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McKinsey sagt rasantes Wachstum der ETF-Branche voraus

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ETF Branche wächst weiter

Die ETF-Branche steht laut einer Studie der Unternehmensberatung McKinsey vor einem grundlegenden Wandel mit wachsenden Herausforderungen für die Anbieter. Ein zunehmender Kostendruck und eine weiter fortschreitende Finanzregulierung könnten der Branche jedoch einen weiteren Schub geben.

Ging es in Phase I noch vor allem darum, möglichst als erster die Chancen des Marktes zu erkennen und etwa durch die erstmalige Abbildung bestimmter Indizes seine „Claims“ abzustecken, so wird es künftig in Phase II darum gehen, die Chancen des Wettbewerbs erfolgreich zu bestehen. Für langjährig auf dem ETF-Markt tätige Anbieter heißt dies beispielsweise, ihre Markt- und Produktkompetenz weiter auszuspielen, für neue Anbieter dagegen, spezielle Nischenmärkte zu besetzen.

In 5 Jahren auf bis zu 4,7 Billionen US-Dollar in ETFs

Im Dezember 2010, also beinahe 18 Jahre nach Einführung des ersten US-ETFs, wurde die eine Billion-US-Dollar-Marke bei den Assets under Management erreicht. Das bedeutet im Zeitraum 2000 bis 2010 ein jährliches Wachstum von rund 30 Prozent. Zum Vergleich: klassiche  Fonds erzielten im selben Zeitraum ein durchschnittliches Marktwachstum von 5 bis 6 Prozent. Das stärkste Wachstum auf einem hohen Niveau erzielten ETFs in den vergangenen drei Jahren auf dem nordamerikanischen Markt (+88 Prozent) und Europa (+90%). Noch stärker legten ETFs mit +130 Prozent im pazifischen Raum zu, allerdings auf wesentlich geringerer Ausgangsbasis. Mittlerweile ist die 1,5 Billionen US-Dollar nahezu erreicht und gehe man von dem zurückliegenden Wachstum aus, so erreiche man in fünf Jahren die Marke von 3,1 bis 4,7 Billionen US-Dollar bei ETFs, so die McKinsey-Studie.

ETF-Markt stark durch Wettbewerb geprägt

Das schnelle Wachstum bei ETFs geht einher mit einer steigenden Anzahl an sogenannten Fehlstarts. Als solcher wird von den Autoren der Studie ein ETF-Volumen von unter 100 Mio. USD nach zwei Jahren bezeichnet. Erreichten zwischen den Jahren 2000 und 2007 nur zehn der neu aufgelegten ETFs diese Marke nicht, so waren es in den darauffolgenden drei Jahren mehr als 150 ETFs, die diese Schallmauer nicht erreichten. Daraus schließen die Autoren von McKinsey, dass der Markt mittlerweile schon hoch kompetitiv ist.

Kostendruck und zunehmende Regulierung beschleunigen ETF-Wachstum

Dieser Trend wird sich laut der Studie weiter verstärken. Fondsmanager aktiv gemanagter Fonds wären angesichts immer unattraktiver gewordener Renditen gezwungen, sich nach kostengünstigen Investments umzusehen. Dabei wären häufig ETFs die erste Wahl. Befördert werde dieser Trend durch eine zunehmende Regulierung staatlicherseits, die Kosten zu senken, wie beispielsweise in Großbritannien und Australien. Vor allem hinsichtlich der Gebührenstrukturen sind ETFs auch transparenter, ein weiterer Punkt, der ETFs im Zuge der zunehmenden Regulierung zugute käme. Sehr hoch sei auch noch das zukünftige Potential für weiteres Wachstum. Noch über 15 Prozent der institutionellen Investoren lehnt laut der McKinsey-Studie ETFs ab, 35 Prozent lehnen sie zwar nicht ab, verwenden jedoch noch keine ETFs. Im Retail-Markt bei Privatanlegern sind rund 40 Prozent dieser Meinung. Die wachsende Bekanntheit von ETFs mit den Vorteilen von Kostenersparnis verbunden mit einer hohen Transparenz und Liquidität werde jedoch noch mehr Investoren für den ETF-Markt begeistern. Zunehmender Druck von Seiten der Aufsichtsbehörden werde auch Berater dazu zwingen, weniger auf die eigenen Provisionen zu schauen und mehr im Interesse der Anleger nach kostengünstigeren Alternativen zu suchen.

Nischenmärkte als Chance für Neueinsteiger

Neueinsteiger in den Markt dagegen können sich durch spezielle Nischenmärkte behaupten. Dies könne beispielsweise durch bestimmte rolloptimierte Produkte geschehen oder durch das Anbieten aktiv gemanagter ETF-Portfolios. Bisher würden letztere gerade einmal 1 Prozent der Assets ausmachen, doch das Potential für solches aktives Management von ETFs sei noch gewaltig.

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Uwe Görler ist seit fünf Jahren Finanzredakteur für das „EXtra-Magazin“ und das „Portfoliojournal“. Davor schrieb er in verantwortlicher Position für die „Zertifikatewoche“ und schrieb Beiträge für Hörfunk- und Fernsehsender, darunter Antenne Bayern und N24.