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Mit Dividenden-ETFs durch die Krise

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Wer im aktuellen Marktumfeld nach interessanten Anlagestrategien sucht, kommt an dividendenorientierten Konzepten derzeit nicht vorbei. Denn trotz der jüngsten Erholungsrallye bewegen sich die Dividendenrenditen immer noch auf einem beachtlich hohen Niveau.

 

Für europäische Aktien liegt sie im Schnitt bei 4,1 Prozent. Zum Vergleich: Europäische Staatsanleihen bringen – gemessen an der Umlaufrendite – im Augenblick lediglich 2,80 Prozent Ertrag im Jahr.

Gute Performance bei Dividenden-ETFs

Durch Fokussierung auf besonders dividendenstarke Titel kann der Renditebeitrag der Dividenden noch gesteigert werden. So überrascht es auch nicht, dass der DJ Euro Stoxx Select Dividend 30 Total Return Index, der die 30 dividendenstärksten Aktien aus dem Euroland enthält, seit Jahresbeginn um rund 25 Prozent zugelegt hat, während der Leitindex DJ Euro Stoxx 50 auf Total-Return-Basis lediglich um 18 Prozent vorankam. Ein weiterer Pluspunkt: Aktien mit hoher Dividendenrendite sind historisch betrachtet etwas geringeren Kursschwankungen unterworfen als der übrige Markt. Die geringere Volatilität könnte damit zusammenhängen, dass Unternehmen mit hoher Ausschüttung ihrem Anleger einen regelmäßigen Einkommensstrom – und damit auch etwas mehr Sicherheit – bieten. Außerdem wird häufig unterstellt, dass Gesellschaften mit einer soliden Dividendenvergangenheit auch eine solide Ergebnishistorie aufweisen.

Problem der Nachhaltigkeit

Für die Zukunft bedeuten muss das freilich nichts. Genau hierin liegt die Schwäche einer statischen Kennzahl wie der Dividendenrendite. In Krisenzeiten besteht die Gefahr, dass die Ergebnissituation keine Ausschüttung mehr zulässt oder die Dividende zu Gunsten einer Entschuldungspolitik geopfert wird. Tatsächlich haben bereits zahlreiche Banken und Versicherungen aus dem traditionell dividendenstarken Finanzsektor ihre Dividenden während der Krise reduzieren oder sogar ganz streichen müssen. Das Problem der Dividendenkontinuität ist zwar nicht zu vernachlässigen. Trotzdem können sich auch in der aktuellen Phase Dividendenstrategien auszahlen. Zum einen gibt es weiterhin viele Gesellschaften mit relativ stabilen Einnahmenströmen. Man denke insbesondere an die Energieversorger oder den Telekommunikationssektor. Zum anderen haben Untersuchungen gezeigt, dass Dividendenzahlungen in der Regel stetiger als die Konzerngewinne verlaufen, da das Managementziel einer konstanten Dividendenpolitik zunehmend an Bedeutung gewinnt.

Dividendenstrategien per ETF umsetzen

Mit steigenden Überschüssen wächst das Ausschüttungspotenzial, was sich wiederum positiv auf den Kurs auswirken sollte. Ein Einstieg in dividendenstarke Titel könnte sich also doppelt bezahlt machen – in Form hoher Dividendenrenditen sowie der Chance auf Kurssteigerungen. Ein ideales Investmentvehikel, um von diesen beiden Punkten bequem und kostengünstig zu profitieren, bieten ETFs auf spezielle Dividendenindizes. Hier gibt es mittlerweile ein staatliches Angebot an Produkten, etwa auf den bereits eingangs erwähnten Dow Jones Euro Stoxx Select Dividend 30 Index. Aber auch Indexfonds auf deutsche, US-amerikanische oder weltweite Dividendenindizes sind erhältlich. Beachten sollten Anleger, ob sich der ETF auf einen Preis- oder Performanceindex bezieht. Im ersteren Fall werden die vom Fondsanbieter vereinnahmten Dividendenerträge gewöhnlich periodisch ausgeschüttet. Bei Performance- Indizes (auch Total Return; Dividendenzahlungen werden im Kurs berücksichtigt) erfolgt in der Regel eine Thesaurierung der Erträge. Eine Liste mit allen verfügbaren Dividendenstrategie-ETFs finden Sie hier.

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