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Honorarberater wollen nicht auf Regulierer warten

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honorarberaterkongress 2015

Verbraucher durch Qualität überzeugen / „10. Honorarberater Kongress“ eröffnet Blick auf künftigen Finanzmarkt

Regulierer und Finanzdienstleister diskutierten auf dem Kongress mit Honorarberatern und Finanzvermittlern über neue Wege zu einem verbraucherfreundlichen Finanzmarkt. Die Bundesregierung stellt weitere Regelungen zur Förderung der Honorarberatung für Versicherungen in Aussicht, will aber erst noch Entscheidungen aus Brüssel abwarten. Dort laufen derzeit die Triolog-Verhandlungen zur neuen Versicherungsvermittlerrichtlinie. Da weder in Europa noch in Deutschland ein Provisionsverbot in Aussicht steht, wollen die Honorarberater sich vor allem durch mehr Aufklärung und Qualität am Markt einen Namen machen. Passives Investieren mit ETFs bzw. Indexing war deshalb ein großes Thema auf dem Kongress.

500 Teilnehmer informierten sich

Auf dem „10. Honorarberater Kongress“, den in diesem Jahr erstmals der F.A.Z.-Fachverlag Frankfurt Business Media in Hanau veranstaltete, sprach sich Dr. Christian Grugel, Ableitungsleiter für Verbraucherpolitik im Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz (BMJV), für eine stärkere Förderung der Honorarberatung aus. Der Kongress, zu dem rund 500 Teilnehmer sowie 50 Referenten und Aussteller aus ganz Deutschland angereist waren, wurde von der Deutschen Asset and Wealth Management und von HonorarKonzept unterstützt. Mitinitiator war der Verbund Deutscher Honorarberater (VDH).

„Die Honorarberatung ist das kundenfreundlichste Modell der Finanzberatung“, betonte Grugel in seiner Eröffnungsrede, „sie muss aber nicht nur in den Gesetzen, sondern auch am Markt stärker präsent werden.“ Um die Chancen von Honorarberatern zu verbessern, will das BMJV Versicherungsberatern mit Zulassung nach § 34e Gewerbeordnung (GewO) die Möglichkeit geben, nicht nur zu Versicherungen zu beraten, sondern auch Versicherungspolicen zu vermitteln. Falls es dabei keine geeigneten Nettotarife (Tarife ohne eingepreiste Vertriebsprovisionen) gebe, solle künftig auch die Weiterleitung von Provisionen an den Kunden möglich sein. Damit dürften sich die Regeln für Versicherungsberater denen der Honorarfinanzanlagenberater nach § 34h GewO annähern. Mit der neuen Regelung will die Bundesregierung allerdings abwarten, bis die EU die neue Versicherungsvermittlerrichtlinie (IDD-2) formuliert hat. Gleichzeitig forderte Grugel die Finanzdienstleister auf, mehr Nettotarife für Versicherungen und insbesondere für Finanzanlagenprodukte auf den Markt zu bringen.