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Japan – ein Jahr nach Tsunami und Fukushima

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Japan nach dem Tsunami

Vor etwa einem Jahr wurde Japan von der schrecklichen Dreifachkatastrophe Erdbeben, Tsunami und anschließender Nuklearkatastrophe heimgesucht. Nach einem zwischenzeitlichen Einbruch hat sich das Land wirtschaftlich wieder leicht erholt.

Die Fukushima-Katastrophe erreichte Japan in einer wirtschaftlich schwierigen Situation. Seit rund 20 Jahren dümpelt das Wirtschaftswachstum vor sich hin. Zudem tickt im Land eine demografische Zeitbombe aufgrund der sehr hohen Überalterung der Gesellschaft: Derzeit sind etwa 23 Prozent der Japaner über 65 Jahre alt. Ab 2013/14 gehen weitere 8 Millionen Japaner in Rente. Damit sinkt nicht nur die Zahl der Erwerbstätigen, sondern auch die Zahl der Sparer. Das ist schlecht für Japans Staatsverschuldung, die im Jahr 2010 bereits geschätzte 220 Prozent des Bruttoinlandsproduktes (BIP) ausmachte. Im Jahre 2011 dürfte diese nach Schätzungen des Internationalen Währungsfonds (IWF) bei 233 Prozent gelegen haben. 25 Prozent der Staatsausgaben gehen für die Bedienung der Schuldenlast drauf. Die Regierung steckt in einem Dilemma: Das Land kann sich nicht noch mehr verschulden. Also wurden politisch umstrittene Steuererhöhungen angekündigt, um notwendige Infrastrukturmaßnahmen insbesondere in den vom Tsunami betroffenen Regionen zu finanzieren. Es soll deswegen auch einen Aufschlag auf die Einkommens- und Körperschaftssteuer geben. Zudem soll die Mehrwertsteuer von 5 auf 10 Prozent erhöht werden.

Silberstreif am Konjunkturhimmel

All das verzögerte den Wiederaufbau. Inzwischen konnten aber die Lücken in den Produktionsketten geschlossen werden. Zu allem Unglück wurden japanische Elektronik- und Autounternehmen auch von den Überschwemmungen in Thailand betroffen. Das führte dann dazu, dass das BIP im 4. Quartal 2011 um 1,4 Prozent nachgab. Auch das Handelsbilanzdefizit erreichte im Januar 2012 mit rund 1,5 Billionen Yen (14 Mrd. EUR) ein Rekordhoch. Die Regierung rechnet jedoch inzwischen wieder mit einem Wirtschaftswachstum von 2,2 Prozent und es gibt Anzeichen einer Konjunkturerholung.

Zahlreiche ETFs verfügbar

Wer trotz der erwähnten Probleme in den japanischen Aktienmarkt investieren möchte, kann das mit einer Vielzahl von ETFs tun. Bekanntester japanischer Index ist der Nikkei 225, der die 225 wichtigsten japanischen Unternehmen umfasst, die an der Tokioter Börse gelistet sind. Die Auswahl unterliegt keinen festen Regeln. Auswahlkriterien bei der jährlichen Anpassung sind die Liquidität sowie die Branchenzugehörigkeit. Größter ETF auf den Index ist der iShares ETF (WKN: A0H08D). Breiter diversifiziert ist der Tokio Stock Price Index (TOPIX). Er umfasst rund 1.700 Werte. Hier bietet sich für ein Investment der Lyxor Topix ETF (WKKN: A0ESMK) an. Er bildet den Index via Swaps ab, Erträge werden ausgeschüttet. Die größte Auswahl an ETFs gibt es allerdings beim MSCI Japan Index. Der Index bietet Investoren Zugang zu mehr als 300 japanischen Blue Chips und Mid Caps. Investierbar ist er beispielsweise mit dem iShares MSCI Japan (WKN: A0DPMW). Dieser ETF bildet den Index voll replizierend ab und schüttet die Erträge aus.

Fazit:

Als größte Industrienation dürfen in einem breit diversifizierten Portfolio eigentlich keine japanischen Aktien fehlten. Die Entwicklung der vergangenen Jahre drängt ein Investment aber nicht unbedingt auf. Die Auswahl an verfügbaren ETFs ist reichlich.

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