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Mit ETFs auf die Ausschüttungskönige setzen

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Münzenstapel

Dividenden sind für einen bedeutenden Anteil an der Gesamtrendite eines Aktieninvestments verantwortlich. Wie Anleger mit ETFs kostengünstig und bequem in Dividendenstrategien investieren. Für nicht wenige Zeitgenossen ist der Mai der schönste Monat des Jahres. Auch Aktionäre sehen dem Wonnemonat traditionell erwartungsvoll entgegen, denn dann erreicht die Dividendensaison ihren Höhepunkt.

Dieses Mal ist die Vorfreude allerdings etwas gedämpft. Schuld daran ist die Wirtschaftskrise mit ihren negativen Folgen für die Unternehmensgewinne.

Geldregen auch für ETF-Anleger

Einen dramatischen Einbruch wird es allerdings nicht geben. Mehrere Prognosen – etwa vom Anlegermagazin Börse Online oder von der Commerzbank – kommen zu dem Schluss, dass allein die DAX-Unternehmen in diesem Jahr rund 20 Milliarden Euro ausschütten werden. Das würde im Vergleich zum Vorjahr einem Rückgang von 13 Prozent entsprechen. Angesichts eines erwarteten Gewinneinbruchs bei den DAX-Titeln von rund 25 Prozent hätte es auch schlimmer kommen können. Ebenfalls positiv: Die Schätzungen gehen davon aus, dass immerhin die Hälfte der DAX-Gesellschaften ihre Dividenden entweder stabil halten oder sogar erhöhen werden.

Bessere Performance mit Dividenden-Aktien

Die Dividende beziehungsweise die Dividendenrendite ist eines der wichtigsten fundamentalen Kriterien zur Bewertung von Aktien. Sie stellt den Ausgangspunkt zahlreicher value-orientierter Anlagestrategien dar. So zeigt die Fähigkeit, Dividenden auszuschütten, zum einen, dass das Unternehmen über eine gesunde finanzielle Solidität und eine starke Substanz verfügt. Zum anderen ist die Dividende für einen bedeutenden Anteil an der Gesamtrendite eines Aktieninvestments verantwortlich. Der letzte Punkt wird durch eine Studie von Allianz Global Investor verdeutlicht: Hätte ein Anleger im Jahr 1970 einmalig 100 Euro in Aktien des MSCI Europa investiert und die Dividendenzahlungen jährlich wieder angelegt, hätte er sich Ende 2008 über eine Vermögenssumme in Höhe von 3.708 Euro (vor Steuern) freuen können. Ohne den Beitrag der jährlich reinvestierten Dividenden, das heißt bei Betrachtung der „reinen“ Kursentwicklung, wäre das Portfolio lediglich auf 912 Euro gewachsen. Per Saldo war die annualisierte Gesamtrendite der Aktienanlage in dieser Zeitspanne in Höhe von 9,6 Prozent fast zur Hälfte durch die Dividendenzahlungen bestimmt.

Die „Hunde“ unter den Aktien

Dennis Nacken, Senior Analyst bei Allianz Global Investors, merkt an, dass bei der vorherigen Rechnung lediglich ein marktbreiter Aktienindex betrachtet wurde. „Durch Fokussierung auf besonders dividendenstarke Titel kann der Beitrag der Dividenden noch gesteigert werden“, so Nacken. Vor diesem Hintergrund überrascht es nicht, dass die Konzentration auf dividendenstarke Titel zu einer der beliebtesten Anlagestrategien überhaupt gehört. Auch die berühmte „Dogs-of-the- Dow“-Strategie setzt hier an. Dieser etwas seltsam anmutende Name geht auf die US-amerikanische Umgangssprache zurück. Als „Dogs“ (Hunde) werden auch minderwertige Sachen bezeichnet. Somit fällt auch eine Aktie mit einer schlechten Kursentwicklung unter diesen Begriff. Die Dow-Hunde kommen nämlich oft auf eine hohe Dividendenrendite, weil deren Kurse zuvor gefallen sind. Bekanntlich errechnet sich die Dividendenrendite, indem man die jährliche Ausschüttung in Relation zum Kurs einer Aktie setzt. Fällt der Kurs einer Aktie bei gleichbleibender Dividende, steigt also die Rendite – und umgekehrt. Die „Dogs-of- the-Dow“-Strategie basiert auf folgendem Konzept: Der Anleger investiert an einem bestimmten Stichtag in die zehn Aktien aus dem Dow Jones mit der höchsten Dividendenrendite. Die gekauften Titel werden ein Jahr gehalten. Dann wird erneut nach den zehn Dogs-of-the-Dow gefahndet und das Portfolio entsprechend angepasst. Diese Vorgehensweise hat zum Ziel, eine Outperformance gegenüber dem Basisindex zu erzielen, da dividendenstarke Titel gemeinhin als unterbewertet gelten.

