Investify plant bereits neben der Haspa mit weiteren Sparkassen.
Investify-Geschäftsführer Sebastian Hasenack im Interview.

Beim Robo-Advisor-Anbieter Investify ( Zum Testbericht) rührt sich etwas. Erst die Kooperation mit der Haspa (Hamburger Sparkasse) und jüngst einen zweistellige Millionenspritze. Daneben stehen bereits die nächsten Sparkassen-Kooperationen in den Startlöchern. Investify ( Zum Testbericht)-Geschäftsführer Sebastian Hasenack im Gespräch.

Herr Hasenack, ähnlich wie Konkurrent Scalable haben Sie mit der Haspa (Hamburger Sparkasse) einen etablierten Partner aus der traditionellen Bankenwelt als Partner an Land ziehen können. Wie haben wir uns diese Zusammenarbeit vorzustellen?

Sebastian Hasenack: Ja, das ist richtig. Wir führen derzeit eine Pilotphase mit der Haspa durch, die übrigens die mit Abstand größte Sparkasse Deutschlands ist. Für Haspa-Kunden bedeutet das, dass zur Zeit in einigen Haspa-Filialen die Berater das Investify-Angebot vermitteln. Die Bankberater fungieren also als Vermittler für unsere Dienstleistung. Kunden haben zum Beispiel den Vorteil, dass sie die Identifikation gleich vor Ort in der Filiale durchführen können. Für den Berater wird es auch leichter, denn er spart sich die Bürokratie nach dem Termin, Beratungsprotokolle braucht es mit uns als digitalem Vermögensverwalter nicht. Wir sorgen also für Bürokratieabbau.

Ist es nicht schwer, einen Sparkassen-Kunden für eine solch moderne Form der Geldanlage zu gewinnen?

Sebastian Hasenack: Sie haben recht, für Filial-Kunden mag es mit einer gewissen Umgewöhnung verbunden sein. Für Online-Banking-Kunden ist der Weg mit Sicherheit näher. Die Haspa bietet Investify für Kunden ebenfalls über den digitalen Kanal an.

Sind auch noch andere Sparkassen in Ihrem Visier?

Sebastian Hasenack: Die Sparkassen haben ein enormes Kundenpotenzial. Wir planen derzeit Kooperationen mit einigen weiteren Sparkassen.

Es ist zu lesen, dass Sie einen zweistelligen Millionenbetrag erhalten haben. Können Sie uns die Hintergründe bitte näher erklären?

Sebastian Hasenack: Hierzu möchte ich nicht mehr sagen als bereits in der Presse bekannt ist. Neu eingestiegen ist ein Multifamily Office aus Hamburg. Zu den Altinvestoren gehören unter anderem das Erzbistum Berlin, das Versorgungswerk der Rechtsanwaltskammer Rheinland-Pfalz und mehrere Business Angels. Es handelt sich dabei um langfristig orientierte Investoren, hauptsächlich aus Deutschland.

Und wofür verwenden Sie das zugeflossene Geld?

Sebastian Hasenack: Wir wollen damit weiter unsere Partnerstrategie ausbauen. Wie erwähnt, planen wir bereits mit den nächsten Sparkassen und weiteren Kooperationspartnern; zum Teil aus dem non-financial Bereich.  Daneben sind Produktneuheiten geplant und eine Verstärkung des Teams.

Der Robo-Advisor-Markt ist umkämpft. Weshalb sollten sich interessierte Kunden für Ihren Robo entscheiden?

Sebastian Hasenack: Im Gegensatz zu anderen ist bei uns alles maßgeschneidert. Unsere Kunden bekommen keine Produkte von der Stange. Wir setzen im Prinzip auf zwei Pfeiler. Im ersten Schritt entscheidet sich der Kunde, je nach seiner Risikoeinstellung, für eine von derzeit sieben verschiedenen Klassen. Entsprechend der Risikobereitschaft des Kunden stellen wir ihm verschiedene Themen zur Verfügung, mit denen der Kunde außerdem in seine favorisierten Bereiche investieren kann. Solche Themen können zukunftsweisende Techniken wie die Robotik sein, aber auch Klassiker wie die Zugpferde der deutschen Wirtschaft. Kunden können sich aber auch von Themen trennen und sich für andere entscheiden. Das ist ohne weitere Kosten möglich. Mit unserer Jahrespauschale von einem Prozent der Anlagesumme sind Portfolioänderungen abgegolten.

Herr Hasenack, vielen Dank für das Gespräch.

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Thomas Brummer war nach dem Betriebswirtschaftsstudium für das Anlegermagazin „Der Aktionär“ tätig. Im Anschluss schrieb er mehr als vier Jahre für das Verbraucherportal biallo.de und einige Tageszeitungen, wie Münchner Merkur, Rhein Main Presse, Frankfurter Neue Presse oder Donaukurier. Währenddessen hospitierte er in der Wirtschaftsredaktion der Rheinischen Post in Düsseldorf. Seit 2018 schreibt er für extra-funds.de und das ETF EXtra-Magazin.