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Index im Fokus: DAXglobal Nuclear Energy Index

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Dass sich Wirtschafts- und Umweltministerium nicht immer einig sind, liegt in der Natur der unterschiedlichen Interessen, die sie vertreten. Doch bei einem Thema scheint das Gezanke nun zum wahren Fiasko zu werden: der Atomakraftausstieg erhitzt seit einiger Zeit die Gemüter und flammte diese Woche erneut auf, als der Vorschlag laut wurder, längere Laufzeiten für die Atomkraftwerke nicht zuzuteilen, sondern unter den Stromkonzernen zu versteigern.

Auf der einen Seite steht Umweltminister Norbert Röttgen, der nicht nur die Umweltschützer, sondern auch diejenigen im Rücken hat, die bereits in erneuerbare Energien investieren. Auf der anderen Seite setzt sich Wirtschaftsminister Rainer Brüderle für die Industrie ein und bezeichnet einen frühen Ausstieg aus der Atomkraft als „Träumerei“. Die Vorstellungen driften weit auseinander: Im Februar hatte Röttgen eine Verlängerung der Laufzeiten um acht Jahre gefordert. Die Ausstiegsgegner waren empört und erreichten, dass bei Studien inzwischen sogar ein Szenario mit Verlängerung um bis zu 28 Jahre berücksichtigt werden soll. Erneuerbare Energien gelten zwar weiterhin als die Quelle der Zukunft. Ohne Atomkraft läuft aber mittelfristig nichts. Und blickt man über die Grenzen Deutschlands hinaus, findet sich eine ganze Reihe von Ländern, die die Kernkraft derzeit sogar noch weiter ausbauen.

Mehrere Indizes und Baskets

Längst ist das Thema bei Investoren auf Interesse gestoßen. Mehrere Indizes bilden Unternehmen ab, die in der nuklearen Energie tätig sind. Auch in der DAXglobal-Familie ist ein solcher zu finden. Der DAXglobal Nuclear Energy Index bündelt die weltweit wichtigsten Unternehmen der Branche. Aktuell sind 44 Aktien aus den USA, Kanada, Japan, Frankreich und Australien enthalten. Die Unternehmen sollen die gesamte Wertschöpfungskette repräsentieren. Dazu gehören die Gewinnung, Anreicherung und Lagerung von Uran, der Transport von Kernbrennstoff sowie der Betrieb von nuklearen Anlagen. Die Titel werden vierteljährlich gleichgewichtet, die Zusammensetzung jährlich angepasst. In der Krise ließ auch dieser Index Federn. Seit Frühjahr 2009 hat sich der Kurs allerdings stabilisiert und bewegt sich seit dem in einer Seitwärtsrange. Im Scope Rating erhält der Index vier Sterne. Indexprodukte sind zu der Benchmark noch nicht handelbar. Der einzige ETF in diesem Bereich bezieht sich auf den Nuclear Energy Index der World Nuclear Association und kommt von ETF Securities. Mit aktuell 66 Werten ist dieses Barometer breiter aufgestellt als der DAXglobal-Index. Die Überprüfung erfolgt vierteljährlich. Weitere Produkte, mit denen Anleger auf Nuklear-/Uran-Indizes oder auch Aktienkörbe zu diesem Thema setzen können, sind im Zertifikate- Bereich zu finden.

 

Dieser Artikel wurde der Analysis Kompakt Nr. 07 von Scope entnommen.

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