DivDAX hat die Nase vorn

Dass Dividendenstrategien in der Vergangenheit von Erfolg gekrönt waren, zeigt folgendes Beispiel: Der DivDAX besteht aus den 15 Unternehmen des DAX mit der höchsten Dividendenrendite, quasi die „Hunde des DAX“. Einmal im Jahr wird der Index neu zusammengesetzt. In der Rückrechnung hat sich der DivDAX (Performance-Index) in den vergangenen zehn Jahren um 60 Prozentpunkte besser entwickelt als der DAX (Performance-Index). Anleger können mit einem ETF von iShares an der Entwicklung des DivDAX partizipieren (ISIN: DE0002635273). Ein wesentlicher Vorteil des Produkts liegt darin, dass sich Anleger den Zeit-, Kosten- und Rechercheaufwand sparen, der anfallen würde, wenn man in Eigenregie nach dividendenstarken Titeln sucht und diese dann einzeln ins Depot nimmt. Die jährliche Verwaltungsgebühr für den Indexfonds beträgt lediglich 0,3 Prozent. Ein Nachteil des DivDAX ist jedoch, dass sich seine Zusammensetzung an den bereits gezahlten Dividenden orientiert. So kann es passieren, dass er Unternehmen enthält, die zwar zuletzt überdurchschnittlich ausgeschüttet haben, dieses Niveau aber nicht mehr halten können. So befindet sich zum Beispiel ThyssenKrupp im DivDAX, obwohl der Stahlkonzern bereits angekündigt hat, die Dividenden für das abgelaufene Geschäftsjahr radikal zu kürzen.

Dividendenerwartung zählt – ETFlab bietet Konzept

Um dieses Problem zu umgehen hat die Deutsche Börse mit dem DAXplus Maximum Dividend Index ein weiteres Dividendenbarometer entwickelt. Hier stellt die erwartete Dividendenrendite das Selektionskriterium dar. Außerdem erfolgt die Indexgewichtung nicht wie beim DivDAX auf Basis der Marktkapitalisierung, sondern richtet sich nach der erwarteten Dividendenrendite. Das heißt: Je höher die erwartete Dividendenrendite, desto höher das Gewicht des entsprechenden Unternehmens im Indexportfolio, wobei der maximale Anteil für einen Titel auf zehn Prozent begrenzt ist. Ein ETF, der am DAXplus Maximum Dividend Index partizipiert, ist von ETFlab erhältlich (ISIN DE000ETFL235). In der Rückrechnung (10 Jahre) hat auch der DAXplus Maximum Dividend Index deutlich besser abgeschnitten als der Mutterindex.

Europa bietet mehr

Während sich bei den erwähnten Dividendenindizes das Auswahluniversum auf den DAX beschränkt, enthält der DJ Euro Stoxx Select Dividend 30 Index, die 30 dividendenstärksten Unternehmen aus dem Euroraum. Der Vorteil: Die Dividendenrendite dieses Index ist noch um ein gutes Stück höher als bei den beiden DAX-Varianten, da in diesem Index aufgrund des länderübergreifenden Ansatzes mehr Titel aus besonders dividendenstarken Branchen enthalten sein können. So enthält der DJ Euro Stoxx Select Dividend 30 neben dem deutschen Spitzenreiter bei der Dividendenrendite, der Deutschen Telekom (Dividendenrendite: 7,5 Prozent), auch die Aktien von France Telecom und Belgacom, die derzeit sogar auf eine Dividendenrendite von über acht Prozent kommen. Ähnliches gilt für die Dividendenschwergewichte aus der Versorger-Branche. So überrascht es nicht, dass mittlerweile mehrere Fondsgesellschaften ETFs anbieten, die am DJ Euro Stoxx Select Dividend 30 Index partizipieren. Der mit einer jährlichen Verwaltungsgebühr von 0,25 Prozent günstigste Indexfonds kommt dabei von Com Stage (ISIN LU0378434236), der mit der höchsten Liquidität ist bei iShares (ISIN DE0002635281) erhältlich. Wem Europa nicht genug ist, findet mit dem DJ Stoxx Global Select Dividend 100 ETF von db x-trackers eine Anlagelösung, die sogar 100 Dividendenstars aus aller Welt enthält (ISIN LU0292096186). Die breitere Streuung hat jedoch ihren Preis in einer höheren Verwaltungsgebühr von 0,5 Prozent.

Mehr Dividende für das Depot

Dividendenstrategien bieten Anlegern interessante Renditeperspektiven. Natürlich muss der Erfolg solcher Konzepte in der Vergangenheit nicht auch in der Zukunft gelten. Trotzdem erscheint es sinnvoll, dem Aspekt der Dividende einen gebührenden Platz im Portfolio einzuräumen. Ein ideales Anlagevehikel hierfür stellen die verfügbaren ETFs dar.

Erfahren Sie hier mehr über die Dividendenstrategie.

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