Emerging Markets
Die Emerging Markets stehen in dem Ruf, schwankungsanfällig zu sein. Ein neuer ETF filtert mit einer ausgeklügelten Strategie potenzielle Risiken heraus und konzentriert sich zugleich auf Unternehmen mit einer hohen Dividendenrendite.

Angesichts der derzeit niedrigen Zinsen sind die Anleger auf der Suche nach neuen, attraktiven Investitionsmöglichkeiten. So rücken auch Anlagen aus den Emerging Markets wieder verstärkt in das Blickfeld. Nach dem Brexit-Votum der Briten wollen die Notenbanken einer drohenden Wirtschaftsflaute mit einer weiteren Lockerung der Geldpolitik zuvorkommen und könnten deshalb die Märkte mit noch mehr Liquidität fluten. Vergangene Woche erst hat EZB-Präsident Mario Draghi nach der Ratssitzung der Notenbank betont, dass die Währungshüter neue geldpolitische Schritte noch in diesem Herbst erwägen. Der Anlagenotstand der Investoren mit extrem niedrigen Renditen könnte sich somit weiter verschärfen.

Emerging Markets-Titel haben ihren Boden erreicht

Doch es gibt weitere Gründe, die für die Emerging Markets sprechen. So scheint die lange Phase der Korrektur von Aktien aus den Schwellenmärkten vorüber zu sein. Der MSCI Emerging Markets hat sich von seinem Tiefstand in diesem Jahr Ende Januar bei unter 700 Punkten deutlich erholt und notiert aktuell fast 200 Zähler höher. Auch der Brexit hat dem Index vergleichsweise wenig anhaben können, was als gutes Zeichen gewertet werden kann. Darüber hinaus darf davon ausgegangen werden, dass weitere Zinserhöhungen der US-Notenbank wegen der aktuellen Unsicherheiten in die Zukunft vertagt sind. US-Leitzinsanhebungen machen den Emerging Markets traditionell stark zu schaffen.

Risiken als Chance sehen

Allerdings gibt es für Investoren auch nach wie vor Risiken bei Investments in den Emerging Markets. So ist immer noch damit zu rechnen, dass Anleger schnell ihr Kapital abziehen, wenn die Gelder an anderer Stelle benötigt werden oder politische Krisen wie derzeit in der Türkei es unumgänglich machen. Einige Emerging Markets stehen in dem Ruf, schwankungsanfällig zu sein. „Es ist richtig, dass Aktien der Schwellenländer sich in der Regel anders verhalten als Aktien in entwickelten Märkten und zum Teil einer größeren Volatilität unterliegen“, sagt Michael Huber, Head of PowerShares Distribution Germany & Austria bei Invesco PowerShares. „Diese Eigenschaft mag für sich alleine betrachtet zunächst negativ erscheinen, kann jedoch im Kontext eines ausgewogenen Portfolios einen wichtigen Beitrag zur Diversifikation leisten“, so Huber.

Ausgleichender Gegenpol im Portfolio

Diversifikation entstehe immer dann, wenn sich einzelne Bestandteile eines Portfolios in unterschiedlichen Marktphasen unterschiedlich verhalten, erklärt der Experte. „Auch wenn zum Teil sehr starke Handelsbeziehungen bestehen, verläuft die wirtschaftliche Entwicklung in den Schwellenländern doch deutlich anders als in den entwickelten Märkten. Aber gerade in Zeiten, in denen wir uns in Europa dem ein oder anderen Krisenherd gegenübersehen, können Anlagen in Schwellenländern einen ausgleichenden Gegenpol im Portfolio bilden“.

Besondere Sorgfalt in der Titel-Auswahl

Mit dem FTSE Emerging High Dividend Low Volatility Index (WKN: A2AHZU) versucht Invesco PowerShares Anlegern die Emerging Markets schmackhaft zu machen. Eine ausgeklügelte Strategie soll die Risiken möglichst eindämmen und gleichzeitig die Leuchttürme unter den Emerging Markets-Unternehmen integrieren. Der ETF investiert in Aktien der Schwellenländer, mit einem Schwerpunkt auf solche Unternehmen, die in der Vergangenheit einen positiven Ertrag erwirtschaftet haben. Das Maximalgewicht pro Aktie und Sektor ist dabei begrenzt. Aktuell sind die stärksten Gewichte in den Ländern Brasilien, Russland und Taiwan. Auf Branchenebene bestehen deutliche Übergewichte in den Bereichen „Rohstoffe“ und „Versorger“, die mit zu den erfolgreichsten Sektoren der Schwellenländer zählen.

Höheres Risiko wird mit höherer Rendite abgegolten

Um das Risiko so gering wie möglich zu halten, erfolgt die Auswahl der Aktien aus einem Korb von fast 1.000 Titeln über die Faktoren Dividende und Volatilität. „Hierdurch besteht eine Tendenz hin zu Unternehmen, die erfolgreich wirtschaften und ein solides Geschäftsmodell aufweisen“, erläutert Michael Huber von Invesco PowerShares. Die vereinnahmten Dividenden werden quartalsweise ausgeschüttet, was einen kontinuierlichen Einkommensstrom generieren sollte. Im vergangenen Monat erzielte der High Dividend Low Volatility-ETF eine Rendite von 10,77 Prozent. Seit Auflage im Mai 2016 beträgt die Wertentwicklung plus 11,37 Prozent. Die Kosten liegen bei jährlich 0,49 Prozent.

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