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Große Krise, kleine Kosten

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Werden die Zeiten an den Börsen unsicherer, sollten die Depots krisenfest sein. ETF-Experten Markus Jordan stellt eine kostengünstige Strategie vor.

Grundsätzlich gibt es zahlreiche Möglichkeiten für einen Investor, das Risiko eines Portfolios zu reduzieren. Meist wird dabei auf die klassischen an der Terminbörse angebotenen Optionen oder Futures zurückgegriffen. Alternativ wird die Aktienquote zurückgefahren – mit dem Risiko, dass im Falle eines Marktanstiegs keine Performance erwirtschaftet wird. Eine günstige Alternative zum Hedging mit Hilfe eines klassischen Puts kann der Einsatz einer exotischen Option, eines Down-and-out-Puts, sein. Dieser Put kann derzeit nicht an der Eurex gehandelt werden. Investmentbanken können diese Option aber jederzeit mit individuellen Parametern liefern.

Der Klassiker

Ein Beispiel: In einem Portfolio befindet sich ein ETF-Bestand auf den DJ Euro STOXX 50-Index im Volumen von einer Million Euro. Da in den kommenden zwölf Monaten mit einem labilen Markt gerechtet wird, soll das Depot gegen mögliche Kurskorrekturen abgesichert werden, ohne die Chance auf Kurssteigerungen aufzugeben. Es bieten sich nun für zwei Hedging-Möglichkeiten an: Der Anleger erwirbt an der Eurex eine klassische Put-Option mit einer Laufzeit von etwa zwölf Monaten (Dezember 2008). Der Basispreis dieser Option liegt „at-the-money“, das heißt auf dem aktuellen Kursniveau. Diese Put- Option kostet etwa zehn Prozent und im Falle eines Marktrückgangs, ist das Depot zu 100 Prozent abgesichert. Bei steigenden Kursen verfällt der Put am Laufzeitende allerdings wertlos und die gezahlte Prämie geht verloren.

Discount-Absicherung

Eine kostengünstige Alternative kann ein von einer Investmentbank emittierter Down-andout- Put sein. Dabei hat der Investor solange das Recht das Investment am Fälligkeitstag zum Basispreis zu verkaufen (at-the-money), sofern eine Barriere / Schwelle, die unter dem aktuellen Kurs, liegt nicht berührt oder unterschritten wurde. Der Basispreis dieser besonderen Put-Option liegt ebenfalls at-the-money und die Barriere bei 70 Prozent des aktuellen Indexstandes; die Option sichert also nur Kursrückgängen von bis zu 30 Prozent ab. Fällt der Index darunter, verliert der Investor seinen Put und ist nicht mehr abgesichert. Dafür kostet ein Down-and-out-Put deutlich weniger als ein klassischer Put. Der Preis beträgt aktuell nur etwa vier Prozent.

Down-and-out-Put

Je nachdem wo man bei einem Down-andout- Put die Barriere und den Basiswert setzt, verändert sich der Preis der Option. Am preissensitivsten ist eine Barriere-Veränderung, denn von der Barriere hängt maßgeblich ab, ob die Option am Ende einen Wert aufweist. So kostet ein Down-and-out-Put mit einem Absicherungsniveau von 30 Prozent (wie im Beispiel) vier Prozent. Ein Down-andout- Put, der einen Marktrückgang von 50 Prozent absichert, schlägt hingegen schon mit neun Prozent zu Buche und liegt damit fast auf dem Niveau wie eines klassischen Puts, der eine Absicherung von 100 Prozent ermöglicht.

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