Otto Kiebler, Geschäftsführer von Haus plus Rente, über die Immobilienverrentung.
Otto Kiebler, Geschäftsführer von Haus plus Rente.

In der April-Ausgabe des EXtra-Magazins erläutern wir das Prinzip der Immobilienverrentung. Otto Kiebler, Gründer und Geschäftsführer von Haus plus Rente, im Gespräch über die Immobilienverrentung.

Herr Kiebler, viele Senioren haben zwar eine wertvolle Immobilie, kommen aber im Alltag kaum über die Runden. Ein Ausweg kann die Immobilienverrentung sein. Für wen ist diese sinnvoll?

Für alle Senioren über 65 Jahre, die ihr Immobilienvermögen in Barvermögen umwandeln wollen, aber weiterhin – lebenslang – wirtschaftlicher Besitzer ihrer Immobilie bleiben wollen. Die Ruheständler können weiterhin – wie bisher – ihre Immobilie nutzen. Bei einem vorzeitigen Auszug erhält der Senior – beim Konzept Haus plus Rente – die zu diesem Zeitpunkt am Markt erzielbare Miete oder eine weitere Einmalzahlung. Das Konzept ist für Senioren ohne Kinder die ideale Möglichkeit, das Thema „wer soll später mal meine Immobilie erben“ rechtzeitig zu lösen.

Auch für Senioren mit Kindern kann eine Verrentung sinnvoll sein. Nicht selten benötigen Kinder jetzt eine finanzielle Unterstützung, da sie gerade selbst eine Immobilie erwerben möchten. Ein späterer Einzug ins Elternhaus kommt in vielen Fällen ohnehin nicht in Frage. Zudem werden die Probleme einer Eigentümergemeinschaft bei einer Vererbung der Immobilie vermieden.

Kommen eigentlich mehr Käufer oder Verkäufer auf Sie zu?

Derzeit verfügen wir über mehr Kaufinteressenten als Verkaufsinteressenten. Das ist die Stärke unserer Gesellschaft. Hier unterscheiden wir uns erheblich von dem einen oder anderen Startup, die in jüngster Zeit ebenso Verrentungsmodelle anbieten.

Welche Spielarten gibt es bei der Immobilienverrentung und welche ist die beliebteste?

Derzeit werden drei Verrentungsvarianten angeboten: Das Nießbrauchmodell, die Leibrente sowie der Verkauf mit anschließender Rückmietung. Bei der Leibrente erhalten die Senioren keine Einmalzahlung, sondern eine lebenslange Rente. Bei der Variante Verkauf und Rückmietung verkauft der Senior seine Immobilie und schließt mit dem Käufer einen Mietvertrag ab. Mehr als 80 Prozent der Senioren entscheiden sich für das Nießbrauchangebot. Senioren, die einen zeitnahen Auszug beabsichtigen, wählen dagegen bevorzugt die Variante Verkauf und anschließende Rückmietung.

Worauf sollten interessierte Senioren achten?

Die Senioren sollten größten Wert auf ein Höchstmaß an Sicherheit legen. Die Immobilie ist in der Regel der größte Vermögenswert einer Familie. Das Nießbrauchangebot von Haus plus Rente kommt diesem Sicherheitsbedürfnis in vollem Umfang nach. Die Senioren sollten sich eingehend informieren über die unterschiedlichen Varianten. In einem persönlichen Gespräch sollten die Vorstellungen der Senioren abgeklärt werden, um ein maßgeschneidertes Angebot zu erhalten. Den Senioren sollte ausreichend Zeit für ihre Entscheidung gewährt werden. In der Regel gibt es keinen Zeitdruck. Wichtig ist die Feststellung des aktuellen Marktwerts der Immobilie. Diese Wertermittlung sollte ein neutraler Gutachter vornehmen.

Vielen Dank für das Gespräch, Herr Kiebler.

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Thomas Brummer war nach dem Betriebswirtschaftsstudium für das Anlegermagazin „Der Aktionär“ tätig. Im Anschluss schrieb er mehr als vier Jahre für das Verbraucherportal biallo.de und einige Tageszeitungen, wie Münchner Merkur, Rhein Main Presse, Frankfurter Neue Presse oder Donaukurier. Währenddessen hospitierte er in der Wirtschaftsredaktion der Rheinischen Post in Düsseldorf. Seit 2018 schreibt er für extra-funds.de und das ETF EXtra-Magazin.