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Performancestudie: Auch Fondsmanager kämpfen mit Niedrigzinsumfeld

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Auch Fondsmanager sind angesichts des Niedrigzeinsumfeldes überfordert. Das zeigt eine aktuelle Performancestudie von Lyxor Asset Management.

Nicht nur Privatanleger stoßen angesichts des anhaltenden Niedrigzinsumfeldes an die Grenzen, im Anleihenbereich noch entsprechende Renditen zu erzielen Auch institutionelle Investoren und Fondsmanager aktiver Investmentfonds tun sich schwer, den Markt zu outzuperformen. Das zeigt eine aktuelle Performancestudie aktiver Investmentfonds von Lyxor Asset Management. Nur 35 Prozent der Fondsmanager gelang es im zweiten Quartal, eine überdurchschnittliche Wertentwicklung zu erzielen. In den ersten drei Monaten gelang dies immerhin noch 53 Prozent. „Hochzinsanleihen in Euro und Schwellenländeranleihen erwiesen sich als das härteste Pflaster“, so die Begründung der Fondsgesellschaft.

Performancestudie: Kurzfristig bessere Ergebnisse von Aktienfonds-Managern

Insgesamt stellte die aktuelle Performancestudie von Lyxor jedoch eine deutliche Verbesserung der Fondsmangerleistungen fest. 55 Prozent der Fondsverwalter übertrafen im zweiten Quartal 2017 ihren Vergleichsindex. Zum Vergleich: Ende des vergangenen Jahres gelang dies nur 28 Prozent der Fondsmanager und im 1. Quartal 2017 nur rund 52 Prozent. Zu dem verbesserten Ergebnissen im 2. Quartal trugen die Fondsmanager von Aktien-Investmentfonds bei. Im  zweiten Quartal gelang es immerhin 63 Prozent von ihnen, ihre Benchmark zu schlagen. Dabei kamen ihnen laut Autoren der Performancestudie die günstigere Wirtschaftslage und die immer noch lockere Geldpolitik der Zentralbanken zugute. Die größten Veränderungen seien bei Managern europäischer Large- und Mid-Caps, globaler Aktien und britischer Aktien zu verzeichnen gewesen.

Fondsmanager zeigen ihre Stärken in weniger effizienten Märkten

„In Europa war die Performance der aktiven Manager sehr eng mit der besseren Entwicklung des niedrigen Beta-Faktors verbunden. Im Gegensatz zu 2016 war ihre defensive Ausrichtung diesmal von Erfolg gekrönt. Zudem erholten sich europäische Small-Caps im vergangenen Quartal kräftig. Damit setzten sie einen Trend fort, der bereits in der letzten Lyxor-Studie festgestellt worden war: Tendenziell ist ein aktives Management in weniger liquiden Marktsegmenten immer noch effizienter. 73 Prozent der globalen Aktienfondsverwalter, von denen die meisten stärker auf Europa als auf die USA setzten und auf eine Absicherung ihres Währungsrisikos verzichteten, wurden durch die Abwertung des US-Dollars gegenüber dem Euro unterstützt“, so die Fondsgesellschaft.

Nur wenigen Fondsmanagern gelingt eine nachhaltige Outperformance

Die Ergebnisse der Performancestudie zeigen, dass die Fondsmanagerleistungen von Quartal zu Quartal  sehr schwanken und wie bei Privatanlegern sehr abhängig vom jeweiligen Marktumfeld sind. Nur wenigen der Fondsmanager gelingt es nach dem Ergebnis zahlreicher Untersuchungen, langfristig eine Überrendite zu erzielen. Das zeigte zuletzt eine Langfriststudie von S&P Dow Jones Indices. Der Untersuchung zufolge gelang es über die vergangenen zehn Jahre in Europa beinahe keinem einzigen Fondsmanager, seinen Vergleichsindex zu schlagen, wenn er in weltweite Aktien, in Schwellenländer-Aktien oder in US-Aktien investierte. 98,9 Prozent aller US-Aktienfonds schafften über die vergangenen zehn Jahre nicht ihren Vergleichsindex. Bei Schwellenländer-Fonds lag die Quote bei 97 Prozent und bei weltweit investierenden Fonds bei 97,8 Prozent

Nicht viel besser war das Ergebnis aller untersuchten aktiven Investmentfonds: 86 Prozent aller 25.000 von S&P Dow Jones Indices untersuchten aktiven Fonds verfehlten über den Zeitraum von zehn Jahren nach Abzug von Gebühren ihre Benchmark. Beim Betrachtungszeitraum von fünf Jahren lagen noch 80 Prozent der Fonds unter der Messlatte. Die Wahrscheinlichkeit für einen Anleger, einen Fonds auszuwählen, der langfristig eine Überrendite gegenüber dem abgebildeten Vergleichsindex erzielt, ist somit äußerst gering.

Mit ETFs partizipieren Anleger hingegen 1:1 an der Wertentwicklung des abgebildeten Index. Zwar vergeben sie sich damit die langfristig geringe Chance, den Markt zu schlagen, sie erhalten aber zumindst die Garantie, den Markt adäquat abzubilden, und dies ohne höhere Verwaltungskosten, Performancegebühr oder Ausgabeaufschlag.

Weitere Informationen dazu finden Sie unter „ETFs und aktive Fonds: Der perfekte Mix fürs Depot -Interview mit Sven Gundermann“, „Scope: ETFs schlagen aktiive Fonds“ und  „ETFs und aktive Fonds auf Dividenden im Vergleich“.

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Uwe Görler ist seit fünf Jahren Finanzredakteur für das „EXtra-Magazin“ und das „Portfoliojournal“. Davor schrieb er in verantwortlicher Position für die „Zertifikatewoche“ und schrieb Beiträge für Hörfunk- und Fernsehsender, darunter Antenne Bayern und N24.