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iShares erschließt Markt für Hochzinsanleihen

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iShares hat Ende November mit dem iShares Markit iBoxx Euro High Yield ETF den weltweit ersten Indexfonds für hochverzinsliche Unternehmensanleihen auf den Markt gebracht. Für risikobereite Anleger ist der Indexfonds durchaus einen Blick wert.

Niedrige Zinsen – Hochzins ETFs

In Zeiten niedriger Zinsen sind viele Anleger auf der Suche nach Anlagen mit hohen Renditen. iShares bietet seit kurzem einen neuen Renten-ETF, mit dem Anleger in Euro-Anleihen von internationalen Unternehmen investieren können. Der Markit iBoxx Euro High Yield Index bildet dabei die Entwicklung hochverzinslicher Unternehmensanleihen und deren Zinszahlungen ab. Der Durchschnittskupon liegt aktuell bei rund sieben Prozent pro Jahr. Mit diesem Indexfonds reagiert iShares, die ETF-Plattform von BlackRock, laut eigenen Angaben auf die Nachfrage der Investoren nach Rentenprodukten mit hohen Ertragsaussichten. Denn das Zinsniveau ist nach wie vor auf einem Rekordtief und Rentenprodukte, die als sicher gelten, bieten nahezu keine Rendite mehr. Hochverzinsliche Unternehmensanleihen haben niedrige Bewertungen von den Rating-Agenturen und damit keinen Investmentgrade, womit sie für viele institutionelle Anleger ausscheiden. Laut einer Studie der UniCredit ist ein typischer High-Yield- Bond-Emittent ein „fallen Angel“ – ein Unternehmen, dessen Aktie rasant abgesackt ist. Zwar sind die Zinsen, die der Anleger erhält, größer. Dafür trägt er auch höhere Risiken wie den Ausfall des Emittenten und eine höhere Volatiltät.

Breit diversifizierter Index

Die Schattenseiten der High- Yield-Bonds will iShare ausschalten. Knapp zwei Drittel der im Index enthaltenen Anleihen haben laut iShares derzeit ein BB-Rating. Bonds mit einem CCC-Rating kommen auf lediglich fünf Prozent. Um das Risiko für die Investoren zu reduzieren, setzt iShares mit dem Markit iBoxx Euro Liquid High Yield auf einen breit diversifizierten Index. Der Index umfasst Unternehmensanleihen mit einem ausstehenden Volumen von mindesten 250 Millionen Euro und einer Restlaufzeit zwischen 2 und 10,5 Jahren. 180 dieser Papiere sind im Index enthalten. Die Diversifikation sei der Schlüsselfaktor, erläutert Alex Claringbull, Portfolio-Manager und Renten-Experte von BlackRock. „Der ETF enthält eine breite Anzahl an Anleihen und das minimiert das Risiko, das der Anleger hätte, wenn er selbst nur einige dieser Anleihen halten würde“, erläutert er.

Weltweit gestreut

Der Index minimiert auch Klumpenrisiken innerhalb des europäischen Wirtschaftsraums: Der Index enthält zwar nur auf Euro lautende Unternehmensanleihen, die Emittenten kommen aber auch aus dem Ausland. So enthält der Index auch Unternehmensanleihen aus den USA (6,55 %), Kanada (0,96 %), Australien (0,3 %) sowie aus Kasachstan (0,39 %), Südafrika (2,43 %) und Liberia (0,96 %). Die Anleihen deutscher Unternehmen sind mit 16,9 Prozent allerdings am stärksten gewichtet. An zweiter Stelle folgen niederländische Anleihen (16,37 Prozent) und auf Platz drei französische (15,73 Prozent). Dass der Anteil deutscher Unternehmensanleihen im Index so groß sei, liege daran, dass es in Deutschland, gemessen an der Marktkapitalisierung, viele Emittenten von High-Yield-Bonds gebe, erläutert Alex Claringbull. Zu den zehn größten Positionen im Index gehören derzeit unter anderem Anleihen von Fiat Finance and Trade aus Italien, Evonik Degussa, Pernod-Ricard und HeidelbergCement.

Kosten des ETF sind gerechtfertigt

Der ETF wurde bereits am 3. September aufgelegt und war zunächst nur an der Londoner Börse handelbar. Anfang Dezember waren bereits 250 Millionen Euro investiert. Die Kosten des ETFs sind mit 0,5 Prozent Managementgebühr zwar deutlich höher als bei anderen Renten-ETFs, dies ist aber aufgrund des komplexen und schwierigen Marktsegments durchaus gerechtfertigt. Wie für iShares typisch, wird die Indexabbildung durch den physischen Erwerb der im Index enthaltenen Anleihen dargestellt. Momentan gibt es viele High-Yield-Bonds am Markt. Weil sich seit der Finanzkrise viele Banken mit neuen Krediten zurückhalten, sind viele Unternehmen derzeit gezwungen, sich am Kapitalmarkt zu refinanzieren. Ein Weg ist das Begeben von Unternehmensanleihen. Allein seit Jahresbeginn haben Unternehmen in Westeuropa hochverzinsliche Anleihen für insgesamt 54 Milliarden US-Dollar emittiert.

Weitere Informationen zum ETF finden Sie hier:

Index: Markit iBoxx Euro High Yield
Anbieter: iShares
Typ: ETF
WKN: A1C8QT
TER: 0,50 %
Kurs: 102,53 Euro

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