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Honorarberatung: Konflikt-Lösung

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Honorarberatung - ein weiter Weg dorthin

Karl Matthäus Schmidt, Vorstandssprecher der Quirin Bank, sieht Anleger und traditionelle Banken in einem Interessenskonflikt. Beim Thema Geldanlage sind Bank- und  Kunden-Interesse häufig entgegengesetzt, mehr noch: Die Ziele einer traditionellen  Bank und die des Anlegers stehen oft in Konflikt zueinander. Diese Aussage erscheint  überraschend, denn eigentlich sollte es doch selbstverständlich sein, dass eine  Bank für den Anleger tätig ist.

Dilemma im Kerngeschäft

Wodurch also ist dieses Dilemma begründet?  Bei einer Geldanlage geht es im Kern  um Risiko- und Renditeaspekte. Diese stellen  sich jedoch für einen Kunden völlig anders  dar, als für eine Bank. Das Risiko der  Bank: der Kunde wandert ab. Der Anleger  hingegen, muss um sein eingesetztes Kapital  fürchten. Und während die Rendite des  Anlegers aus der Performance seines Geldes  abzüglich der Gebühren für die Bank  besteht, liegt die Rendite der Bank in der  Vereinnahmung möglichst hoher Gebühren.

Komplexe Anlageprodukte

Die Bank besitzt hierbei einen Informationsund  Gestaltungsvorsprung gegenüber dem  Kunden. Sie nutzt diesen häufig zum Nachteil  des Kunden, indem sie ihn – in für ihn  nicht erkennbaren Bereichen – mit hohen  Gebühren belastet. Je komplexer die Anlageprodukte,  desto eher lassen sich darin  Gebühren und Provisionen verstecken. Diese  Provisionen wiederum zehren die Rendite  des Anlegers auf. So sind beispielsweise  Zertifikate, geschlossene Beteiligungen und  aktiv gemanagte Fonds häufig mit Gebühren  belastet, die ein normaler Anleger nur  schwer erkennen kann. Die am 1. Januar  2009 in Kraft tretende Abgeltungssteuer verstärkt  dieses Problem noch. Hier wird die  Angst der Anleger vor weiteren Steuerbelastungen  gezielt genutzt, um unter dem Deckmäntelchen  eines angeblichen Steuerprivilegs,  überteuerte Dachfonds in den Markt zu  drücken, die einzig den Interessen der Bank  dienen, nicht aber den Interessen des Anlegers.

Honorar für Leistungen

Honorarbasierte Geschäftsmodelle, wie das  der Quirin Bank, lösen dieses Dilemma auf.  Honorarberater lassen sich nicht von den  Herstellern der Anlageprodukte zahlen, sondern  ausschließlich von ihren Kunden. Dadurch  vertreten sie auch ausschließlich deren  Interessen. So können Kunden, völlig unabhängig  und neutral, die jeweils besten Produkte  im Markt angeboten werden. Hierzu  zählen etwa kostengünstige ETFs (Exchange  Traded Funds).

Dachfonds vs. ETF-Portfolio

Das rechnet sich, wie der Vergleich eines  Dachfonds- mit einem ETF-Investment zeigt.  Investiert werden in beiden Fällen 100.000  Euro. Der Dachfonds ist dabei mit drei Prozent  Kosten im Jahr belastet. Das bedeutet:  Der Käufer zahlt Jahr für Jahr stolze 3000 Euro  an Gebühren. Deutlich günstiger ist das  ETF-Engagement. Dort fallen im Jahr durchschnittlich  nur 500 Euro an (bei unterstellten  0,5 Prozent Kosten).  Ein weiterer Unterschied: Das ETF-Portfolio  kann vom Investor umgeschichtet werden.  Wird unterstellt, dass der ETF-Anleger jedes  Jahr 25 Prozent der Depotstruktur verändert  und so eine Rendite in Höhe von zehn Prozent  erzielt, dann würde ab dem 1. Januar  2009 auf den erzielten Gewinn von 2500 Euro  625 Euro Abgeltungssteuer fällig. Das ergäbe  für den ETF-Anleger summiert eine jährliche  Gesamtbelastung von 1125 Euro gegenüber  3000 Euro.

Günstiger plus Zinseszins

Das Beispiel zeigt: Es ist gegebenenfalls erheblich  günstiger, Abgeltungssteuer zu zahlen  als die Kosten teurer Dachfonds zu tragen.  Der durch die eingesparten Kosten erzielte  Zinseszinseffekt bewirkt bei dem ETF-Depot  ein deutlich höheres Endergebnis als bei einem  Depot mit Dachfonds – selbst wenn die  Kosten für die Honorarberatung mit eingerechnet  werden. Bei der Quirin Bank zahlen  Anleger für die ETF-Beratung eine Flatfee in  Höhe von 75 Euro im Monat und eine Gebühr  von einem Prozent des Depotvolumens (hierin  sind alle Gebühren und sämtliche Transaktionskosten  enthalten).

Versteckte Kosten

 

Je stärker die Verbraucher für das Thema  versteckte Kosten sensibilisiert werden und  den Wert einer echten Beratung erkennen,  desto mehr Menschen werden sich für ein faires,  transparentes und unabhängiges Private  Banking entscheiden, wie es honorarbasierte  Geschäftsmodelle anbieten. Deshalb wird  sich die Honorarberatung neben dem klassischen  provisionsgesteuerten Bankmodell als  Alternative im Markt etablieren, wenn auch  nicht sofort, so doch in den nächsten fünf bis  zehn Jahren.

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Die Redaktion des EXtra-Magazins setzt sich aus erfahrenen Finanzexperten zusammen. Teilweise veröffentlichen wir auch Gastbeiträge auf unserem Portal. Wir lieben ETFs, Indexfonds und alles zum Thema Geldanlage und arbeiten täglich daran Ihnen die aktuellsten und nützlichsten Informationen zu liefern.