Zusammenschluss großer US-Finanzkonzernen für die Gründung einer neuen Börse
Zusammenschluss großer US-Finanzkonzernen für die Gründung einer neuen Börse

Neun US-amerikanische Finanzkonzerne haben sich zusammengeschlossen, um eine neue Börse ins Leben zu rufen. Damit wollen sie den hohen Gebühren an anderen Handelsplätzen den Kampf ansagen.

Laut eines Berichtes von Fondsprofessionell steht die Neugründung eines neuen Handelsplatzes kurz bevor. Member Exchange, kurz MEMX, ist der Name, den eine neunköpfige Gruppe von US-Finanzkonzernen für ihre neue Börse gewählt hat. Damit wollen die Gruppenmitglieder, zu denen unter anderem die Investmentbank Morgan Stanley, die Fondsgesellschaft Fidelity, die Bank of America Merrill Lynch und der Broker Charles Schwab gehören, den etablierten Handelsplätzen New York Stock Exchange und Nasdaq Konkurrenz machen. Das berichtet das Handelsblatt unter Berufung auf das „Wall Street Journal“. Bis die neue Börse von der US-Wertpapieraufsicht SEC genehmigt wird, kann es allerdings noch rund ein Jahr dauern.

Grund für die Neugründung der Handelsplattform ist der Ärger vieler Marktteilnehmer über hohe Gebühren bei den klassischen Börsen. An der MEMX sollen die Preise für Transaktionen oder die Lieferung von Daten günstiger sein. Die erste Finanzierungsrunde liegt laut Handelsblatt bei 70 Millionen US-Dollar. Die Gründungsgruppe will die Börse gewinnorientiert betreiben, obwohl sie ihren eigenen Hauptkunden gehören soll.

Börsen-Alternativen bislang mäßig erfolgreich

Bereits im Jahr 2012 hatte es mit der IEX Group den Versuch einer Alternativ-Börse gegeben. Das Hauptziel: Hochfrequenzhändler sollten es dort schwerer haben. Heute hat IEX allerdings einen Marktanteil von gerade einmal 2,5 Prozent. Trotzdem in der MEMX-Gründungsgruppe sogar ein Hochfrequenzhändler vertreten ist, äußert sich IEX-Gründer Brad Katsuyama positiv zu den aktuellen Plänen: „Das ist die jüngste Bestätigung, dass der Börsenhandel voller Interessenskonflikte ist und die Marktteilnehmer diesen Marktmissbrauch nicht mehr länger tolerieren werden.“

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