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Gut geplant ist halb gewonnen

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Bei der Geldanlage gilt, was im richtigen Leben auch gilt: Ziele haben Kraft. Anstatt ohne Plan und Ziel situationsgetrieben über seine Investments zu entscheiden, sollte man sich eine Finanzplanung zurechtlegen, an der man seine Investments ausrichtet.

In den vergangenen Jahren ist zu beobachten, dass sich der Staat zunehmend aus einer (all-)umfassenden sozialen Verantwortung für seine Bürger zurückzieht und dem Einzelnen immer größere Selbstbestimmung in Fragen finanzieller Absicherung und Vorsorge – wie zum Beispiel bei der Altersvorsorge – überträgt. Die Folge ist für jeden Einzelnen die Notwendigkeit einer genauen Planung seiner finanziellen Zukunft. Denn wer bestimmte Ziele hat – sei es das neue Auto, das eigene Haus oder eben eine hinreichende Versorgung im Alter – muss wissen, wo er in seinem Leben steht, sich Klarheit über seine Wünsche, Erwartungen und Vorstellungen verschaffen, seine finanziellen Möglichkeiten ausloten und sich bewusst werden, welche Risiken die Erreichung seiner Ziele gefährden oder bedrohen können. Kurzum: Er braucht eine Art Lebensplanung, die nicht ausschließlich, aber doch zu einem überwiegenden Teil, finanzieller Natur ist.

Die private Finanzplanung ist ein ursprünglich aus den USA kommender Ansatz, dessen Ziel die individuelle und zukunftsorientierte Gestaltung der privaten Vermögenssituation ist. Die Finanzplanung dient damit als Grundlage für Anlageentscheidungen und zur Optimierung der Vermögensstruktur. Anders formuliert: Die Finanzplanung überträgt auf diese Weise den Ansatz eines professionellen Finanzmanagements, wie es aus keinem Unternehmen wegzudenken ist, auf die Ebene eins privaten Haushaltes.

Was macht die private Finanzplanung aus?

Der Ausgangspunkt der privaten Finanzplanung ist zunächst die Planung der Liquidität, die dabei auf dem jeweiligen Lebenszyklus aufbaut. Liquiditätsplanung bedeutet dabei nichts anderes als die Analyse und Planung der jährlichen Einnahmen und Ausgaben. In einem nächsten Schritt sollten dann die Bereiche Geldanlage, Vorsorge und Nachlass analysiert und gegebenenfalls optimiert werden. Abschließend ist auch zu berücksichtigen, wie sich die einzelnen Maßnahmen auf die individuelle Steuersituation auswirken. Die private Finanzplanung konzentriert sich also nicht nur auf einen einzelnen Bereich; das Ziel ist vielmehr eine umfassende und ganzheitliche Betrachtung. Der entscheidende Vorteil einer privaten Finanzplanung liegt also in einer umfassenden Analyse, wobei die Einzelkomponenten zu einem optimalen Ganzen zusammengefügt werden müssen. Ein weiterer wichtiger Aspekt bei der Finanzplanung ist die Zukunftsbetrachtung. Bildlich gesprochen zeigt sie die erwartete Entwicklung der Einnahmen und Ausgaben auf der Zeitachse auf. Dies ist nicht als statistische Einmalbetrachtung zu verstehen; Ziel ist es vielmehr, diese Gegenüberstellung regelmäßig zu überprüfen und zu erweitern, d.h. an die realen Lebensumstände anzupassen. Dies ist notwendig, da ein Mensch während seines Lebens verschiedene Stationen durchläuft. Nach seiner Ausbildung und dem Berufseinstieg folgt häufig die Gründung einer Familie und/oder der Kauf einer Immobilie.

Ein möglicher Wechsel in die Selbstständigkeit oder ein größerer Karrieresprung können das Bisherige genauso auf den Kopf stellen wie eine Scheidung vom Lebenspartner oder der Verlust des Arbeitsplatzes. Und spätestens im Alter zwischen 50 und 60 Jahren stellt sich die Frage, was nach dem Ende des eigenen Erwerbslebens kommt; wichtiger werden dann naturgemäß auch Fragen bezüglich des Nachlasses. Jede dieser Lebenssituationen kann Ausgangspunkt und Anstoß für eine neue Finanzplanung bzw. für die Überprüfung einer bestehenden Finanzplanung sein. Dabei stehen, je nachdem in welcher Lebenssituation man sich befindet, in der Regel unterschiedliche Bedürfnisse im Vordergrund: Während der junge Familienvater seine Familie für den Fall seiner Berufsunfähigkeit absichern möchte, strebt die erfolgreiche Unternehmerin eine Planung ihrer Finanzen dergestalt an, dass sie in zehn Jahren in den Ruhestand wechseln kann.

Weitreichende Konsequenzen der Finanzplanung

Gerade dann, wenn im Leben entscheidende Weichen gestellt werden oder größere Veränderungen anstehen, sollte man sich die Frage stellen, ob ein externer Spezialist – also ein professioneller Finanzplaner oder ggf. ein Honorarberater mit breitem Beratungsspektrum – hinzugezogen werden sollte. Naturgemäß haben solche Entscheidungen weitreichende Konsequenzen, die sich nicht oder nur schwerlich korrigieren lassen.   In einer immer komplizierter werdenden Welt stellt die notwendige Entscheidungsvorbereitung viele Menschen vor große Probleme; komplexe rechtliche und steuerliche Aspekte sowie die große Produktvielfalt im Anlage-und Vorsorgebereich macht es für den Laien fast unmöglich, die für seine individuelle Lebenssituation optimale Lösung zu finden.

Vor diesem Hintergrund kann eine professionelle Finanzplanung sehr sinnvoll sein. Neben der Transparenz über die tatsächliche finanzielle Situation erhält man vor allem die notwendigen Entscheidungsgrundlagen; wichtige Entscheidungen werden nicht – wie sonst so häufig – mehr oder weniger zufällig, sondern auf einer soliden Basis gefällt. Neben diesen qualitativen Vorteilen lassen sich häufig auch quantitative Vorteile durch höhere Einnahmen bzw. geringere Ausgaben erzielen, da vieles hinterfragt und korrigiert wird.

Grenzen der Finanzplanung

Ein Finanzplan ist – wie der Name sagt – ein „Plan“ und daher mit Unsicherheit behaftet. Dennoch ist eine Planung unter Unsicherheiten besser, als überhaupt keinen Plan zu besitzen. Umso wichtiger ist es, seine Finanzplanung regelmäßig daraufhin zu überprüfen, ob die getroffenen Annahmen weiterhin Gültigkeit besitzen oder ob sie an neue Gegebenheiten angepasst werden müssen.

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Der Artikel wurde dem Anlegermagazin „Die Welt der ETFs“ von Lyxor übernommen.

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Uwe Görler ist seit fünf Jahren Finanzredakteur für das „EXtra-Magazin“ und das „Portfoliojournal“. Davor schrieb er in verantwortlicher Position für die „Zertifikatewoche“ und schrieb Beiträge für Hörfunk- und Fernsehsender, darunter Antenne Bayern und N24.