gründen vermehrt auf S&L-ETPs gesetzt. Diese böten eine breitere Palette an verfügbaren Produkten und umfassendere Produktinformationen aus qualitativ hochwertigen Quellen. Auch herrsche eine größere Nachfrage nach verfügbaren Absicherungs- und Hebelinstrumenten. Zudem komme es derzeit zu einer Verlagerung in Richtung unabhängiger, transparenter und börsengehandelter Produkte wie ETFs und ETPs.

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Uwe Görler ist seit dem Jahr 2011 Finanzredakteur für das „EXtra-Magazin“, die Online-Plattform extra-funds.de und diverse Medienprojekte der Isarvest GmbH rund um das Thema ETFs und Robo-Advisors. Davor schrieb der gebürtige Dresdner in verantwortlicher Position für die „Zertifikatewoche“ und verfasste Beiträge zu den Themenbereichen Wirtschaft & Finanzen sowie Gesundheit für Hörfunk- und Fernsehsender, darunter Antenne Bayern und N24.