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Index im Fokus: STOXX Europe 600 Banks Daily Short

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Die drohende Umschuldung Griechenlands könnte europäische Banken erneut stark belasten. Der STOXX Europe 600 Banks Short Index profitiert, wenn Bankaktien an Boden verlieren.

Bankaktien stehen 2011 auf der Kaufliste vieler Investoren. Das zeigt eine aktuelle Studie von BlackRock. Kurzfristig betrachtet sieht das Bild jedoch anders aus: Im Mai sind bereits 15 Mio. US-Dollar aus ETFs abgeflossen, die sich auf den STOXX 600 Banks Index beziehen. Mit entsprechenden Short-Investments können Anleger gezielt auf fallende Kurse der Banktitel setzen.

Auf dem ETF-Markt ist bereits ein Produkt verfügbar, das diese Investmentidee umsetzbar macht: Die Deutsche Bank hat einen Indexfonds auf den STOXX 600 Banks Short Daily- Index aufgelegt. Er steigt, wenn europäische Banktitel fallen. Als die Banken während der Finanzkrise ins Kreuzfeuer geraten waren, erlebte das Barometer einen rasanten Anstieg. Der Höhenflug gipfelte im März 2009 bei knapp 9.400 Punkten. In den darauf folgenden sechs Monaten verlor der Short-Index über 60 Prozent und fand erst bei rund 3.300 Punkten wieder Halt. Seitdem bewegt sich der Index seitwärts und pendelt um diese Marke. Der Grund: Der Jahresauftakt für viele Bankwerte sah noch viel versprechend aus. Marktteilnehmer trauten den Banken das Potenzial zu, das Comeback nach der Krise weiter fortzusetzen.

Gefahr um Griechenland nicht gebannt

Doch scheint die Gefahr, die von der Schuldenproblematik einiger europäischer Länder ausgeht, zu groß, um den Banken grenzenlosen Auftrieb zu verschaffen. Eine Umschuldung, wie sie derzeit für Griechenland diskutiert wird, träfe die Finanzinstitute hart. Jürgen Stark, Chefvolkswirt der Europäischen Zentralbank, sprach vor Kurzem gar von einer neuen Bankenkrise, wenn es in finanzschwachen Euroländern zum „Haircut“ kommen sollte. „Im schlimmsten Fall könnte die Umschuldung eines Mitgliedslandes die Auswirkungen der Lehman-Pleite in den Schatten stellen“, sagte er. Vor diesem Hintergrund kommen die Bankaktien trotz guter Zahlen, wie sie beispielsweise die UBS und die Deutsche Bank vorgelegt hatten, nicht weiter in Fahrt. Wer sein Portfolio absichern möchte oder an eine neue Bankenkrise glaubt, kann sich den ETF der Deutschen Bank auf den STOXX 600 Banks Short Daily genauer ansehen.

Deutschland nur auf Rang sieben des Index nach Länderaufteilung

Der Banken-Index der STOXX 600-Familie, den diese Short-Version invers abbildet, enthält aktuell 51 Aktien. Mit rund 30 Prozent entfällt der Großteil innerhalb der Länderaufteilung auf Großbritannien. Dahinter folgen Spanien (16 Prozent) und Frankreich (14 Prozent). Deutschland ist erst auf Rang sieben zu finden. Zu erwähnen ist noch, dass der Hebel täglich auf -1 zurückgesetzt wird. Über längere Zeiträume ergeben sich dadurch leichte Verschiebungen, so dass sich Index und Short-Index nicht exakt spiegelbildlich bewegen. Für langfristige Anlagen ist der Index daher nicht geeignet. Positiv: Die Short-Konstruktion, bei der kein Kapital gebunden wird, sondern Erlöse durch den Aktienverkauf erzielt werden können, führt dazu, dass dem Index regelmäßig eine zusätzliche Zinskomponente angerechnet wird. Im Scope Rating kommt der Index auf fünf Sterne.

Dieser Artikel wurde der Analysis Kompakt Nr. 05/2011 von Scope entnommen.