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Investment-Träume aus Gold

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GoldAnstieg

Der Goldpreis ist nicht mehr weit von seinem Allzeithoch aus dem Jahr 2011 entfernt. Nach Analystenmeinung könnte dieser Rekord mit Überschreitung der 2.000-US-Dollar-Marke bereits im kommenden Jahr gebrochen werden.

Nicht alles, was glänzt, ist Gold, das sagte sich vor einigen Monaten ein misstrauischer Käufer von Goldbarren in New York. Angesichts der seit Jahren hohen Goldpreise ist schließlich die Verführung für so manchen Gold-Langfinger groß, durch Beimischungen oder andere raffinierte Methoden lukrative Margen zu erwirtschaften. Besagter Käufer bohrte daher den Goldbarren auf – und tatsächlich – sein Anfangsverdacht erhärtete sich. Der 283 Gramm schwere Barren war kein reines Gold, sondern gefüllt mit weißglänzendem Wolfram. Das Schwermetall besitzt in etwa die gleiche Dichte wie Gold, ist allerdings erheblich preiswerter. So war der Goldbarren nicht 18.000 US-Dollar, sondern nur 3.600 US-Dollar wert. Eine Differenz in Höhe von 14.400 US-Dollar.

Zentralbanken als Käufer von Gold

Kein Wunder also, dass so mancher ins Grübeln kommt, wenn er im Hinterkopf hat, dass Deutschland offiziell mit knapp 3.400 Tonnen Gold über die zweithöchsten Goldreserven der Welt verfügt, ein Großteil davon im Ausland lagert und diese Bestände seitdem noch nie vor Ort kontrolliert, geschweige denn auf ihren Reinheitsgehalt geprüft wurden. Nachjüngsten Meldungen der Deutschen Bundesbank lagern 1.536 Tonnen (rund 45 Prozent) in der US-Notenbank Fed in New York, knapp ein Drittel verwahrt die Bundesbank im Inland, in London lagern 450 und in Paris 374 Tonnen Gold. Zurückzuführen ist diese Auslandslagerung vor allem auf den Kalten Krieg und die mögliche Bedrohung unserer Währungsreserve im Falle kriegerischer Auseinandersetzungen. Auf Druck des Bundesrechnungshofes, der eine Rückverlagerung dieser Goldbestände mehr als 20 Jahre nach dem Ende des Eisernen Vorhangs ins Inland fordert, lenkte die Deutsche Bundesbank nun ein. Sie wird in den kommenden drei Jahren jährlich mindestens 50 Tonnen des Edelmetalls aus New York zurück nach Deutschland holen, um die Barren zu überprüfen, einzuschmelzen und in den für den Großhandel üblichen Good-Delivery-Standard zu bringen.

Lange Zeit galten die Zentralbanken als Goldverkäufer, seit Ausbruch der Finanzkrise wandelten sie sich jedoch immer mehr zum Nettoeinkäufer. Allein im ersten Halbjahr 2012 summierten sich die Zentralbankkäufe auf insgesamt 254 Tonnen. Die Käufer sind vor allem die großen Schwellenländer wie China oder Russland, aber auch Staaten wie Mexiko, die Türkei oder Kasachstan. Zentralbanken der großen Industrieländer schauen mit Argusaugen auf ihre in den vergangenen Jahren angesammelten Goldbestände. Schließlich können diese Goldbestände angesichts der lockeren Geldpolitik der Notenbanken im Ernstfall zur Sicherung der eigenen Währung als Sicherungskomponente genutzt werden. Angesichts der hohen Goldkurse wecken die Goldbestände aber auch verstärkt Begehrlichkeiten vonseiten der Politik zur Ankurbelung der Wirtschaft oder zur Finanzierung bisher nicht gedeckter Staatsaufgaben.

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