Der ETF-Anbieter VanEck sieht für einzelne Segmente von Schwellenländeranleihen gute Aussichten.

Schwellenländeranleihen könnten 2017 interessante Chancen bieten – und zwar in verschiedenen Segmenten. Zu dieser Einschätzung kommt der ETF-Anbieter VanEck. Der globale Asset Manager geht davon aus, dass die Lokalwährungen von rohstoffexportierenden Ländern durch steigende Rohstoffpreise gestützt werden – die Preissteigerungen würden sich in diesen Ländern auch positiv auf die Fundamentaldaten verschiedener Sektoren auswirken. Hinsichtlich der Bewertungen zeige sich, dass die Renditen und Spreads von Schwellenländeranleihen in lokalen und harten Währungen über dem Fünfjahresdurchschnitt liegen.

Vorsicht aber vor Risiken

„Dennoch treten kurz- bis mittelfristig immer noch gewisse Risiken auf“, sagt Fran Rodilosso, Head of Fixed Income ETF Portfolio Management bei VanEck. Dazu gehörten die Ungewissheit über die Agenda der Trump-Administration, die weltweit anhaltende Zunahme des Populismus sowie Bedenken hinsichtlich der chinesischen Währungs- und Vermögensqualität und die Gesundheit der europäischen Banken. Auch Griechenland könnte in diesem Jahr wieder für Schlagzeilen sorgen, da die Bürger und Politiker, die weiterer Einschnitte überdrüssig seien, sich weniger kooperativ mit den Gläubigern zeigten. Die Gefahr eines EU-Austritts könne wieder auftauchen.

Trotz Unsicherheiten – Indikatoren für Schwellenländer verbessern sich

„Vor dem Hintergrund der jüngsten Abflüsse, die im Dezember abgebremst wurden, sehen die technischen Faktoren allerdings nicht ungünstig aus. Und es gibt noch zwei wichtigere Faktoren: Das Wirtschaftswachstum zieht kontinuierlich an – und der Stand der Auslandsverschuldung verbessert sich“, sagt Rodilosso. Vor allem in Lateinamerika gebe es Anzeichen für steuerliche Disziplin und Strukturreformen.

Schwellenländeranleihen könnten von Reflation profitieren – vor allem Unternehmensanleihen

Auch die Erwartung an eine globale Reflation könnte kurzfristig die Märkte beleben. Diese Entwicklung werde von den positiven Makrodaten aus den USA und Europa sowie den Anzeichen für eine höhere Inflation getrieben. „Von einer möglichen globalen Reflation könnten vor allem Unternehmensanleihen aus Schwellenländern profitieren“, sagt Rodilosso. „Wir sind davon überzeugt, dass die aktuellen Konditionen interessante Einstiegsgelegenheiten für Investments in Schwellenländern.

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Uwe Görler ist seit dem Jahr 2011 Finanzredakteur für das „EXtra-Magazin“, die Online-Plattform extra-funds.de und diverse Medienprojekte der Isarvest GmbH rund um das Thema ETFs und Robo-Advisors. Davor schrieb der gebürtige Dresdner in verantwortlicher Position für die „Zertifikatewoche“ und verfasste Beiträge zu den Themenbereichen Wirtschaft & Finanzen sowie Gesundheit für Hörfunk- und Fernsehsender, darunter Antenne Bayern und N24.