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Mehr Stabilität im Portfolio mit Währungs-ETFs

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Mehr Stabilitaet mit Waehrungs-ETFs

Ein Portfolio mit hohen Schwankungen bringt jeden Anleger in eine unangenehme Situation. Auf der Suche nach stabilen Renditequellen wurde man bei den klassischen Anlageklassen Aktien, Anleihen und Rohstoffe in jüngster Vergangenheit oftmals enttäuscht. Eine relativ stabile Renditequelle stellt der bei vielen als Mittel zum Zweck verschriebene Devisenmarkt dar. Mit einer intelligenten Devisen-Strategie können Anleger bei geringen Schwankungen eine attraktive Rendite erzielen.

Der Devisenmarkt als sicherer Hafen?

Bisher wird der Devisenmarkt erst sehr eingeschränkt für systematische Investments genutzt, was bei den attraktiven Renditen die erzielt werden sehr verwundert. So konnte beispielsweise die Deutsche Bank Currency Returns Strategie  in den Jahren 1990 bis Juli 2009 eine Rendite von 8,1 Prozent per anno verdienen und damit mehr als im Aktien- oder Anleihemarkt. Dabei war die Schwankungsbreite mit fünf Prozent sehr gering.

Hohe Liquidität des Devisenmarkts

Auf der Suche nach Gründen für das geringe Interesse privater Anleger wird häufig aufgeführt, dass der Markt aufgrund seiner hohen Liquidität keine Renditemöglichkeiten bietet. Diese verschwinden durch Arbitrage sofort wieder. Dies ist aber aufgrund der heterogenen Marktstruktur nicht ganz richtig. Während Exportunternehmen beispielsweise einfach nur ihre Devisen tauschen, wollen Investoren an Kursbewegungen in Form positiver Renditen partizipieren. Die nicht Investment orientierten Marktteilnehmer zahlen diesen dann quasi eine Liquiditätsprämie.

Die Currency Return Strategie

Die Deutsche Bank Currency Return Strategie wird von db x-trackers mit einem ETF abgebildet, welcher seit seiner Auflage im Januar 2008 eine Rendite von 14,8 Prozent erreicht hat. Der Currency Returns ETF (ISIN: LU0328474472) setzt sich zu gleichen Teilen aus drei Strategien zusammen, die jeweils auch mit einem einzelnen ETF abgebildet werden. Dabei setzt man auf drei weit verbreitete Annahmen, mit denen Währungsschwankungen erklärt werden.

Teil 1: Valuation-Strategie

Die Valuation-Strategie basiert auf der Annahme der Kaufkraftparität. Es handelt sich dabei um ein Modell zur langfristigen Vorhersage von Wechselkursbewegungen. Es wird beispielsweise berechnet, wie viele Einheiten einer Währung benötigt werden, um den gleichen repräsentativen Güterkorb zu kaufen, den man für einen Dollar in Amerika erhalten würde. Dahinter steht die Überlegung, dass ein Gut überall auf der Welt letztlich den gleichen Preis haben muss, weil es sonst zu Arbitrage kommen würde. Kurzfristig kann der Wechselkurs abweichen, langfristig sollte der Kurs aber um die Kaufkraftparität schwanken. Der Currency Valuation Index, auf dem der gleichnamige ETF (ISIN: LU0328473748) basiert, kauft Terminkontrakte auf drei unterbewertete Währungen, und verkauft drei überbewertete Währungen. Welche das jeweils sind, ergibt sich aus der Kaufkraftparitätsstudie der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD). Derzeit stehen das britische Pfund, der Neuseeland- und der US-Dollar auf der Kaufseite. Als überbewertet gelten Schweizer Franken, sowie die Norwegische und Schwedische Krone.

Teil 2: Carry-Strategie

Bei der Zusammensetzung des db x-trackers Currency Carry ETF (ISIN: LU0328474126) kommt es auf die Differenzen von Geldmarktzinsen zwischen verschiedenen Ländern an. Es werden Terminkontrakte auf Währungen mit hohem Zinsniveau gekauft. Zurzeit sind das der Australische und Neuseeland- Dollar sowie die Norwegische Krone. Devisen aus den Niedrigzinsländern sind derzeit US-Dollar, japanischer Yen sowie Schweizer Franken und werden verkauft. Die Idee dahinter ist, dass tendenziell Geld in Währungsräume mit hohen Zinsen fließt. Dies führt dann zu einem Aufwertungsdruck bei diesen Devisen. Ausnahmen sind Extremsituationen, wie beispielsweise im Herbst 2008. Die Risikoaversion der Investoren führte zu Umschichtungen in US-Dollar und Yen, obwohl sie unter Zinsgesichtspunkten unattraktiv waren, der Curreny Carry Index verlor deshalb. Seit November 2008 scheinen die Gesetze am Devisenmarkt wieder zu funktionieren, der db x-trackers Currency Carry ETF gewann seitdem 18,5 Prozent an Wert.

Teil 3: Momentum-Strategie

Der dritte Währungsstrategie-ETF im Bunde, der db x-trackers Currency Momentum ETF (ISIN: LU0328474043) setzt auf die Strategie dem Trend zu folgen. Auf Währungen, die in den vergangenen 12 Monaten am stärksten gegenüber dem US-Dollar zugelegt haben, werden Terminkontrakte gekauft. Derzeit befinden sich Australischer Dollar, Japanischer Yen und Schweizer Franken im Aufwärtstrend. Dagegen stehen Short-Kontrakte auf das britische Pfund, die Schwedische und die Norwegische Krone. Insgesamt hat sich die Strategie relativ gut während der Finanzkrise bewährt. Seit Auflage im Januar 2008 liegt der Curreny-Momentum-ETF mit rund 12,7 Prozent im Plus.

Währungs-ETFs sind eine attraktive Depot-Ergänzung

Neben der interessanten Rendite liegt der entscheidende Vorteil dieser Währungsstrategien in ihrem positiven Gesamteffekt für die Portfolio-Allokation. Die Vorteile von Liquidität, Transparenz und Diversifikation zeigen sich im Currency-Returns-ETF besonders deutlich. Während die einzelnen Strategien temporäre Schwankungen durchmachten, lieferte der zusammenfassende Currency-Returns- ETF sowohl 2008 wie auch 2009 konstante Renditen von etwa 6,7 Prozent ab. Die geringe Korrelation mit traditionellen Anlageklassen wie Aktien oder Anleihen wird dadurch abermals belegt. Das macht Währungs-ETFs zu einer attraktiven Ergänzung für ein ausgewogenes Portfolio.

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Die Redaktion des EXtra-Magazins setzt sich aus erfahrenen Finanzexperten zusammen. Teilweise veröffentlichen wir auch Gastbeiträge auf unserem Portal. Wir lieben ETFs, Indexfonds und alles zum Thema Geldanlage und arbeiten täglich daran Ihnen die aktuellsten und nützlichsten Informationen zu liefern.