Mit einer neuen grünen Anleihe von Unicredit unterstützen Anleger grüne Industrieprojekte.
Mit einer neuen grünen Anleihe von Unicredit unterstützen Anleger grüne Industrieprojekte.

Nachhaltige Geldanlage ist im ETF-Segment immer noch eher aktienlastig. Mit einem neuen grünen Anleihen-ETF von UniCredit kommen nun auch konservative, grüne Investoren zum Zug.

Der Markt für grüne Anleihen geht zurück auf das Jahr 2007. Alles begann mit einer 600-Millionen-Euro-Anleihe. UniCredit war als Konsortialführer dabei federführend beteiligt. Dass das keine Eintagsfliege ist, belegen die Zahlen. Nach einer schleppenden Anlaufphase sprang der Markt von einer Milliarde US-Dollar im Jahr 2007 auf 163 Milliarden zehn Jahre später. 2018 soll der Markt nach Expertenschätzungen die Schallmauer von 165 Milliarden Dollar durchbrechen. Es lässt sich also mit Fug und Recht sagen: Unter den Investoren hat ein Sinneswandel eingesetzt. Hierbei hat in großem Maße die Politik ihren Einfluss. Denn die Europäische Union hat sich bis 2030 zu drei ehrgeizigen Klima- und Energiezielen verpflichtet. Erster Punkt: Minderung der Treibhausgasemissionen um mindestens 40 Prozent gegenüber dem Stand von 1990. Außerdem soll der Anteil erneuerbarer Energien gemessen an der gesamten Stromerzeugung auf zumindest 27 Prozent ansteigen. Und schließlich soll die Gesamtenergieeinsparung im Vergleich zum üblichen Szenario bei 30 Prozent oder mehr liegen. Die Experten von UniCredit schlussfolgern daraus, dass zusätzliche Mittel von jährlich 180 Milliarden Euro im Jahr nötig sein werden, um diesen Zielen gerecht zu werden.

Doch was genau sind grüne Anleihen?

Der Erlös der entsprechenden Anleihe-Emissionen wird ausschließlich zur Finanzierung oder (teilweisen oder vollständigen) Refinanzierung neuer und bzw. oder bestehender förderfähiger grüner Projekte verwendet. Anleger werden nun einwenden, etliche Unternehmen haben sowohl grüne Einschläge, aber durchaus auch Geschäftszweige und Praktiken, die ganz und gar nicht grün sind. Bei den Green Bonds geht es um projektorientierte Finanzierung. Das heißt Anleger ermöglichen mit ihrer Einlage konkrete grüne Industrieprojekte. Investoren laufen also nicht Gefahr, am Ende doch noch umweltschädliche Projekte zu unterstützen.

Daneben sind vier Grundsätze für sogenannte Green-Bonds, also grüne Anleihen, bestimmt. Dabei handelt es sich um freiwillige Richtlinien, die Transparenz und Offenlegung nahelegen. Grüne Anleihen sind demnach für den breiten Markt bestimmt. Emittenten sollten die wichtigsten Bestandteile der Anleihe in Bezug auf Nachhaltigkeit offenlegen. Zudem gilt es, durch Informationen, Anleger in die Lage zu versetzen, die Umweltauswirkungen ihrer Investition abschätzen zu können. Außerdem geht es darum, Transparenz zu schaffen.

Ein Ausblick

Es lässt sich also festhalten, dass professionelle Anleger Umweltschutz und Nachhaltigkeit zunehmend als unerlässlichen Faktor für eine Investitionsentscheidung beachten. Prinzipiell stellt sich hierbei immer die Frage, ob ein sinnvolles Zusammenspiel von langfristig guter Anlage, mit attraktiver Rendite und gleichzeitigem Schutz vor potenziellen Reputationsschäden vorliegt. Schließlich steht bei großen institutionellen Investoren der gute Ruf auf dem Spiel. Nicht zuletzt durch die Vorgaben der europäischen Politik ist grünes Anlegen gerade auf dem alten Kontinent ein Thema. So stammen 41 Prozent aller weltweiter Neuemissionen im Segment Green-Bonds aus Europa – so viele wie auf keinem anderen Kontinent. Und selbst die sonst so investitionsfreudigen Nord-Amerikaner hinken mit 26 Prozent deutlich hinterher. Die europäische Zukunft scheint grün zu sein.

Neuer grüner Anleihe-ETF von UniCredit

Um diesen Markt für alle Anlegergruppen transparent und investierbar zu machen, bedarf es zum einen eines verlässlichen und erfahrenen Partners, der die Einzelemissionen auf ihre Green-Bond-Eignung regelmäßig überprüft und zum anderen einen Partner, der tief im Green-Bond-Markt verwurzelt ist und auch die Anforderungen der Investoren an die Emittenten kennt. Da UniCredit zu den Vorreitern in diesem Segment zählt, sieht sich das Haus gewappnet, diesem Anspruch gerecht zu werden.

Der neuaufgelegte ETF hört auf den Namen UC MSCI European Green Bond EUR UCITS ETF (WKN: A2N8AW). Es ist nach eigenen Angaben das einzige Produkt, welches ein Investment in europäische Green Bonds im kosteneffizienten ETF-Format bietet. Dabei überwacht ein hochspezialisierter Indexpartner laufend die Green-Bond-Eignung der Anleihen. Immerhin 24 Prozent des Portfolios weisen die Best-Note AAA aus. Die Durchschnittsbewertung liegt bei A+. 78 Prozent der Anleihen werden mit einer Note im A-Bereich bewertet. Auf Länderebene sind die Schwergewichte schnell ausgemacht: 32 Prozent entfallen auf Frankreich, 18 Prozent auf Deutschland.

Der ETF liefert eine hohe Diversifikation bei gleichzeitigem Verzicht auf Währungsrisiken, da es sich ausschließlich um Euro-Anleihen handelt. Anleger profitieren also von einer guten Geld-Brief-Spanne. Vor Kosten beträgt die erwartete Rendite per Ende Oktober 0,89 Prozent. Der physisch replizierende ETF, stellt durch Portfoliooptimierung, also durch die Sampling-Methode, eine effiziente Anlage der Kundengelder sicher. Die laufenden Kosten werden laut Anbieter maximal 0,35 Prozent betragen, wodurch die hohen Qualitätsanforderungen an den Investment Manager und der Indexverwaltung durch MSCI ESG sichergestellt werden.

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