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Gold-ETFs gaben dem Rohstoff-Segment 2011 Aufwind

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Das weltweit in ETPs auf Rohstoffe verwaltete Vermögen legte 2011 um 8 Milliarden US-Dollar zu und beträgt nun insgesamt 171 Mrd. USD. Das geht aus dem Global Commodity ETP Quarterly von ETF Securities für 2011 hervor. Allein Gold hat sich jedoch infolge der sich verschlechternden Konjunktur dem Trend fallender Rohstoffpreise widersetzt. Ein hoher Goldpreis und die starke Nachfrage nach Gold-ETPs haben danach das verwaltete Vermögen in diesen Produkten auf Rekordstände getrieben. Dies habe die sinkenden Kurse und Mittelabflüsse in den meisten anderen Rohstoff-ETPs in 2011 mehr als ausgeglichen.

Zahlreiche Faktoren hätten zur starken Entwicklung des in Gold-ETPs verwalteten Vermögens im vergangenen Jahr beigetragen. Beispielsweise habe sich ein allgemeiner Trend unter Investoren abgezeichnet, Anlagen mit defensiven Eigenschaften angesichts der unverändert unsicheren Lage an den Finanzmärkten und der weiterhin unsicheren weltwirtschaftlichen Entwicklung zu bevorzugen. Die Sorgen vor einer Währungsabwertung und steigenden Risiken der Staatsverschuldung hätten die Märkte beeinflusst. Hinzu gekommen sei die Diversifikation der Währungsreserven der Emerging Markets weg von Euro und US-Dollar sowie niedrige Realzinsen. So habe Gold auch 2011 die Entwicklung der Mittelflüsse  und das verwaltete Vermögen bei Rohstoff-ETPs bestimmt. Zum Jahresende sei mit insgesamt 123 Milliarden US-Dollar ein so hohes Vermögen wie nie zuvor in weltweiten ETPs auf Gold verwaltet worden. Im Vergleich zum Jahresende 2010 sei das verwaltete Vermögen um 19 Prozent gestiegen und mache 72 Prozent der 171 Milliarden US-Dollar aus, die 2011 weltweit in ETPs auf Rohstoffe verwaltet worden seien. Das Anlagevermögen in den weltweiten Gold-ETPs sei um 20 Milliarden US-Dollar gestiegen, wozu Nettomittelzuflüsse von 9,6 Milliarden US-Dollar beigetragen habe, der Rest sei auf den mehr als zehnprozentigen Anstieg des Goldpreises entfallen.

Andererseits ist laut ETF Securities das Anlagevermögen in Rohstoff-ETPs, die keine Edelmetalle abbilden, parallel zum weltweiten Wirtschaftswachstum gesunken Die Mittelflüsse bei Rohstoff-ETPs seien – mit Ausnahme von Edelmetallen – dem fallenden weltweiten Wachstumstrend eng gefolgt. Zum Jahresende 2011 hätten sich die Mittelabflüsse daher insgesamt auf 8,3 Milliarden US-Dollar belaufen. Die Produkte auf Energieträger hätten dabei die größten Verkäufe erlebt.

„Insgesamt zogen Investoren 2011 rund acht Milliarden US-Dollar aus ihnen ab. Insbesondere Erdgas und Öl haben die Bewegungen in diesem Segment bestimmt. Ihre Mittelabflüsse lagen zum Jahresende bei 4,7 beziehungsweise 3,3 Milliarden US-Dollar. Die Mittelabflüsse bei ETPs auf Erdgas erfolgten insbesondere im ersten Halbjahr, als die Benchmark für den amerikanischen Markt, der Spotpreis für Henry Hub Natural Gas, auf ein Preisniveau zwischen 4,0 und 4,5 US-Dollar je MMBtu (Million British Thermal Unit) stieg. Allerdings haben Investoren im letzten Quartal 2011, als der Preis stark gefallen ist, wieder angefangen ihre Positionen auszubauen“, berichtet ETF Securities. Die ETPs hätten in den vergangenen Monaten daher Mittelzuflüsse von 400 Millionen US-Dollar verbucht. Bei den Produkten auf Agrarrohstoffe hätte Weizen mit Zuflüssen von 178 Millionen US-Dollar die höchsten Investments verzeichnet. Getreide und Baumwolle seien dahinter mit Zuflüssen von 46 beziehungsweise 29 Millionen US-Dollar gefolgt. Die meisten anderen ETPs auf Agrarrohstoffe hätten keine deutlichen Bewegungen oder moderate Abflüsse verzeichnet.

Nicholas Brooks, Head of Research and Investment Strategy bei ETF Securities, sagt hierzu: „2011 war ein schwieriges Jahr für ETPs auf Rohstoffe, denn das sich verlangsamende weltwirtschaftliche Wachstum und die zunehmend geringere Risikobereitschaft haben Investoren veranlasst, ihre Positionen bei zyklischen Anlageklassen zu reduzieren und insbesondere Kassenbeständen auszubauen sowie in Anleihen der G3-Staaten zu investieren. Die starke Wertentwicklung von Gold reflektierte den wirtschaftlichen Abwärtstrend. Das Edelmetall hat von der hohen allgemeinen Risikoaversion profitiert. Zum Jahresanfang 2012 besteht eine Vielzahl der Risiken weiter. Allerdings haben zuletzt Signale, die auf eine sich verbessernde wirtschaftliche Lage in den USA hindeuten, und ein Aufwärtsknick im weltweiten Industriezyklus für einen positiven Jahresauftakt gesorgt. Dies hat zu breiten Mittelzuflüssen in ETPs auf alle Anlageklassen und anziehenden Kursen bei fast allen Rohstoffen gesorgt. Europas Fähigkeit, die Staatsschuldenkrise zu lösen, die Nachhaltigkeit der aktuellen Erholung der US-Wirtschaft und die Frage, ob China eine ‚sanfte‘ konjunkturelle Landung hinkriegt, werden voraussichtlich die wichtigsten Treiber für die Wertentwicklung der Rohstoff-ETPs in diesem Jahr bleiben.“

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Uwe Görler ist seit fünf Jahren Finanzredakteur für das „EXtra-Magazin“ und das „Portfoliojournal“. Davor schrieb er in verantwortlicher Position für die „Zertifikatewoche“ und schrieb Beiträge für Hörfunk- und Fernsehsender, darunter Antenne Bayern und N24.