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Kennzeichen für eine bevorstehende ETF-Schließung

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Nachdem Lyxor kürzlich die ersten ETFs vom Markt genommen hat, erreichen uns regelmäßig Anfragen
von Lesern, die wissen wollen, woran man eine bevorstehende ETF-Schließung erkennt.

Viele Anleger haben zum Jahreswechsel 2008/2009 aufgrund der Einführung der Abgeltungsteuer die Altersvorsorge in Exchange Traded Funds (ETF) investiert. Der Steuervorteil wurde dabei für die Zukunft konserviert und künftige Kursgewinne können unbegrenzt nach einer Haltedauer von zwölf Monaten steuerfrei realisiert werden. Nachdem nun einer der großen ETF-Anbieter, Lyxor, kürzlich einige ETFs vom Markt genommen hat, machen sich Anleger nun Sorgen, dass künftig weitere ETFs vom Markt verschwinden werden.

Das Geld ist nicht verloren

Das Wichtigste für Sie zuerst: Wenn ein ETF geschlossen wird, verlieren Anleger nicht das investierte Kapital, sie werden auch nicht eines Tages aufwachen und einen geschlossenen ETF vorfinden. Die Anbieter kündigen eine Schließung rechtzeitig im Voraus an, um den Anlegern Zeit zu geben entsprechende Schritte einzuleiten. Nach der Schließung eines Fonds werden die Wertpapiere im Fonds liquidiert und der Erlös wird an die Investoren ausbezahlt. Die Anleger erhalten also den vollen Net Asset Value (NAV) des Fonds ausgezahlt. Nachfolgend finden Sie unsere Regeln, mit denen Sie eine überraschende Fondsschließung vermeiden können.

Die Größe des ETFs

Fondsgesellschaften werden keine erfolgreichen Fonds schließen. Ein ETFAnbieter verdient vor allem an der Verwaltungsgebühr und ist deswegen an möglichst vielen ausgegebenen ETFAnteilen interessiert. Das verwaltete Vermögen eines Fonds (Assets Under Management) ist dementsprechend ein sehr aussagekräftiges Kriterium bei der Bewertung eines ETF bezüglich einer bevorstehenden Schließung. Auf die Größe kommt es auch bei der Bewertung der ETF-Anbieter an, da der wirtschaftliche Erfolg und damit die Beständigkeit sehr stark vom generierten Volumen abhängt.

Die Lebensdauer des ETFs

Untersuchungen aus den USA, dem Heimatland der Indexfonds, ergaben, dass ETFs, die aufgelöst wurden, durchschnittlich etwas mehr als ein Jahr auf dem Markt waren. Stellt sich der Erfolg dann nicht ein, könnte eine Fondsschließung stattfinden. Anleger können einem Fonds also etwa sechs Monate Zeit geben, um ein Interesse aufkommen zu lassen. Alternativ kan man auch nur ETFs kaufen, die schon länger als ein Jahr am Markt verfügbar sind.

Die Liquidität des ETFs

Ein hohes Handelsvolumen, börslich und auch außerbörslich, ist ein gutes Zeichen für die Langlebigkeit eines Fonds, denn dies führt letztendlich zu höheren Assets Under Management oder gibt den Market-Makern oft aus den Handelsabteilungen der ETFAnbieter die Möglichkeit, viel mit dem Handel der ETFs zu verdienen. Gerade bei Branchen-ETFs können je nach Branchentrend Fondsvolumen stark schwanken. Deshalb werden die ETFAnbieter aber nicht gleich die ETFs auflösen, denn eine heute vernachlässigte Branche kann schon morgen wieder interessant für Anleger sein.

Die Qualität des ETFs

Beobachten Sie den Tracking Error. Denn Fonds mit einer hohen Qualität bei der Indexabbildung werden von institutionellen Anlegern bevorzugt erworben. Dadurch steigt langfristig der Umsatz und damit auch das Interesse des Anbieters, den Fonds nicht zu schließen. Zudem sollten diese ETFs mittelfristig auch die meisten Assets generieren können. Qualität zahlt sich eben langfristig immer aus.

Unser Fazit:

Die Schließung eines ETFs muss nicht unbedingt immer schlecht sein, es kommt dadurch zu einer natürlichen Bereinigung des Angebots – denn nicht jeder Anlagemarkt ist langfristig ein Hit. Sofern sich der Anleger auf Indexfonds der bekannten Indizes wie DAX, S&P 500 & Co. konzentrieren und zusätzlich noch die Höhe des Fondsvolumens berücksichtigen, sollten künftige Fondsschließungen ihn nie betreffen.

 

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